Leserbriefe

„Ganz großer Sport im besten Sinne“

Leser zu der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien und dem Sieg der deutschen Nationalmannschaft

Große Gratulation an die echten Akteure der Weltmeisterschaft und an alle, die sich nun als Weltmeister fühlen. Was sollten wir aus dem Titelgewinn lernen? Es kommt nicht auf einen Superstar an, sondern auf gemeinschaftliches Handeln. Damit erringen wir Deutschen Anerkennung in der Welt, im Sport, in der Wirtschaft, im Alltag und beim Ringen um den Weltfrieden.

Georg Maus, Potsdam

Deutschland ist zum vierten Mal Fußballweltmeister geworden. Damit ist Jogi Löw den Makel der Titellosigkeit endgültig los.

Albert Alten, per E-Mail

Trotz berechtigter Kritik an Luxusquartier und perfekt einstudiert wirkender Marketing-Show, ist dieser Titel, auch angesichts der Arbeit der vergangenen zehn Jahre, mehr als verdient. Diese Mannschaft hat immer Teamgeist, Respekt und Fairplay gegenüber Mit-, Gegenspielern und Zuschauern ausgestrahlt und Erfolge gefeiert, aber mit gewisser Demut und Bodenständigkeit. So macht Fußball Spaß, das war im Geist der 54er-Mannschaft um Fritz Walter, ganz großer Sport im besten Sinne.

Markus Meister, Kassel

Die Titelseite der Berliner Morgenpost am Tage des Endspiels mit dem Kreuzgitter der Namen der möglichen Startelf gegen Argentinien war nicht nur eine phantastische Idee, sondern auch großartig wegen der exakt dazu passenden Namen, die zur Lösung „Weltmeister“ führten. Das war ein gutes Omen für unser aller Wunsch, der schon wenige Stunden später in Erfüllung ging.

Norbert Gewies, KonradshöheNie ist der Zwiespalt in mir so tief und beinahe greifbar offensichtlich, wie an solchen Tagen, an denen Deutschland Fußballweltmeister wird.

Da kämpfen 22 Multimillionäre um einen goldenen Pokal, um damit künftig noch mehr Geld zu verdienen. Und unsere Bundeskanzlerin und unser Bundespräsident lächeln dazu gnädig in die Kameras. Und dann sitze ich vor der Glotze und fiebere und freue mich dann doch, wenn wir Weltmeister geworden sind.

Michael Maresch, München

Obwohl mein Interesse für Fußball seit mehr als 20 Jahren immer mehr schwindet, gönne ich der deutschen Mannschaft den Erfolg bei der Fußball-WM. Das ist aber auch schon alles, denn Freude kommt bei diesem ganzen Medientheater rund um den Fußball bei mir schon lange nicht mehr auf. Was war das für ein Hype und eine Hysterie in den vergangenen drei Wochen. Die wichtigen politischen Weltereignisse rückten in den Hintergrund. Da macht man sich wirklich Sorgen, wie das in Zukunft weitergehen soll. Wie schön war es noch vor einigen Jahren, als es noch keine Fanmeile gab und man Fußballspiele im Kreise der Familie oder mit Freunden noch wirklich genießen konnte. Die Spaßgesellschaft von heute hat diese Tradition vernichtet und kann sich leider nur noch lautstark in Massen artikulieren und freuen.

Thomas Henschke, per E-Mail

Nutzen entsteht aus dem großen Endspiel, wenn alle das Einsehen haben, dass es genauso gut andersherum hätte ausgehen können. Denn dann kann sich alle Welt mit denen freuen, die so offensichtliches Glück hatten. Und wenn die dann auch noch klug genug sind, nicht vom „Geschichte schreiben“ zu reden, dann wird sich die ganze Welt – ohne die Geschichtsschreiber befragen zu müssen – auch noch in vier Jahren mit Freude daran erinnern.

Martin Ackermann, per E-Mail

Mussten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck wirklich zum Endspiel nach Brasilien fliegen? Hätte es nicht genügt, die Mannschaft in Berlin zu empfangen?

Karl-Heinz Glöckner, Biesenthal

Dass alle an der Weltmeisterschaft teilnehmenden Nationen Weltmeister werden wollen, ist zu verstehen. Deshalb aber nicht um den 3.Platz spielen zu wollen, ist moralisch fragwürdig. Auch hier gilt der olympische Gedanke, die Teilnahme steht über allem.

Wolfgang Bendler, per E-Mail

Fußball ist ein Spiel. Deshalb ist sein Verlauf das Wichtigste, wenn auch das Ergebnis entscheidet. Das ist auch der Grund, warum die Meinungen über die Spiele häufig auseinandergehen. Nachhaltig bleibt der Spielverlauf zur Beurteilung übrig. Hier bleibt für die deutsche Mannschaft noch einiges zu tun. Zu oft werden noch Bälle unpräzise zugespielt, der weiträumige Flankenwechsel wird zu wenig gewagt. So ist das Angriffsspiel für die Gegner berechenbar.

Gottfried Hecht, per E-Mail