Leserbriefe

„Umdenken ist unvermeidbar“

Leser zur Zunahme von Fällen schwerer körperlicher Gewalt und von Bedrohungen an Berliner Schulen

Die zunehmende Gewalt an Berlins Schulen hat natürlich viele Ursachen, leider wird nichts oder das Falsche getan, um diese Ursachen zu beseitigen. Sozialarbeiter reichen hier nicht aus, um das Problem anzugehen. Viele Kinder und Jugendliche sind verwöhnt und werden vom Elternhaus nicht erzogen. Die Digitalisierung tut ihr Übriges, nur noch Fernsehen schauen und im Internet herumspielen, konsumieren. Was wollen die Lehrer da noch ausrichten. Ihnen werden von der staatlichen Bürokratie Hände und Füße gebunden, sie müssen sich mit aufmüpfigen Eltern herumschlagen, die teilweise vor die Gerichte ziehen. Der Erziehungsauftrag kommt dann irgendwann auch noch mal. Hier müssen wir ansetzen, die Verhältnisse müssen von Grund auf geändert werden, dann wird es auch wieder besser. Mit Sozialarbeitern oder pädagogischen Hilfskonstrukten wird man meiner Meinung nach nichts oder gar das Gegenteil erreichen.

Christian Lukner, per E-Mail

Es ist offenkundig, dass die Gewalt nicht nur in der Schule, sondern auch auf den Straßen und in den Familien zunimmt, sodass ein Umdenken unvermeidbar ist. Die in den letzten Jahren praktizierte Nachsicht in allen Bereichen hat die jetzige Situation erst ermöglicht. Es ist ein Witz, die gestiegene Gewalt auf höhere Schülerzahlen zurückführen zu wollen, denn die waren früher noch höher. Auch das Meldeverhalten der Schulen ist nicht die Ursache für die festgestellten Fakten, und man fragt sich, welche positiven Auswirkungen die Projekte zur Gewaltprävention an Schulen gebracht haben, an denen der FU-Professor mitgewirkt hat. Eltern vernachlässigen zum Teil ihre Erziehungsaufgaben und hoffen auf eine Heilung in den Schulen. Selbst wenn Stellen für Sozialarbeiter eingerichtet werden sollten, bleibt die Frage, ob entsprechende Bewerber vorhanden sind und wann derartige Stellen besetzt sind. Inzwischen sind die Probleme weit den Bach runter. Eltern sind in die Pflicht zu nehmen, ihre Kinder zu erziehen und Empathie zu vermitteln. Wenn die Erziehungspflicht verletzt wird, müssten Sanktionen ergriffen werden. Schon Thomas Mann hat geschrieben: Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt.

Dieter Meier, Tegel

Angreifer mittels sofortiger Gerichtsbarkeit verurteilen

Zum Artikel: „Jugendliche greifen Mitarbeiter des Ordnungsamtes an“ vom 1. Oktober

Es wäre sinnvoll gewesen, ähnlich wie in den USA, die Angreifer mit sofortiger Gerichtsbarkeit zu verurteilen. Eine spätere Strafe ist in ihrer erzieherischen Wirkung ziemlich sinnlos, außerdem sind bis dahin Zeugen und Anwälte organisiert worden, sodass das Strafmaß meist verpufft. Eine sofortige Strafe hingegen unterbricht abrupt den gewohnten Alltag.

H.-J. Hensmann, per E-Mail

DDR war nie etwas anderes als eine SED-Diktatur

Zum Artikel: „Karaseks Woche: Gysis Diktokratie“ vom 5. Oktober

Die Debatte, ob die DDR ein Unrechtsstaat war oder nicht, sollte beendet werden. Seit der Gründung der DDR im Jahr 1949 wurden Demokratie und Menschenrechte in diesem ostdeutschen Teilstaat mit Füßen getreten und das alles bis 1989 mit Zustimmung der Sowjetunion. Mauer, Stacheldraht und Schießbefehl an der Berliner Mauer und an der innerdeutschen Grenze entlang der Elbe bleiben bis heute eine ständige Mahnung, die DDR eben nicht als Deutsche Demokratische Republik zu definieren. Die DDR war nie etwas anderes als eine SED-Diktatur, die es sich nicht nehmen ließ, selbst im Wendejahr 1989 noch Kommunalwahlen zu fälschen.

Albert Alten, per E-Mail

Ein Politiker klarer und deutlicher Worte

Zum Artikel: „Als Strauß zu Honecker reiste“ vom 6. Okober

Franz Josef Strauß war ein Politiker klarer und deutlicher Worte. Deshalb hatte er bei der Beschaffung des privaten Kredites von 3,5 Milliarden D-Mark für die DDR vorher für die ostdeutsche und die westdeutsche Bevölkerung Verbesserungen gefordert, die von der DDR erfüllt und beibehalten wurden. Für den westdeutschen Steuerzahler entstanden keine Kosten. Von dem Kredit wurde nur eine Milliarde D-Mark in Anspruch genommen und pünktlich zurückgezahlt. Nachzulesen im Buch von Franz Josef Strauß „Die Erinnerungen“.

Kurt Hauer, per E-Mail