Leserbriefe

„Die Weltgemeinschaft muss helfen“

Leser zum Völkermord an den Jesiden im Nordirak und zur Terrormiliz Islamischer Staat

Seit Wochen tobt der Völkermord der Terroristen des Islamischen Staats (IS) im Irak – und die Welt schaut zu. Endlich haben sich die USA dazu entschlossen, militärisch einzugreifen und auch Hilfsgüter abzuwerfen. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton will erst jetzt ein Treffen der EU-Außenminister organisieren, um auch über die Konflikte in Libyen und im Gazastreifen zu beraten. Unser Vizekanzler Sigmar Gabriel ist auch schon aufgewacht und will sich aus erster Hand über das Schicksal der verfolgten Jesiden informieren. Liest der Mann keine Zeitungen und verfolgt er nicht die täglichen grauenhaften Nachrichten über das sinnlose Morden von unschuldigen Menschen? Aber auf keinen Fall will Deutschland Waffen an die Kurden liefern, um einen bereits stattfindenden Völkermord, welcher schon Tausende Opfer gefordert hat, zu hindern, sich weiter auszubreiten. Da liefert Deutschland lieber Panzer an Saudi-Arabien, die bezahlen ja auch dafür. Wo bleibt eigentlich die Hilfe der UNO und die der Nato, welche wir doch mitfinanzieren?

Reinhard Thümel, Lichterfelde

Als besondere Verantwortung gegen den weiteren Zerfall des Irak und damit für die verzweifelt um ihr Leben bedrohten Christen und Jesiden hat US-Präsident Obama jetzt endlich das getan, was schon längst wegen der bedrohten Lage in dieser Region zwingend nötig war. Dass dies auch eine Frage des Abwägens ist, mit der Unterstützung den Einfluss des Irans dort zu verhindern, ist sicher auch politisches Kalkül. Deutschland wird daher auch zu prüfen haben, wie und mit welchen Mitteln den Menschen in ihrer Todesdrohung am wirkungsvollsten geholfen werden kann. Weitere Aufnahme von Flüchtlingen wäre nicht die Lösung politischer Vernunft. Hunderttausende sind doch wohl nicht aufzunehmen, und nur tausend davon lindern nicht die Not der anderen. Wenn allerdings die Unterstützung mit wenigstens gleichwertigen Waffen an der deutschen Rechtslage scheitern sollte, dann sollte mal geprüft werden, in welche Länder nicht auch Waffen geliefert werden, obwohl es sich nicht ausschließlich um friedfertige Systeme handelt.

Harry Döring, per E-Mail

Die Zustände im Irak werden immer dramatischer. Die Jesiden erfahren ein unermessliches Leid. Die Einsätze der US-Luftwaffe sind ein erster Schritt, um die Menschen vor dem Schlimmsten zu bewahren. Jetzt wäre die EU an der Reihe, ein deutliches Signal an die IS-Kämpfer zu senden. Die derzeitige EU-Außenpolitik ist eine Katastrophe.

Christoph Luban, per E-Mail

Ihrem Artikel „Ein Volk auf der Flucht“ kann ich mit großem Entsetzen zustimmen. Durch die heutigen sozialen Netzwerke kann jeder in der Welt wissen, was da los ist. Wirklich nicht mehr zu überbietende grauenvolle Abschlachtereien müssen die Weltengemeinschaft aufrütteln,um gemeinsam zu helfen. Da kann man den amerikanischen Präsidenten nicht allein lassen. Hoffentlich findet sich eine kluge internationale Allianz ein.

Michael Korb, per E-Mail

Unsere Hochachtung und unser Dank gilt den USA. Sie sind die einzige Nation, die sich den internationalen Mörderbanden noch entgegenstellt. Nur sie bieten den Menschen noch Sicherheit. Schändlich dagegen das Verhalten der Nationen des einst so bedeutenden Europas, das heute in der unfähigen EU einem Einheitsbrei entgegengeht.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Rotlichtsünder sollten drastisch bestraft werden

Zum Artikel: „Die tödliche Gefahr“ vom 7. August

Man sollte den Kfz-Fahrern bei Unfällen mit Radfahrern nicht vorschnell die Schuld geben. Der größte Teil dieser Unfälle geschieht nach meiner Erfahrung als aktiver Lkw-Fahrer, weil Radfahrer die auf Rot geschaltete Fahrradampel, die eher Rot anzeigt als die Pkw-/Lkw-Ampel, um ein Abbiegen nach rechts überhaupt zu ermöglichen, rigoros ignorieren. Die einzige Möglichkeit, dieser Ignoranz entgegenzuwirken und die Unfallzahlen zu senken, sind drastische Strafen für alle Rotlichtsünder – so wie es in vielen europäischen Ländern schon üblich ist.

René Bauer, Französisch Buchholz

Kein Wunder, wenn viele Kraftfahrzeuge an Kreuzungen/Ampeln die von hinten kommenden Radler gar nicht sehen können: Viele Kraftfahrer stellen ihre zwei Außenspiegel völlig falsch ein und gucken sich damit ihre Türfenster hinten an, statt die Fahrspur neben der eigenen.

Siggi Limprecht, per E-Mail