Leserbriefe

„Anschwärzen ist verwerflich“

Leser zu Ferienwohnungen, die angemeldet werden mussten und nur dann noch bis Mai 2016 erlaubt sind

Die Sicht des Berliner Senats ist nicht bürgerfreundlich. Es stimmt nicht, dass viele Ferienwohnungen nun unangemeldet betrieben werden. Richtig ist: Viele Ferienwohnungen existieren nun einfach nicht mehr. Wir sind eine Patchwork-Familie mit zwei eigenständigen Wohnungen, die wir auch beide nie aufgeben werden. Wir sind beide beruflich relativ viel verreist. In dieser Zeit haben wir eine oder sogar beide Wohnungen immer wieder an Touristen vermietet. Neben tollen Erlebnissen haben wir ein paar Euro dazuverdient. Das machen wir nun nicht mehr. Aber unsere Wohnungen werden deswegen trotzdem nicht auf den Berliner Wohnungsmarkt kommen. Wir selbst geben nun nur etwas weniger Geld in Berlin aus. Der Senat sollte sich lieber wieder mehr lösungsorientiert um den Bau wirklich günstiger Wohnungen kümmern, statt noch mehr Gewerbefläche zu genehmigen. Der Senat sollte auch nicht noch mehr der Hotellobby erliegen. Diese will natürlich noch mehr Einnahmen erzielen. Dem kleinen Bürger wird genau das aber verboten.

Carsten Greinert, per E-Mail

Die Aufforderung, dass Nachbarn Ferienwohnungen dem Amt melden sollen, weil das Amt nicht das Personal für die Ermittlungen hat, finden wir besonders verwerflich. Das sind Methoden aus einer anderen Zeit. Andererseits werden wir von staatlichen Stellen, voran vom Regierenden Bürgermeister, aufgefordert, mehr Solidarität zu üben. Ist Anschwärzen etwa eine Form der Solidarität? Dabei hat das Land Berlin in den vergangenen 40 Jahren ständig versäumt, bezahlbare Wohnungen zu schaffen. Das wird jetzt auf dem Rücken der Bürger ausgetragen. Es ziehen immer mehr Menschen nach Berlin. Jetzt suchen immer mehr Menschen, auch bedingt durch Arbeitslosigkeit, kleinere, bezahlbare Wohnungen. Ihre bisherigen Wohnungen werden also frei, aber die Wohnungsbaugesellschaften lassen sie häufig leer stehen, um sie zu sanieren und dann teuer zu vermieten oder als Eigentumswohnungen an Kapitalanleger teuer zu verkaufen, die sie dann teuer weitervermieten. In der Parksiedlung Lichtenrade beispielsweise stehen sehr viele Wohnungen seit langer Zeit leer (manche seit Jahren), und nachfragende Interessenten werden abgewiesen. Warum werden Wohnungsbaugesellschaften nicht bestraft, wenn sie Wohnungen der Wohnungswirtschaft lange entziehen? Unserer Meinung nach gibt es genug freien Wohnraum in Berlin, nur hat den noch keine Behörde erfasst.

Ursula und Joachim Voigt, Lichtenrade

Europa darf die Gefahr durch Ebola nicht ignorieren

Zum Artikel: „Heimkehr des Ebola-Kranken“ vom 8. 8.

Täglich erfährt man, eine Gefahr für Europa besteht nicht. Für den Fall der Fälle hat der Frankfurter Flughafen sogar eine Isolierstation. Die Inkubationszeit beträgt rund drei Wochen. Ein beträchtlicher Prozentsatz der täglich über das Mittelmeer kommenden Flüchtlinge stammt aus Westafrika und ist auf dem Landweg nach Libyen beziehungsweise Tunesien gelangt. Sie kommen auf überladenen Booten, eng gedrängt, es bedarf nur einer infizierten Person und das Problem potenziert sich. Entgegen bestehender Abkommen, Asylantrag und Asylverfahren im Ankunftsland, werden in Italien eintreffende Flüchtlinge zum großen Teil nach Norden, das heißt auch nach Deutschland „durchgewunken“. Welche Gesundheitskontrollen, wenn überhaupt, werden beim Eintreffen in Italien vorgenommen? Das Problem ist real und sollte nicht ignoriert werden.

Rudolf Zitzmann, Schmargendorf

Sie hätten Martins Anschuldigungen mit mir klären sollen

Zum Artikel: „Ein Protestant mit Kippa“ vom 3.8.

Ich finde es verwunderlich, dass Sie die nicht erfolgte Autorisierung des Gesprächs mit Martin kritisieren, es Ihnen aber nicht in den Sinn gekommen ist, mit mir Martins Anschuldigungen zu überprüfen. Ich habe ihn nie irgendetwas zu einem Balkon gefragt, weder in Weimar noch irgendwo anders. Aber Sie haben es nicht für nötig gehalten, das mit mir zu klären.

Tuvia Tenenbom, per E-Mail

Auto- und Radfahrer müssen sich gleichermaßen an die Regeln halten

Zum Artikel: „600 Prozent mehr Radwege“ vom 6. 8.

Alle sind Fußgänger, also 100 Prozent Platz für Fußgänger? So einen Blödsinn fordert wohl niemand. Ich bin Rad- und Autofahrer. Fahre ich im Auto hinter einem Radfahrer her, überhole ich erst, wenn es möglich ist. Beide Seiten müssen sich nur an die Verkehrsregeln halten.

Heinz Stark, per E-Mail