Leserbriefe

„Herber Verlust für das Kulturleben“

Leser zu dem von Brigitte Grothum angekündigten Ende der „Jedermann“-Festspiele nach 28 Jahren

Es wäre für das Kulturleben in Berlin ein herber Verlust, wenn im kommenden Jahr die traditionsreiche Aufführung des „Jedermann“ im Berliner Dom nicht mehr stattfinden würde. Der Dom bietet eine eindrucksvolle Kulisse für das Stück. Brigitte Grothum hat es in den 28 Jahren der Aufführung immer wieder geschafft, eine bunte und beliebte Schar von bekannten Schauspielern zur Übernahme von verschiedenen Rollen in dem Stück zu begeistern. Es wäre mehr als schade, wenn diese Tradition in Berlin nicht mehr fortgesetzt werden könnte. Vielleicht finden sich Sponsoren und Unterstützer, die Frau Grothum die Last des finanziellen Risikos abnehmen können.

Astrid Ollek, Wittenau

Die Berliner Kultur sollte sich in Sack und Asche kleiden. Ein hervorragendes Theaterstück wird zu Grabe getragen, wegen großer finanzieller Not. Millionen über Millionen werden für die Baustelle der Staatsoper verballert, aber für diese außergewöhnliche Leistung der überaus beliebten Schauspielerin Brigitte Grothum bleibt das Senatssäckel fest verschlossen. Eine Schande für Berlin.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Überarbeitetes, unterbezahltes und somit unmotiviertes Personal

Zum Artikel: „Flughafen-Dienstleister in Tegel entlässt 150 Mitarbeiter“ vom 25. September

Als Pilot erlebe ich tagtäglich die Situation auf Berlins wichtigstem Flughafen: Fehlende Ladegruppen, die das Passagiergepäck ein- und ausladen, fehlende „Ramp Agenten“, die das Flugzeug am Boden betreuen und für die zur Flugdurchführung notwendigen Papiere sorgen, fehlendes Personal am Check-In-Schalter oder beim Behindertenfahrdienst, fehlende Passagierbusfahrer und und und. Kurz gesagt, das Personal an den Hauptstadtflughäfen und zunehmend auch im gesamten Bundesgebiet ist überarbeitet, unterbezahlt, unmotiviert. Wo soll die Motivation auch herkommen, wenn man schon nicht mehr weiß, für welchen Subsubsubunternehmer man eigentlich arbeitet. Das Gehalt vieler Mitarbeiter liegt knapp über Hartz-IV-Niveau, zudem wird viel Personal im Zwei-Jahres-Rhythmus vor die Tür gesetzt. Anfangen kann man dann wieder mit einem neuen Vertrag zu noch schlechteren Bedingungen. Der jeweilige Arbeitgeber streicht dann auch noch Fördermittel vom Arbeitsamt ein, zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Haben wir das als eines der reichsten Länder der Welt wirklich nötig? Aber Geiz ist geil und so lange man für 19,95 Euro quer durch Europa fliegen kann, wird sich daran auch nichts ändern.

Marco Rosenwick, Wilhelmsruh

Einfache Maschine, die jederzeit außer Kontrolle geraten kann

Zum Artikel: „Post startet mit Paketdrohne zur Nordseeinsel Juist“ vom 25. September

Wissen wir überhaupt, was wir damit in Gang setzen? Wie viele Versand- und Zulieferfirmen werden in Zukunft von Drohnen Gebrauch machen? Wie viel Lärm werden die Rotoren verursachen? Warum beschäftigen sich die Umweltbehörden nicht mit diesem Thema? Warum glaubt die Deutsche Flugsicherung, das erlauben zu müssen, obwohl die Sicherheit kaum geprüft wurde? Es handelt sich um eine sehr einfache Maschine, die jederzeit außer Kontrolle geraten kann. Ich bin zutiefst beunruhigt. Ein Fährboot transportiert im Inselverkehr Hunderte von Paketen auf einmal und die sollen jetzt alle einzeln mit Drohnen für die Post transportiert werden? Wehren wir uns gegen diese Art des Transports solange dazu noch Zeit ist. Ich bin jemand, der über die Maßen vom Luftverkehr über Tegel belästigt wird, der nachts keine Ruhe mehr findet, weil gegen die Nachtflugzeiten jede Nacht verstoßen wird.

Regina Kröning, Spandau

Tagsüber mit Abblendlicht erhöht die Sicherheit für Kinder

Zum Artikel: „Damit man sie besser sehen kann“ vom 23. September

Eine tolle Aktion vom ADAC, den Kindern Warnwesten zu schenken, damit sie im Verkehr besser gesehen werden. Leider tut der Verkehrsminister zu wenig für die Sicherheit im Straßenverkehr. Es reicht nicht, dass die Kinder besser gesehen werden, zumal sie in ihrer Freizeit diese Westen nicht tragen. Eine preiswerte und intelligente Lösung wäre, den Autofahrern vorzuschreiben, ständig – wie vielerorts im Ausland bereits praktiziert – mit Abblendlicht zu fahren, damit die Kinder die fahrenden Autos eher erkennen und entsprechend reagieren können.

Hans-Joachim Möller, per E-Mail