Leserbriefe

„Pläne für Tegel sind Luftschlösser“

Leser zu den Olympia Plänen des Senats und zum Start des Ex-Siemens-Managers Jörg Marks am BER

Für mich ist unerklärlich, dass der Senat immer noch das Ziel von Olympischen Spielen in Berlin verfolgt. Im Prinzip sind es doch Luftschlösser, den Flughafen Tegel als olympisches Dorf zu kreieren. Wer sagt dann, wann sich Tegel vom Flugverkehr verabschiedet? Und wenn man so leichtsinnig sein sollte und TXL schließt, kann man davon ausgehen, dass der BER für den zukünftigen Flugverkehr als zu klein bemessen ist. Der Bau der Zentral- und Landesbibliothek wurde noch vom Volk gebremst, doch ich möchte nicht wissen, was dafür bereits an Geld ausgegeben wurde. Spar-Vorschläge werden einfach übergangen. Nur das Feinste, Teuerste und Beste soll wohl realisiert werden. Die Bevölkerung sorgt sich hingegen über Schulen und demnächst geschlossene marode Spielplätze in Berlin, sowie Personal-Einsparungen beim Dienst am Bürger.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB), Klaus Wowereit, hat für bisherige BER-Pannen auch schon einmal gerne renommierte Firmen wie Siemens verantwortlich gemacht. Nur, Siemens ist nun wahrlich nicht dafür verantwortlich, wenn die FBB die Pläne zugunsten der Funktionsfähigkeit der Brandschutzanlage nicht im ausreichenden Maße zur Verfügung stellt. Bleibt zu hoffen,

das der neue FBB-Technikchef Jörg Marks hier einen Durchbruch erzielen kann. Ein weiteres Ärgernis ist die Tatsache, dass Wowereit den Flughafen Tegel bereits für die Olympischen Spiele verplant hat. Sollte der BER ans Netz gehen, wird es Kapazitätsengpässe geben. Auch die von FBB-Chef Hartmut Mehdorn vorgeschlagene weitere Nutzung von Schönefeld-Alt steht noch immer in den Sternen.

Holger Voss, Spandau

Den Vorschlag, den der Senat für die Olympiabewerbung vorlegen will, finde ich richtig gut. Berlin hat ideale Voraussetzungen für die Durchführung von Olympischen Spielen. Viele Sportstätten sind vorhanden, einige müssen saniert werden wie das Sportforum Hohenschönhausen und der Jahnsportpark. Alles Leistungen, die ohnehin anstehen. Wohnungen brauchen wir sowieso. Potsdam, Leipzig, Warnemünde und Anlagen wie die Wassersportanlagen auf dem Beetzsee in Brandenburg stehen zur Verfügung. Die Bürger werden sich freuen, mit einer aufgemöbelten Infrastruktur Gastgeber für das beliebteste Sportfest der Welt sein zu dürfen. Nun sollen die Bürger entscheiden.

Fritz Niedergesäß, Bohnsdorf

Politiker müssen dem Töten Einhalt gebieten

Zum Artikel: „Was macht der Krieg mit den Kindern“ vom 2. August

Täglich verfolge ich die Ereignisse in Gaza und Israel. Ich habe den Zweiten Weltkrieg zusammen mit meinen fünf Geschwistern in Berlin erlebt und erlitten. Was wir als Kinder damals durchmachten, hätte eine Warnung für alle Kriegstreiber in der Welt sein müssen. Wir haben uns bei den Bombenangriffen die Ohren zugehalten, geweint, uns an unsere Mutter und Geschwister geklammert, vor Angst bei den Einschlägen der Bomben in die Hosen gemacht, und wir haben Fingernägel gekaut und abgebissen. Wir brauchten Jahre, um das alles zu verarbeiten und haben es noch heute nicht ganz überwunden. Die Seele der Kinder wurde und wird getötet. Für immer und immer. Wenn ich an die Kinder in Israel und Gaza (beide Länder kenne ich von Reisen) denke, verstehe ich die Politiker in aller Welt nicht, warum hier dem Töten nicht Einhalt geboten wird. Stoppt diesen wahnsinnigen Krieg, gebt Kindern ihre Kindheit zurück und gebt Palästina – oder den Palästinensern ein Stück Land, in dem sie leben können. So geht es nicht weiter. Ich leide mit den Menschen auf beiden Seiten.

Regina Schwenke, per E-Mail

Obstbauern haben schon immer billige Arbeitskräfte beschäftigt

Zum Artikel: „Sauer verdiente Kirschen“ vom 3. August

Sie haben es schon schwer, die brandenburgischen Obstbauern. Dabei wurden dort schon immer gern billige Arbeitskräfte genutzt. Zu DDR-Zeiten waren das unter anderem Ostberliner Schüler. Ich entsinne mich, in Werder für 2,50 Mark die Stunde Erdbeeren gepflückt zu haben. Woher will der Landwirt eigentlich wissen, dass die Lebenshaltungskosten in Polen so viel niedriger sind? Benzin kostet fast das Gleiche wie in Berlin, und nach einem Besuch in einem polnischen Discounter würde man auch keine großen Preisunterschiede feststellen.

Ralf Drescher, Lichtenberg