Leserbriefe

„Sein Elan hatte stark nachgelassen“

Leser zu dem Rücktritt des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit und der Suche nach einem Nachfolger

Dass Klaus Wowereit geht, ist ein Ereignis, das nach den Umfragen der letzten Zeit voraussehbar war. Schade nur, dass da niemand da ist, der ein würdiger Nachfolger als Regierender Bürgermeister wäre. Es wird soweit kommen, dass wir Wowereit als kleineres Übel vermissen werden. Die SPD wäre gut beraten nach weiteren Kandidaten zu suchen, wenn sie in zwei Jahren die Wahl wieder gewinnen will.

Heide Binner, per E-Mail

Ein normal und wirtschaftlich denkender Mensch wird kaum nachvollziehen können, was die besonderen Verdienste von Wowereit gewesen sein sollen. Der Job eines Regierenden Bürgermeisters ist doch in erster Linie darin zu sehen, die Stadt wirtschaftlich auf die Beine zu bringen. Geschehen ist nichts, auch 25 Jahre nach dem Mauerfall ist in Berlin kein einziges Dax-Unternehmen angesiedelt. Stattdessen wurden immer wieder irgendwelche Events mit großem Spektakel als Erfolg verbucht. Das BER-Desaster ist da doch nur das i-Tüpfelchen.

Wolfgang Schütz, per E-Mail

Einen besseren als Wowereit muss die SPD erst mal finden. Das ständige Gemeckere aus den Reihen der SPD wurde für Wowereit unerträglich, und er hat daraus die richtige Konsequenz gezogen. Nicht der BER, sondern innerparteiliche Querelen haben den Ausschlag gegeben.

Christoph Luban, per E-Mail

Klaus Wowereit war der einzige Politiker von Gewicht, den Berlin in den vergangenen Jahren

hatte. Durch seinen Rücktritt stürzt er seine Partei in ein schlimmes Dilemma. In Berlin gibt es keinen geeigneten Nachfolger. Kandidaten von außerhalb sind immer problematisch und scheinen sich auch nicht gerade aufzudrängen.

Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann, per E-Mail

Herr Klaus Wowereit hat in den vergangenen Jahren die Berliner schulmeisterhaft belehrt, abgekanzelt und düpiert. Ein Vorschlag für sein Zeugnis: Kunst und Kultur: sehr gut, Schule und Wissenschaft: ausreichend, Wirtschaft: ausreichend, Kommunalpolitik: ausreichend, Personalpolitik: mangelhaft, BER: ungenügend. Im Zeugniskopf steht: Wowereit bemühte sich seine Interessen durchzusetzen und vernachlässigte zahlreiche wichtige Randgebiete der Landespolitik. Er war freundlich, arrogant gegenüber Andersdenkenden und bevorzugte seine ihm ans Herz gewachsene Kunst- und Kulturszene.

Michael Grimm, Kladow

In Wowereits Amtszeit ist Berlin zu einer Chaoten-Stadt verkommen, in der man seines Lebens nicht mehr sicher ist. Das schöne alte Berlin existiert nicht mehr. Mit seinem sozialistischen Klimbim hat er die Arbeitsscheuen der Republik angezogen. Die führen hier ein arbeitsfreies angenehmes Leben auf Kosten der Steuerzahler. Die Stadt allein ist nicht lebensfähig ohne die Subventionen anderer Bundesländer.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Bei aller Lobhudeleien wird vergessen, dass Wowereit in seiner langen Amtszeit viel Schaden für die Stadt angerichtet hat. Man denke nur an den Flughafen Tempelhof, dessen Totengräber er war. Er ist nicht der joviale, nette Mensch, wie es den Anschein hat, sondern ein eiskalter Machtmensch. Seine damalige Koalition mit den Linken war ein Schlag ins Gesicht der Berliner, die die Mauer erlebt haben.

Wolfgang Pickert, per E-Mail

Einsam im Amt, einsam im Rücktritt – was für ein absolutistischer SPD-König! Seine Verdienste liegen leider lange zurück.

D. Hochtritt, Spandau

Die Nachfolgefrage hätte schon längst geklärt sein können. So klingt das alles mal wieder halbherzig und nach beleidigter Leberwurst, weil ihn die Berliner nicht mehr so toll finden.

Klaus Korn, Reinickendorf

Wowereit hat sich bei der Wirtschaft und der Tourismuswerbung große Verdienste erworben. In den letzten Jahren hat sein Elan aber stark nachgelassen. An der Lösung der Personalprobleme in der Verwaltung wurde nicht gearbeitet. Für die Verbesserung der Infrastruktur und die Sanierung von Schulgebäuden war nie Geld da. Wowereit hat versäumt, Schwerpunkte in der Berliner Politik zu setzten.

Thomas Splittgerber, per E-Mail

Jeder Tag, den Klaus Wowereit im Amt bleibt, ist ein verlorener für Berlin. Die Berliner haben ihm längst den Rücken gekehrt. Nicht nur der BER ist für ihn eine Niederlage. Sein Auftreten und sein Unvermögen, die Stadt ordentlich zu regieren, haben ihm letztlich das Genick gebrochen.

Egon Franke, per E-Mail