Leserbriefe

„Neue Wege in der Jugendhilfe gehen“

Leser zu den steigenden Kosten bei den Hilfen zur Erziehung, mit denen der Senat Familien unterstützt

Es ist schon unglaublich, dass seit dem Jahr 2006 versucht wird, in Berlin ein Fachcontrolling einzuführen, es aber immer noch nicht gelungen ist. Das kann aber auch daran liegen, dass kein qualifiziertes Personal vorhanden ist. Der übliche Sozialarbeiter ist hierfür auch nicht qualifiziert. Für das Thema Qualität und Wirtschaftlichkeit im Sozialwesen gibt es speziell ausgebildete Fachkräfte (Studiengang Sozialwirtschaft). Man müsste eben auch mal neue Wege gehen. Nur innovative Fachkräfte können verkrustete Strukturen aufweichen. Wie lange soll es noch so weitergehen? Offenbar hat man für viele Ausgabenerhöhungen keine Erklärungen. Hier fehlen auch aussagekräftige und objektive Studien, die nicht von den Unternehmen der Sozialwirtschaft beeinflusst werden. Solche können erstellt werden, wenn entsprechende Forschungsstipendien an Spezialisten vergeben werden. Der Preis hierfür wäre im Verhältnis zu den Gesamtausgaben der Jugendhilfe verschwindend gering. Wann wird endlich Licht ins Dunkel der Maßnahmen der Jugendhilfe gebracht?

Dominik Kellner, Diplom-Sozialwirt

Der Bürger kann das nicht verstehen, wie die Politiker das Hilfssystem so ausufern lassen können. Familien und Kinder brauchen Hilfe? Was haben nur die früheren Generationen gemacht? Es ist doch klar, je mehr Familienberatungen, Jugend- und Wohngemeinschaften es in privater Hand gibt, um so mehr muss der Steuerzahler dafür ausgeben. Die privaten Betreiber haben doch kein Interesse, diese hervorragende Einnahmequelle zu reduzieren. Jeder Sozialhelfer ist natürlich bestrebt, seine Klientel, den Kreis von Hilfsbedürftigen, so groß und so lange wie möglich zu halten. Wer sägt schon den Ast ab, auf dem er sitzt? Solange der Staat und das ist hier jeder Steuerzahler, Geld gibt, so lange werden die 400 Millionen Euro gebraucht. Natürlich wird das jedes Jahr mehr.

Reinhold Wehler, per E-Mail

Dem Steuerzahler wird wieder in die Tasche gegriffen

Zum Artikel: „Lkw-Maut: Bund kassiert fast eine halbe Milliarde weniger“ vom 30. Juli

Die Lkw-Mautsätze werden ab 2015 laut Beschluss des Bundeskabinetts gesenkt. Warum? Nach dem Gesetz steht den Betreibern der Maut bei erheblichen Mindereinnahmen ein staatlicher finanzieller Ausgleich zu. Also wird dem Steuerzahler wieder in die Tasche gegriffen. Das sind alles hausgemachte Gemeinheiten, die wieder den Bürger belasten. Unsere Politiker waren schon immer sehr erfinderisch, wenn es darum geht, dem einzelnen, oftmals armen Steuerzahler, das Geld abzunehmen und sich selbst maßlos die Diäten zu erhöhen.

Wolf-Dietrich Braun, per E-Mail

Dauernd fordern die Bäderbetriebe neues Geld aus Steuermitteln

Zum Artikel: „Mitarbeiter im Sommerurlaub: Berliner Bäder müssen schließen“ vom 30. Juli

Erinnern wir uns: Als die Bäderbetriebe die Bäder von der Stadt übernahmen, warben sie hauptsächlich damit, dass sie weitaus flexibler seien als der öffentliche Dienst, insbesondere hinsichtlich der Öffnungszeiten und des Personaleinsatzes. Und jetzt? Dauernd wird neues Geld aus Steuermitteln gefordert. Die Öffnungszeiten sind starr, die Eintrittspreise zu hoch und der „flexible“ Chef ist nicht in der Lage zu verhindern, dass die Mitarbeiter in der Hauptsaison in Urlaub gehen. Wie lautet schnell noch einmal der alte Spruch? Wer als Weihnachtsmann arbeitet, kann nicht zu Weihnachten Urlaub machen. Unfähigkeit auf ganzer Linie, und immer sind die anderen schuld.

Regina Kröning, Spandau

Was klappt denn in dieser Stadt überhaupt noch? Die langjährige Sparpolitik des Berliner Senats zeigt jetzt überall den Mangel, zum Wohle der Bürger geschieht kaum noch etwas. Da haben wir außer dem Mangel an intakten Schwimmbädern auch noch die total überlasteten Ämter mit langen Warteschlangen, marode Straßen, zu wenige Lehrer. Das sind nur einige Beispiele. Wie soll das denn in Zukunft klappen, wenn die Zuwanderung nach Berlin weiter zunimmt? Gelder werden an anderer Stelle verschwendet, wie beispielsweise beim Flughafen BER, der wohl niemals fertig wird. Außerdem sollte in Zukunft auch mit der Flüchtlingspolitik anders umgegangen werden. Sie kostete die Stadt innerhalb eines Jahres rund 100 Millionen Euro und wurde zudem auch Menschen zugebilligt, die sich hier auf nicht legale Art eine Daseinsberechtigung geschaffen haben.

Dr. Barbara Scheffler, per E-Mail