Leserbriefe

„Dumme, trennende Entscheidung“

Leser zum Urteil, dass das Kopftuchverbot in kirchlichen Krankenhäusern für rechtens erklärt

Was für eine dumme und trennende Entscheidung. Die Klagenden hätten zuvor einmal Lessings Ringparabel lesen sollen. Zeigt sich der „rechte Glaube“ im Ablehnen des Anderen oder in der Zuwendung zum Anderen? Und übrigens: Das erste christliche Pflegepersonal trug auch verhüllende Kopftücher – es waren nämlich Nonnen und die später übliche Haube war nur die kleinere Variante davon. Warum also keine Kopftücher in kirchlichen Einrichtungen? Ich bin evangelische Christin und in unserer Gemeinde pflegen wir einen guten Austausch von Glaubensinhalten mit Muslimen. Die Kirchenleitung von Hamm schadet der Glaubwürdigkeit der Kirche mehr als ein Kopftuch am Krankenbett.

Heide Binner, per E-Mail

Das Kopftuchverbot ist eine gute Entscheidung. Das Tuch ist die Uniform der menschenfeindlichen Scharia. Es sollte in allen demokratischen Ländern geächtet werden.

Luzie Hille, per E-Mail

Verdanken ihm das Wissen um die Abhörpraxis der Geheimdienste

Zum Artikel: „Alternativer Nobelpreis für Edward Snowden“ vom 25. September

Der meistverfolgte Whistleblower der Welt, Edward Snowden, hat den alternativen Nobelpreis zu Recht verdient. Ohne ihn wüssten wir bis heute nicht, dass jeder Mensch auf unserem Planten zum Freiwild der amerikanischen, britischen und anderer Geheimdienste auf dieser Welt avanciert ist. Das sind Geheimdienste wie der US-Geheimdienst NSA, der 24 Stunden am Tag fernab aller internationalen Verfassungen und dem bundesdeutschen Grundgesetz die Menschenrechte, die Persönlichkeitsrechte und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung vorsätzlich und nachhaltig mit höflicher Nichtachtung straft und mit Füßen tritt.

Albert Alten, per E-Mail

Wer hat die Folgen derart leichtsinnigen Handelns auszubaden?

Zum Artikel: „Amokfahrt durch Berlin: Intensivtäter festgenommen“ vom 22. September

Wer verleiht an solche Typen Fahrzeuge, ohne deren Führerschein zu verlangen und zu prüfen? Wer verleiht Fahrzeuge an alkoholisierte oder drogensüchtige junge Männer, deren Verhalten offenkundig ist? Was denken die Verleihfirmen, wer die Folgen derart leichtsinnigen Handelns auszubaden hat? Wer erlaubt den zuständigen Behörden, diese Schwerverbrecher, denen jede Achtung vor dem Leben anderer Menschen verloren gegangen ist, auf freiem Fuß zu lassen, nur weil diese eine Wohnadresse vorweisen können? Haben wir Bürger kein Recht zu erfahren, wer hier seiner Verantwortung entflieht?

W.-F. P. Bolle, Müggelheim

Unlängst sind wieder mehrere polizeibekannte und per Haftbefehl gesuchte Intensivtäter straffällig geworden. Sie wurden festgenommen und inhaftiert. Es beunruhigt sehr, dass sich gesuchte Straftäter mit einschlägigem kriminellen Hintergrund frei und unbehelligt in der Stadt aufhalten können und erst bei weiteren Auffälligkeiten festgenommen werden. Obwohl durch eine parlamentarische Anfrage eines Oppositionsabgeordneten Ende Juni bekannt geworden ist, wie viele verurteilte Straftäter per Haftbefehl gesucht werden, haben weder die Oppositionsparteien noch die zuständigen Senatoren für Inneres und Justiz auf die Bekanntmachungen mit wirksamen Maßnahmen reagiert. Immerhin werden 1464Straftäter zur Vollstreckung von Freiheitsstrafen und 5058 Personen zur Vollstreckung einer Ersatzfreiheitsstrafe gesucht. Die Justizzahlen über offene Haftbefehle weichen von denen, die bei der Polizei erfasst sind, erheblich ab. Die Polizei geht von 9000 offenen Haftbefehlen aus. Die in der Beantwortung der parlamentarischen Anfrage enthaltene Begründung dafür, wonach die Abweichungen durch unterschiedliche Aktenverwaltungssysteme entstehen, nehmen wohl die Sicherheitsbehörden mit Billigung des Senats hin. Die Erhebungen über die offenen Haftbefehle scheinen keinen wirklich interessiert zu haben, obwohl alle Verantwortlichen verfassungsrechtlich verpflichtet sind, ausgesprochene Strafurteile ohne Unterschied zu vollstrecken. Von den Senatoren für Inneres und Justiz muss etwas unternommen werden, um die frei herumlaufenden Straftäter dingfest zu machen. Die seit Anfang 2014 zusätzliche Vollstreckung von 60 Haftbefehlen mit Unterstützung des Fachdezernats für die Bekämpfung der politisch motivierten Kriminalität im rechten Spektrum zeigt, wenn man will, dann werden offene Haftbefehle auch vollstreckt.

Joachim Jetschmann, Wilmersdorf