Leserbriefe

„Preispolitik in den Bädern korrigieren“

Leser zu den Protesten von Mitarbeitern gegen den Führungsstil des Chefs der Berliner Bäderbetriebe

Es ist völlig unverständlich, wenn der Vorstandsvorsitzende der Berliner Bäder-Betriebe öffentlich Missstände in der Personalwirtschaft seines Verantwortungsbereiches beklagt. Wer, wenn nicht er, hat die Gestaltungsmacht und –verantwortung für alle Belange seines Betriebes. Dass seine realitätsfernen Visionen („die Leute wollen baden, nicht schwimmen“) zur Schließung dringend von der Bevölkerung benötigter Schwimmbäder zugunsten des Neubaus von „Spaß-/Eventbädern“ ausschließlich der Gewinnerzielung dienen sollen, ist offensichtlich. Allerdings scheint der Erfolg dieser Planungen mehr als fraglich. Herr Bested Hensing sollte die Schuld für den gegenwärtigen Rückgang der Besucherzahlen nicht bei seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern vielmehr bei den horrenden und somit unsozialen Eintrittspreisen suchen, die viele Bürgerinnen und Bürger nicht mehr zahlen können oder wollen. Die neuerdings oftmals selbst bei gutem Wetter gähnende Leere in vielen Freibädern ist nur ein Beleg dafür, dass eine deutliche Korrektur der Preispolitik erforderlich ist. Der Versuch, bei Besucherschwund den wirtschaftlichen Status quo durch gravierende Eintrittspreissteigerungen zu erhalten, oder sogar zu steigern, zeugt nicht gerade von Bürgerfreundlichkeit sowie gesundheitspolitischer Verantwortung. Man fragt sich, ob hier der richtige Mann am richtigen Platz ist.

Hans Brand, Mariendorf

Die Badesaison ist fast vorbei, und der Vorstand der Berliner Bäder-Betriebe kritisiert den Personaleinsatz in seinem Unternehmen. Öffentlich wird die von der Unternehmungsleitung genehmigte Urlaubsplanung der Beschäftigten für die Hochsaison gerügt. Mehr Personal für die Bäder ist notwendig, was von Gewerkschaftsseite bestätigt wird. Der Vorstand stellt dann auch noch den Leistungswillen der Beschäftigten infrage. Die kritisierten Verhältnisse im Unternehmen sind sicherlich nicht erst während der Hochsaison 2014 bekannt geworden und eingetreten. In dem schon vom neuen Vorstand erstatteten und vom Aufsichtsrat bestätigten Geschäftsbericht für 2013 wird über die kritisierte Personallage nichts ausgeführt. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats unter Vorsitz des Senators für Inneres und Sport, Frank Henkel, hat sich im Rahmen des Geschäftsberichts und seiner Fortschreibung nicht zur Personal- und Organisationsentwicklung geäußert. Zwei der vier Organe der Gesellschaft haben die Vorbereitungen auf die Saison 2014 mehr oder weniger verschlafen. Bei den Auseinandersetzungen zum Übergang der Beschäftigten von einem Tarifvertrag (TV-L) in einen anderen Tarifvertrag (TVöD) wäre eine beratende Unterstützung der Beschäftigten gewerkschaftsseitig zu begrüßen gewesen. Für die nächste Saison der Bäder wird von allen Beteiligten im Unternehmen eine Vorbereitung erwartet, die den Ansprüchen eines kundenfreundlichen Unternehmens gerecht wird.

Joachim Jetschmann, Wilmersdorf

Autobahn-Bauarbeiten müssen so schnell wie möglich fertig werden

Zum Artikel „A 111: Autofahrer haben jetzt länger grün“ vom 8. August

Es ist schön für die Autofahrer, dass sie jetzt länger grün haben und wohl wieder etwas schneller ans Ziel kommen. Diese Maßnahme geht aber, mal wieder berlintypisch, am ursprünglichen Problem vorbei. Ich habe diesen Streckenabschnitt der Autobahn in den letzten zwei Wochen öfter befahren müssen und konnte dabei feststellen, dass am Wochenende gar nicht gearbeitet wird. Selbst in der Woche gab es Zeiten, als kein Arbeiter zu sehen war. Wie kann es sein, dass auf einem solch viel befahrenen Streckenabschnitt nicht täglich rund um die Uhr gearbeitet wird? Eine Prise mehr Grün soll hier wohl nur von der Fehlplanung beziehungsweise vom eisernen Sparwillen ablenken.

Bastian Zeinert, Hermsdorf

Alle Lehrer sollten eine Anwesenheitspflicht haben

Zum Artikel: „Schulreform verschreibt Lehrern Anwesenheitspflicht“ vom 5. August

In Dänemark werden die Volksschullehrer zur Anwesenheit an ihrem Arbeitsplatz verpflichtet. Stempelterminals sollen gewährleisten, dass die Lehrer ihren Unterricht auch tatsächlich nicht zu Hause vor- und nachbereiten. Dies sollte auch für Lehrer in Deutschland eingeführt werden. Dies wäre vorteilhaft für die Lehrer. Damit kann unzweifelhaft nachgewiesen werden, in welchem Umfang die Lehrer tatsächlich belastet gegebenenfalls überfordert sind durch die Vor- und Nachbereitung von Unterricht.

Olaf Weiser, Reinickendorf