Leserbriefe

„Beide Städte sind prädestiniert“

Leser zur Initiative von Berlin und Hamburg, sich um die Olympischen Spiele 2024 oder 2028 zu bewerben

Warum immer „entweder Berlin oder Hamburg“? Es wird doch wie bei der Weltmeisterschaft möglich sein, Sportstätten in beiden Städten für die Olympischen Spiele zu nutzen. Beide Städte sind prädestiniert, und abgesehen vom Bau des BER beziehungsweise der Elbphilharmonie in Hamburg kann doch unterstellt werden, dass bis zum angedachten Termin die Sportstätten fertig sind. Wieso müssen dann überhaupt derart immense Kosten für eine „Bewerbung“ ausgegeben werden?

Bernd Ibscher, per E-Mail

Wenn man von den erforderlichen Summen in Höhe von rund zwei Milliarden Euro hört, ist man doch etwas, gelinde ausgedrückt, irritiert. Berlin schwimmt ja bekanntlich nicht gerade in Geld. Als Sportsenator ist es Frank Henkels Pflicht, hier für die Olympischen Spiele einzutreten, ohne Zweifel. Doch sollte er auch die realen negativen Gegebenheiten Berlins dabei zur Kenntnis nehmen. Klaus Wowereits Sparen, bis es quietscht, bringt die Stadt an die Grenze ihrer Verträglichkeit. Schulen müssen teils schon in Eigenregie saniert werden, marode Kinderspielplätze bekommen ein Absperrgitter wegen Gefährdung der Kinder. Es gibt insgesamt viel unerfreuliche Gegebenheiten für den Berliner, der beim zukünftigen Abenteuer Olympia nur die Schultern zuckt und erstaunt ist, dass TXL wohl bald seine Flüge einstellen wird.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Die Aussagen von Frank Henkel sind recht eindeutig. Eigentlich interessiert ihn die Meinung der Berliner nicht, er zieht sein Projekt durch. Die Onlinebefragung lässt die alles entscheidende Ja/Nein-Frage nicht zu, was deren Qualität gegen null sinken lässt. Die angepeilten zwei Milliarden Euro dürften zu fünf Milliarden werden, für eine Veranstaltung, die keiner braucht. Die Nutzung der vorhandenen Sportstätten ist fragwürdig, wenn schon für eine unbedeutende Veranstaltung wie die Schwimm-EM die Schwimmhalle an der Landsberger Allee nicht ausreichen soll. Diese Halle war in der Olympiaplanung für das Jahr 2000. Dieser Olympia-Wahnsinn sollte gestoppt werden.

Christian Hahn, Schöneberg

Es muss ein Sanierungsplan für alle Straßen aufgestellt werden

Zum Artikel: „Hitze und Regen ruinieren Berlins Straßen“ vom 12. August

Dass die Mittel für die Straßenunterhaltung nicht ausreichen, ist bekannt. Berlin und Brandenburg als Transitland sollten die Mittel auf wenigstens jährlich 150 Millionen Euro (in Berlin) steigern. Bei mir ist die Finckensteinallee saniert worden, aber die Carstennstraße ist in einem jämmerlichen Zustand, so wie viele Straßen in Berlin und Brandenburg. Beide Bundesländer sind aufgefordert, einen Sanierungsplan für alle Straßen aufzustellen und die stark befahrenen Straßen vorrangig in die Unterhaltung zu nehmen. Gleiches gilt für die maroden Brücken, sie müssen endlich saniert werden.

Thomas Splittgerber, Lichterfelde

Eine gründliche Sanierung würde nicht den Senat mehr als 500 Millionen Euro kosten, sondern ausschließlich den Steuerzahler.

B. Siegemund, per E-Mail

Das soll ja wohl ein Witz sein: Berlins Straßen verrotten seit Jahrzehnten, überall löst sich der Asphalt, und wenn nun der Regen in den Schlaglöchern steht, dann liegt es doch wohl an den Löchern und nicht am Regen, oder?

Johannes Thaten, per E-Mail

Neue Privatschulen werden das Problem nicht lösen

Zum Artikel: „Wir sind jetzt auf der Suche nach Sponsoren“ vom 13. August

Privatschulen sind nicht die Lösung für Schulprobleme. Ich bin seit acht Jahren Lesepatin an einer Grundschule in Berlin und habe ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass Kinder der dritten Klasse noch nicht fließend lesen können. Aber die wichtigste Erfahrung ist, dass diese Kinder nur so lange aktiv am Schulunterricht teilnehmen, wie sie sich nicht wirklich anstrengen müssen, das heißt, sie bekommen vom Elternhaus ohne Gegenleistung Geschenke, Sachen, die gerade in Mode sind, und zeigen daher keine Anstrengungsbereitschaft. Sowie es schwierig wird, melden sie sich ab und machen etwas anderes oder interessieren sich nicht mehr für das Fach. Also werden neue Privatschulen das Problem auch nicht lösen. Denn wie man dort richtig sagt: Die Schüler müssten mit Eltern und Lehrern am selben Strang ziehen, tun sie aber nicht

Regina Kröning, Spandau