Leserbriefe

„Späte Einsicht von Wowereit“

Leser zu der geplanten Einbeziehung der Berliner in die Entscheidung über eine mögliche Olympia-Bewerbung

Olympische Spiele in Berlin bedeuten Ausgaben, die der Stadt weh tun. Die Polizei hat weitere Überstunden zu leisten, die jetzt schon nicht abgebaut werden können. Die schlechte Bezahlung der Beamten und Pensionäre wird weiter anhalten. Weitere Kürzungen sehe ich voraus. Wir zahlen alle unsere Steuern, auch für die Bundesbeamten, die von den Kürzungen nicht betroffen sind. Die zu erwartenden Ausgaben für die Olympischen Spiele sollten daher in Berlin für wichtigere Dinge ausgegeben werden, die uns einen wirklichen Nutzen bringen. Viele Sportstätten lassen sich damit sanieren, sodass die Sportverbände sich nicht für Olympia stark machen müssen. Das Geld für Analysen, Umfragen und Abstimmungen sollte gleich in Sanierungen fließen. In vielen Sportstätten kann wegen Legionellenbefalls nicht mehr geduscht werden.

Hans-Joachim Möller, per E-Mail

Jetzt, nachdem unser Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) so einiges verbockt und sich unbeliebt gemacht hat, lenkt er plötzlich ein und möchte die Bürger an Entscheidungen beteiligen. Wer zu spät kommt …

Lothar Wirth, per E-Mail

Was unser Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit zu Olympia sagt, hört sich gut an. Was lässt ihn aber glauben, dass in Berlin künftig besser zeit- und kostengerecht gebaut werden kann? Gerade er müsste es doch als BER-Aufsichtsratsvorsitzender besser wissen, wie Großprojekte bei uns laufen.

Gregor Reinhardt, Wilmersdorf

Berlin braucht keine Olympischen Spiele, deren Ausrichtung etwa vier Milliarden Euro kosten wird, sondern mehr Polizei, mehr Personal, gute Straßen und eine intakte Infrastruktur. Wir haben Geld nicht zu verschenken, und der BER wird auch nicht fertig. Statt Olympischer Spiele brauchen wir einen neuen Regierenden Bürgermeister, der die Probleme Berlins löst.

Thomas Splittgerber, per E-Mail

Beim Atomausstieg hakt es an allen Ecken und Enden

Zum Artikel: „Rostige Atommüllfässer in Brunsbüttel“ vom 21. August

Die Energiewende ist eine einzige Katastrophe. Die Landschaft wird durch immer mehr Windräder verschandelt, ohne nennenswerte Erfolge beim Klimaschutz. Der Verbraucher zahlt die Zeche. Immer mehr müssen wir für den Strom bezahlen, weil die Umlagen für die Windkraft steigen. Und auch beim Atomausstieg hakt es an allen Ecken und Enden. In den Zwischenlagern rosten die Atommüllfässer vor sich hin, kein Mensch weiß, wo das gefährliche Zeug untergebracht werden soll.

Christoph Luban, per E-Mail

Passion für die Braunkohle macht sehr nachdenklich

Zum Artikel: „Volle Kohlekraft zurück“ vom 23. August

Der Bericht zeichnet ein aus klimapolitischer Perspektive zu negatives Szenario. Denn auch wenn die Passion sowohl der Brandenburger SPD als auch der sächsischen CDU für die Braunkohle sehr nachdenklich macht, darf man nicht vergessen, dass es in Kürze auch in Schweden Wahlen gibt. Dort sehen zahlreiche Politiker – nicht nur von den dortigen Grünen – in der Beteiligung von Vattenfall am Tagebau in der Lausitz ein erhebliches Problem, unter dem das saubere Image eines ganzen Landes leidet. Deswegen kann man sich in Potsdam sowie Dresden darauf einstellen, dass man eventuell demnächst Stockholm als Verbündeten für die sogenannte Brückentechnologie verliert.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Mangelnde Ausbildungsreife ist nicht Schuld der Unternehmen

Zum Artikel: „80.000 Lehrstellen bleiben unbesetzt“ vom 22. August

Die Betriebe beklagen die mangelnde Ausbildungsreife von Schulabgängern. Dass bei Schulabgängern die mangelnden Deutschkenntnisse und desolaten Mathematikkenntnisse sich von Jahr zu Jahr verstetigen, darf einen nicht wundern, da in diesen Fächern die dringend benötigten Lehrkräfte in Berlin fehlen. Man kann darum nur den Kopf schütteln über die Kritik von Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD) an den Arbeitgebern wegen deren mangelnder Bereitschaft, Ausbildungsplätze anzubieten. Wenn Lehrstellen wegen mangelnder Ausbildungsreife nicht besetzt werden können, ist das gewiss nicht die Schuld der Unternehmen.

Klaus Okrafka, per E-Mail