Leserbriefe

„Absolut geeigneter Standort“

Leser zu einer möglichen Nutzung des Berliner ICC als neue Zentral- und Landesbibliothek

Nun haben Gutachter für viel Geld festgestellt, was man bei Benutzung des normalen Menschenverstandes auch schon so wusste: Das Internationale Congress Centrum ICC ist ein absolut geeigneter Standort für die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB). Da hilft es auch nicht, wenn die Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) mehr oder weniger deutlich Klientelpolitik für den Einzelhandel betreibt und dort einen weiteren Einkaufstempel haben möchte, den niemand braucht. Erstaunlich ist auch die negative Haltung der Leitung der ZLB. Es wird von einer unattraktiven Umgebung gesprochen und zu weiten Wegen von U- und S-Bahnhöfen. Das zeigt mir, dass sich kein Mitarbeiter die Mühe gemacht hat, mit der S-Bahn zum ICC zu fahren, denn sonst hätte er festgestellt, dass der S-Bahnhof Messe Nord direkt am ICC liegt und vor der Haustür diverse Buslinien halten. Der U-Bahnhof Kaiserdamm liegt ebenfalls in der Nähe, das ICC verfügt über ein eigenes Parkhaus. Was will man mehr? Es drängt sich vielmehr der Eindruck auf, dass diese Argumente nur vorgeschoben sind, um nicht ein paar Stationen weiter mit Bus oder Bahn zur Arbeit fahren zu müssen.

Achim Sahr, per E-Mail

Wie naiv muss man sein, wenn man denkt, bei der Realisierung der künftigen ZLB gehe es einigermaßen demokratisch zu. Es wäre interessant zu erfahren, wie viel Geld bereits für Gutachten, Planungen und Wettbewerbe für das Projekt Zentralbibliothek auf dem Tempelhofer Feld verpulvert wurde. Jetzt den vernünftigen und preisgünstigsten Vorschlag, die ZLB in das ICC zu integrieren, herabzuwürdigen, ist kontraproduktiv und zeigt, dass es bei den Verantwortlichen scheinbar gar nicht klar ist, ob überhaupt eine ZLB benötigt wird.

Thomas Hansen, per E-Mail

Monokulturen verdrängen Produktion von Lebensmitteln

Zum Artikel: „Bauer sucht Land“ vom 19. Juli

Bereits seit Jahren beklagen die ortsansässigen Bauern, dass sie ihr Land nicht erweitern können, weil nur an Großinvestoren zu horrenden Preisen verkauft wird. Damit unterstützt der deutsche Staat nur ausländische Großkonzerne, die ihren Gewinn auf Kosten der deutschen Bevölkerung maximieren und zudem die größten Summen an Fördermitteln kassieren. Die Monokulturen an Raps und Sonnenblumen verdrängen die Produktion von Lebensmitteln für die Bevölkerung und lassen die Preise für Agrarerzeugnisse steigen. Die Frage ist seit Jahren nicht mehr Teller oder Tank, sondern nur noch Tank, weil er die größten Gewinne bringt.

Edelgard Richter, Wilmersdorf

In vielerlei Hinsicht ein schlechtes Schaufenster für Deutschland

Zum Artikel: „Olympia muss sich an Berlin anpassen“ vom 20. Juli

Ja, der internationale sportliche Wettkampf bei Olympischen Spielen ist immer eine Augenweide. Aber wenn der Präsident des Landessportbundes Klaus Böger meint, ,,man kann mit Olympischen Spielen in Berlin die Vielfalt und Lebensqualität dieser Stadt zeigen“ und weiter „Berlin als Schaufenster für ganz Deutschland präsentieren“, ist das nicht nachvollziehbar. Welche Lebensqualität meint er? Berlin hat eine sehr große Armutsgesellschaft und viel rohe Gewalt. Welches Schaufenster meint er? Berlins Schulen, öffentliche Gebäude und Straßen sind marode. Also ist Berlin derzeit in dieser Hinsicht ein schlechtes Schaufenster. Auch ein Olympisches Dorf mit mindestens 18.000 Wohnungen könnte sicherlich nie innerhalb des S-Bahn-Ringes gebaut werden. Der Senat will aber die bezahlbaren Wohnungen innerhalb des Ringes bauen. Olympische Spiele sind immer eine Bereicherung, aber bitte vor einer Bewerbung erst einmal die riesigen Berliner Tagesprobleme beseitigen. Danach gibt es noch viele Möglichkeiten für eine Bewerbung.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Bahn sollte andere Möglichkeiten zum Geldverdienen nutzen

Zum Artikel: „Rollende Litfaßsäulen“ vom 23. Juli

Die Deutsche Bahn hat 2002 die richtige Entscheidung getroffen. Es ist für Berlin nicht gut, wenn die S-Bahn bunt beklebt wird. Die Berliner identifizieren sich mit den typischen Farben – und so soll es auch bleiben. Die Bahn sollte andere Möglichkeiten suchen, um Geld einzunehmen. Es gibt auch noch viele Möglichkeiten, wo die Bahn Geld einsparen könnte. Als ständiger Benutzer der Bahn sehe ich täglich, wo Geld verschwendet wird.

Karl-Heinz Hoffmann, per E-Mail