Leserbriefe

„Wann endet Spirale der Vergeltung?“

Leser zu dem seit Tagen anhaltenden Nahost-Konflikt zwischen Israel und der radikalislamistischen Hamas

Das Leiden der Zivibevölkerung in Gaza ist zu bedauern, das Leiden der Bevölkerung in Israel ebenso. Leider geht völlig unter, welche Ziele die Hamas verfolgt: die Zerstörung des Staates Israel. Gerade erst hat einer ihrer Führer davon gesprochen, dass man alles vom Staatsgebiet Israels haben will. Seit der Staatsgründung 1948 wird versucht, mit Terror historische Fakten zu revidieren. Wenn morgen von den Palästinensern und den arabischen Staaten die Existenzberechtigung des Staates Israel anerkannt wird, kann Frieden sein.

Rudolf Zitzmann, Schmargendorf

Wir bewundern das Judentum, finden das Land und die Geschichte Israels faszinierend, haben Freunde dort, und dennoch leiden wir auch mit dem palästinensischen Volk. Hass, Vergeltung, Hetze und Ignoranz haben noch nie dem Frieden und der Verständigung gedient. Sie vergrößern das Leid nur. Wann endet endlich diese Spirale der Vergeltung?

Friedel Heinrich Binner, per E-Mail

Die Meldungen von immer neuen Offensiven, oft nach nur wenigen Stunden gebrochenen Waffenruhen und steigenden Opferzahlen stimmen traurig und wütend zugleich. Solange aber beide Seiten mit Trotz weitermachen, ist keine Seite besser als die andere. Es zeugt nicht von Schwäche, Fehler zuzugeben, um Verzeihung zu bitten und somit auf den anderen zuzugehen, sondern von Größe, Stärke und Vernunft. Wie viele Menschen müssen noch diesem sinnlosen Morden zum Opfer fallen?

Constanze Thietz, per E-Mail

Als Muslim muss ich gegen Israel sein, als Jude oder Christ naturgemäß zu Israel stehen. Als konservativer Europäer unterstütze ich die Regierung in Kiew, als Linker muss ich Putin-Versteher sein – das ist mir alles zu platt. Ich misstraue allen Seiten: denjenigen, die auf Waffen setzen, Politikern, die sich mit Tarnanzug und ihren Generälen präsentieren, und Menschen, die Gewalt predigen mit religiösen oder nationalpatriotischen Gelaber. Das hat denen, die am meisten unter denen Kriegen leiden, noch nie geholfen, und das sind die einfachen Menschen, die in Europa, Afrika und im Nahen Osten gerade in Massen leiden und sterben.

Markus Meister, Kassel

Warum vergisst man, wenn über den Gaza-Krieg berichtet wird, dass die israelische Bevölkerung schon längere Zeit unter permanenten Raketen- Beschuss aus Gaza leidet? Hat denn Israel nicht das Recht, wie jedes andere Land, sich und seine Bürger zu verteidigen?

Arne Matuk, Gropiusstadt

Die Politik in Deutschland muss endlich handeln

Zum Artikel: „Staatsschutz ermittelt nach Hasspredigt gegen Imam“ vom 22. Juli

Dass aus einer Berliner Moschee dem Staate Israel der Tod erklärt wird, dass jüdische Menschen von der Polizei geschützt werden müssen, da sie bedroht werden, ist eine Schande. Zum Skandal wird die Schande, wenn die Politik nicht endlich handelt. Es darf nie ungestraft zu Tötungsdelikten aufgerufen werden.

Ulrich Merz, per E-Mail

Jeder weiß, dass Deutschland längst zum Spielfeld von organisierten und militanten Parteigängern mit islamistischem Hintergrund geworden ist. Diese Personengruppe weiß, dass ihre Aktivitäten in Deutschland nahezu ungestraft entwickelt werden können, da die Polizei durch die Politik zu einer Schülerlotsentruppe verkommen ist. Die Versäumnisse der multikulturell verklärten Politik der vergangenen Jahrzehnte fangen an sich auszuwirken.

Karl-Heinz Rütz, per E-Mail

„Arafat, Arafat, ...“, so tönte es durch Frankfurts Straßen. Haben wir denn schon vergessen, wie viel jüdisches Blut dieser „Politiker“ im Laufe seines Lebens an seinen Händen hatte? Wie ist es möglich, dass diese sich mit den Massenmördern der Hamas solidarisch zeigenden Demonstranten so unverblümt auf deutschem Boden den neuen Antisemitismus propagieren? Haben wir nicht viel zu lange auf die Neben- und Hintereingänge unserer Gesellschaft geschaut, ob irgendwo etwas Antisemitisches eindringen könnte und dabei einseitig nur auf rechtsradikale Gruppen geachtet? Und so haben wir offensichtlich immer noch nicht begriffen, dass der neue Antisemitismus geradewegs durch unseren Haupteingang gestiefelt kommt.

Joachim Kretschmann, Villingen-Schwenningen