Leserbriefe

„Die Schießbude der Liga“

Leser zum missglückten Start von Hertha BSC in die neue Saison mit drei Spielen ohne Sieg

Nach nur drei Spieltagen ist Hertha BSC bereits im Tabellenkeller, mit neun Gegentreffern die Schießbude der Liga. Im Sommer hat man neun neue Spieler geholt und hat jetzt schon viele Baustellen. Der Abstiegskampf hat schon begonnen, der dritte Abstieg in nur fünf Jahren wäre wohl trauriger Rekord in Deutschland. Die dafür Verantwortlichen müssten sofort gehen.

A. Wünscher, per E-Mail

Kann man eine Prognose schon nach dem dritten Spieltag stellen? Bei Hertha BSC ist die Frage leider mit Ja zu beantworten, knüpft die Mannschaft doch nahtlos an die miserablen Leistungen der zweiten Hälfte der vergangenen Saison – vor allem im eigenen Stadion und vor eigenem Publikum – an. Mit Salomon Kalou im letzten Augenblick einen Stürmerstar aus dem Hut zu zaubern, an dem sich diese im Kern marode Mannschaft aufrichten soll, das kann nur fehlschlagen. Das Gegenteil wird der Fall sein: Die ohnehin weitgehend wenig leistungsorientierten Spieler von Hertha BSC werden über die Bezahlung des neuen Stars dermaßen frustriert sein, dass sie nicht bereit sein werden, für diesen zu laufen und zu kämpfen, um ihn zur Geltung zu bringen. Hertha BSC ist allenfalls eine Jobgemeinschaft, ein seelenloser und charakterloser Torso. Daran wird auch der Trainer nichts ändern können. Mir tun nur die vielen Fußballfans leid, die ihr Geld ins Olympiastadion tragen, in der Hoffnung, dort einmal ein gutes Spiel ihrer Mannschaft zu erleben, und die immer wieder maßlos enttäuscht werden.

H. Schmidt, per E-Mail

Wer hat den Fahrstuhlknopf bei Hertha BSC wieder auf abwärts gedrückt? Richtig ist, dass Bundesligatorjäger, die in der Saison 2013/2014 insgesamt 37 Tore schossen (Ramos, Lassogga, Allagui) abgegeben wurden. Aber das kann kein Grund für den schlechtesten Bundesligastart seit 24 Jahren sein. Hertha hat immerhin für mehr als 18 Millionen Euro Spieler verpflichtet, wenn auch im Spiel gegen Mainz nur drei Spieler davon auf dem Platz standen. Der angebliche Königstransfer des Schweizer Nationalspielers Valentin Stocker entwickelt sich langsam zum Fehleinkauf. Trainer Jos Luhukay verbannt Stocker immer nur auf die Tribühne und nimmt ihm damit jegliches noch vorhandenes Selbstvertrauen. Eine derartige Demontage eines Spielers, der für weit mehr als drei Millionen Euro gekauft wurde, habe ich in meinen mehr als 45 Jahren als Hertha-Fan noch nie erlebt.

Die Hertha-Führung hat es versäumt, nach der schlechten Rückrunde eine genauere Analyse durchzuführen. Es kommt nicht von weit her, dass Hertha seit 15 Bundesligaspielen nicht mehr gewonnen hat.

C.-P. Paege, Reinickendorf

Es ist noch nicht aller Tage Abend, könnte man zum Start von Hertha BSC in die neue Bundesligasaison sagen. Doch langsam müsste Hertha aus den Puschen kommen. In drei Spielen nur ein Punkt, das ist zu wenig. Dass bei dem Spiel gegen Mainz ausgerechnet Herthas Ausleihspieler Allagui das entscheidende Tor machte, ist bemerkenswert. Schwer nachvollziehbar, warum Hertha ohne Not auf solche Stürmer wie ihn, Ramos oder Lasogga verzichtet. Was zurzeit nichts bringt, sind die Experimente des Trainers. Eine eingespielte Mannschaft hat Sicherheit und kann taktisch abwechslungsreich agieren. Daran fehlt es Hertha. Beim Spiel am Freitag in Freiburg muss jetzt endlich der Knoten platzen und der erste Saisonsieg her. Denn im Tabellenkeller hat ein traditionsreicher Hauptstadtklub nichts zu suchen.

Thomas Hansen, per E-Mail

Hindenburgdamm umbenennen in Reich-Ranicki-Straße

Zum Artikel: „Erste Liebe und Literatur“ vom 13. September

Wunderbar, dass man in Berlin mit einer Gedenktafel an den unvergessenen „Literatur-Papst“ Marcel Reich-Ranicki erinnert. Dabei sollte man es aber nicht belassen. Es sollte auch eine Straße nach ihm benannt werden. Da habe ich schon eine im Visier, deren Name mich seit vielen Jahren ärgert: der Hindenburgdamm in Steglitz. Es ist historisch erwiesen, dass Reichspräsident Paul von Hindenburg an einer demokratischen Entwicklung Deutschlands wenig Interesse hatte und dass er einer der wichtigen Wegbereiter für Adolf Hitler und den Nationalsozialismus war. Wie kann man in einer weltoffenen Stadt wie Berlin an einem solchen Namen festhalten? Der Hindenburgdamm sollte als Straßenname getilgt und durch Reich-Ranicki-Straße ersetzt werden. Außerdem sollte Hindenburg endlich aus der Liste der Berliner Ehrenbürger gestrichen werden.

Thomas Henschke, per E-Mail