Leserbriefe

„Vorreiterrolle zum Wohle der Pferde“

Leser zum Protest des Tierschutzvereins gegen den Betrieb von Pferdekutschen in der Innenstadt

Ich verstehe die Aufregung über den Betrieb von Pferdekutschen in Berlin. Alleine schon wegen der Straßenverschmutzung durch den Pferdemist. Berlin ist sowieso eine sehr schmutzige Stadt, wenn man aus anderen Städten in Europa wieder nach Hause kommt. Wien ist in dieser Hinsicht als Vorbild zu bezeichnen, wenn es um das Halten und Einhalten von der Beanspruchung der Tiere im Fiakerbetrieb geht. Es gibt genaue Auflagen wie lange, wie oft und wie die Lenkzeiten für Pferde sein dürfen. Hier wäre der Senat gefragt und könnte ein Gesetz zum Wohle der Tiere verabschieden, das sich am Gesetz von Wien ausrichtet. Auch ist das Tragen von Exkremententaschen in diesem Gesetz festgehalten.

Hugo Röck, per E-Mail

Wir haben in Berlin einen chaotischen Straßenverkehr, das müssen wir den Pferden nicht auch noch zumuten. Die Pferde sind den Autoabgasen und dem harten Straßenpflaster bedingungslos ausgesetzt. Muss man erst darauf warten, dass einmal ein Pferd durchgeht und sich vielleicht noch schwer verletzt? Lasst in New York, Wien, und wie die Städte alle heißen, Pferdekutschen mit Touristen fahren. Aber Berlin sollte sich zum Wohle der Pferde für eine Vorreiterrolle entscheiden und aussteigen. Pferdekutschen in der Stadt sind Tierquälerei. Berlin will eine weltoffene Stadt sein, darum noch einmal: Macht Schluss mit den Pferdekutschen für Touristen in der Innenstadt.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Soll Ulbricht etwa nachträglich noch Recht erhalten?

Zum Artikel: „Eine Kirche spaltet die Stadt“ vom 31. 7.

Natürlich ist der „Tag von Potsdam“, an dem das eine Scheusal (Goebbels) das andere Scheusal (Hitler) durch den wohlinszenierten Händedruck mit einem bereits vergreisten und überrumpelten Ersatzkaiser adeln ließ, eine schwere Hypothek. Aber was hat dieser (leider erfolgreiche) Propagandatrick mit dem Gebäude Garnisonkirche zu tun? Und wird nicht auch umgekehrt ein Schuh daraus – soll Ulbricht, der Zerstörer des Berliner Stadtschlosses, der Garnisonkirche und so vieler anderer erhaltenswerter Gebäude, nachträglich Recht bekommen?

Wolf-Rüdiger Heilmann, Schöneberg

Der wachsende Tourismus bringt der Stadt Einnahmen

Zum Artikel: „Auf dem Weg zum sanften Tourismus“ vom 26. Juli

Jeder kann sich über die Tourismussteigerung nur freuen. Sie bringt Arbeitsplätze und damit eine gute Arbeitslosenquote in Berlin. Wir haben nur wenig Wirtschaftszweige mit deutlichem Anstieg. Damit erhält natürlich die Stadt auch mehr Einnahmen. Die Mehrwertsteuer, die Bettensteuer, die Einkommenssteuer und viele weitere Steuern müssen richtig zu Buche schlagen. Mir ist nur nicht ganz klar, wofür das eingenommene Geld verwendet wird. Logisch wäre die Pflege vieler öffentlicher Plätze, Straßen, die Sauberkeit in der gesamten Stadt. Es müsste ganz einfach ein Bewusstsein auch für die Touristen entwickelt werden, und die favorisierten Bereiche dürfen nicht vernachlässigt werden. Natürlich ist immer ein Widerspruch auch mit uns Berlinern zu befürchten, aber alle sollten immer wieder an die durch den Tourismus geschaffenen Arbeitsplätze denken. Wir sind, oder wollen, eine große Weltmetropole sein, also haben wir uns auch allen damit verbundenen Aufgaben zu stellen. Ich habe leider die Befürchtung, dass das eingenommene Geld zweckentfremdet wird. Zukunft ist aber wichtiger und der Gedanke an ausbleibende Touristen verschlägt mir den Atem. Also bitte gut und fürsorglich mit unseren Besuchern und ihren gefüllten Geldbörsen umgehen.

Lothar Otterstätter, Mariendorf

Der Preis für diese Art von Energiegewinnung ist zu hoch

Zum Artikel: „Umweltbundesamt will weitgehendes Fracking-Verbot“ vom 31. Juli

Die Bevölkerung muss weiterhin über das üble Fracking aufgeklärt werden. Den Preis, den die Menschheit für diese Art der Energiegewinnung bezahlen würde, wäre zu hoch. Sicher würden wir als Verbraucher erst einmal eventuell einen geringeren Preis für Heizkosten haben. Soweit mir bekannt ist, ist das Wasser, das beim Fracking in den Boden gepresst wird, danach Sondermüll. Wir Menschen haben schon genug Tierarten auf unserem Gewissen und müssen nicht noch zusätzlich den Rest und damit auch uns zerstören. Wir haben andere Lösungen parat und sollten diese nutzen.

Helmut Paske, Spandau