Leserbriefe

„Busfahrer besser ausbilden“

Leser zu den Bemühungen der BVG, das Risiko für Fahrgäste bei bremsenden Fahrzeugen zu verringern

Als ich den Artikel las, war ich sehr verwundert. Zum einen, weil in der Regel im Berufsverkehr wohl kaum eine Situation im Bus herrscht, wie sie das Foto in dem Beitrag andeutet. Meistens sind die Busse so voll, dass man sich kaum irgendwo sicher festhalten kann, maximal kann man sich irgendwo mit den Fingerspitzen „sichern“. Insbesondere aber sind die Busfahrer auch bei ruhigem Verkehr oft nicht in der Lage, Passagiere zu befördern, viele haben einen rüden Fahrstil. Der lässt sich am besten mit einem ständigen Wechsel zwischen unmotiviertem Vollgas und ebenso unmotivierter Vollbremsung beschreiben. Ich habe oft das Gefühl, gerade an einem Bus-Rennen teilzunehmen. Kein stehender Fahrgast hat die Möglichkeit, sich dabei vernünftig vor Schäden zu schützen. Es ist alles Glückssache. Sich zu schützen erfordert vom Fahrgast einen hohen Kraftaufwand. Ich frage mich regelmäßig, warum Busfahrer nicht angemessen ausgebildet werden, Fahrgäste so zu befördern, dass diese sich wohlfühlen. Ich beende die eine oder andere Fahrt mit großem physischem Unwohlsein, bei längeren Fahrten könnte sogar eine Reisekrankheit eintreten – dank Vollgas, Vollbremsung und rasanten Kurvenfahrten.

Doris Kupfermann, Charlottenburg

Nicht nur die Passagiere, auch die Fahrer, insbesondere von Bussen der BVG, sollten sensibilisiert werden. Ich erlebe immer wieder, dass beim Stopp an den Haltestellen gebremst wird, als wären die Fahrer überrascht, dass da plötzlich eine Haltestelle auftaucht. Entsprechend fallen die Fahrgäste durcheinander, wenn man sich nicht rechtzeitig festklammert. Ist etwa die Technik der Busse so schlecht, dass ein gefühlvolles Abbremsen nicht möglich ist? Bei Reisebussen geht das ja auch.

Dieter Jeschke, Steglitz

Den Ernst der Lage offensichtlich noch nicht verstanden

Zum Artikel: „Deutschland liefert Waffen für den Kampf der Kurden“ vom 21. August

Wie angesichts dieser religiös motivierten extremistischen Mordbanden, die heute schon eine Bedrohung für den arabischen Raum sind, sich die deutschen Grünen und Linken der Einsicht verschließen, die nur schwach ausgerüsteten Kurden mit wehrfähigen Waffen zu unterstützen, ist so unverständlich, wie die Führung in Berlin lange brauchte, um sich schließlich der Forderung zu beugen, dass hier erstmalig ein wirklich notwendiger Einsatz dieser Art von deutscher Seite zu erbringen ist. Da nun hierzu die Entscheidung gefallen ist, braucht man immerhin noch eine Woche zur Prüfung, welche Waffen mit nur kurzer Einweisung gebraucht werden. Und wenn man erst noch in voraussehender Absicht prüfen will, in welche Hände diese Waffen kommen können und bleiben würden nach Endes der Kämpfe, und davon möglicherweise noch die Art der Waffen abhängig machen will, dann hat man wohl den Ernst der Lage noch immer nicht verstanden.

Harry Döring, per E-Mail

Ohnmächtig, hilf- und ratlos angesichts der Gewaltorgien

Zum Leitartikel: „Der ehrliche Blick auf die Terroristen“ vom 22. August

Ich teile die Meinung des Autors Hajo Schumacher, dass über die Medien sehr häufig Unsägliches verbreitet wird, was oft nur durch derartige Darstellungen eine ihm überhaupt nicht zukommende Bedeutung erhält. Nach meinem Eindruck haben aber zumindest die mir zugänglichen Medien (ARD, ZDF, Tageszeitungen) über die barbarische Tötung von James Foley sehr angemessen und maßvoll berichtet. Schumacher verweist auch auf unseren Anteil an den Grausamkeiten im Nahen Osten. Dieser Hinweis ist berechtigt, ich bin aber andererseits ohnmächtig, hilf- und ratlos angesichts der brutalen Gewaltorgien in diesen Gegenden, die doch auch eine Wiege unserer Zivilisation und Kultur waren und in denen Millionen von Menschen leben, die nach Frieden dürsten.

Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann, Schöneberg

Die Worte von Papst Franziskus sind noch nicht angekommen

Zum Artikel: „Neue Steuerregeln: Immer mehr Kirchenaustritte“ vom 10. August

Die programmatischen Worte von Papst Franziskus sind bisher in Deutschlands Kirchen leider nicht angekommen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn Deutschland von einer neuen Kirchenaustrittswelle heimgesucht wird. Die Kirchen hier sind reich und allenfalls arm im Geiste. Das macht sie wenig glaubwürdig und attraktiv – besonders für junge Menschen.

Roland Klose, per E-Mail