Leserbriefe

„Es ist beschämend“

Leser zur kurzzeitigen Besetzung des Fernsehturms durch 40 Asylbewerber und die Reaktion der Politik

Es ist beschämend, dass es eine demonstrativ weltoffene und multikulturelle Stadt wie Berlin nicht in Einigkeit durchsetzen kann, den von Krieg und Terror gebeutelten Flüchtlingen dauerhaft eine menschenwürdige Bleibe zu sichern. Dass gegen die auf ihre Not aufmerksam machenden Flüchtlinge Anzeige wegen Hausfriedensbruchs erhoben wurde, zeigt leider sehr deutlich, dass es mit dem weltoffenen Gedanken noch nicht weit her sein kann. Die blockierenden Entscheidungsträger sollten sich vor Augen führen, dass niemand gerne seine Heimat auf diese Art und Weise verlässt.

Constanze Thietz, AG Migration SPD Berlin

Nachlässigkeit und Ignoranz werden früher oder später bestraft. Das zeigt sich jetzt an der Besetzung des Fernsehturms. Und das wird auch nicht das Ende sein. Warum bekommen die Besetzer und auch deren Unterstützer keine Geldstrafen und Strafbefehle wegen Nötigung, Erpressung und Körperverletzung?

Christa Korschunow, per E-Mail

Das war zu erwarten, nach der ersten Erpressung folgt eine weitere. Und dann werden – wie in Australien – Androhungen gemacht, um den Staat zu erpressen. In Australien bleiben die Politiker konsequent. Der Premierminister sagte, er glaube nicht, dass irgendein Australier wollen würde, dass wir vor moralischer Erpressung kapitulieren. Wie sieht es bei uns aus? Hier wird nicht die Mehrheit befragt. Unsere Politiker treffen keinerlei Entscheidungen. In allen anderen Ländern hingegen herrschen, was den Umgang mit Flüchtlingen und Asylbewerbern angeht, klare Verhältnisse. Es ist beschämend, wie die EU Italien als ihr Mitglied im Stich gelassen hat. Damit fing doch die ganze Masseneinwanderung an.

Regina Kröning, Falkenhagener Feld

Es war selten leichter Wohnungen zu verkaufen als derzeit

Zum Artikel: „Maklerprovision – Branche kritisiert Pläne des Senats“ vom 8. Juli

In Berlin werden für kleine Eigentumswohnungen mittlerweile sogar nicht selten Pauschalprovisionen von zehn Prozent des Verkaufspreises genommen. Außerdem sollte nicht übersehen werden, dass es selten leichter war, eine Eigentumswohnung zu verkaufen als derzeit. Angesichts dieser Zustände kann ich die Pläne sowohl von Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) und Finanzsenator Ulrich Nußbaum (SPD) nur begrüßen. Der Hinweis auf die erhöhte Grunderwerbssteuer in Berlin ist in diesem Zusammenhang irrelevant und hat nichts mit der Maßlosigkeit vieler Berliner Makler zu tun. In diesem Zusammenhang von Vertragsfreiheit zu sprechen, ist einfach nur zynisch.

Lutz Havekost, Erkner

Die Kritik an den Plänen des Senats ist aus Sicht der Makler-Branche verständlich, doch künftige Käufer können diese Initiative nur begrüßen und herbeisehnen. Es ist kaum nachvollziehbar, dass jahrzehntelang diese käuferunfreundliche Vertragskonstruktion marktkonform war. Wir brauchen schnell eine gesetzliche Regelung, die das Bestellerprinzip gültiges Recht werden lässt.

Wolfgang Heller, Westend

Es ist wichtig zu wissen, was andere Länder politisch planen

Zum Artikel: „Neuer US-Spion in Berlin enttarnt“ vom 10. Juli

Was regen sich Politiker so auf? Spionage gehört einfach zur Realität in unserer Welt, auch unter Freunden. Und es ist auch Realität, dass die Bundesrepublik Spione in verschiedenen Regionen dieser Welt einsetzt. Es ist einfach wichtig zu wissen, was andere Staaten planen, politisch und gerade auch militärisch.

Joachim Weiß, Kladow

Die Hetze deutscher Politiker gegen die USA ist nicht nachvollziehbar. Die Aktivitäten der Geheimdienste sind zum Schutz der Bevölkerung vor Verbrechern aller Art unerlässlich. Alle Staaten dieser Welt führen solche Kontrollmaßnahmen uneingeschränkt und unangefochten durch. Dass ausgerechnet die Deutschen so polemisch nur gegen die USA vorgehen, ist verwerflich, verdanken wir doch gerade den Amerikanern unsere Freiheit. Die USA sind der einzige Garant auch für unsere Sicherheit.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Als kurz nach dem Krieg geborener Berliner weiß ich, was wir den drei Alliierten und besonders den US-Boys zu verdanken haben. Was treibt aber die USA dazu, Freunde zu bespitzeln? Solche Überwachungen sollten nur den wirklichen Feinden der Demokratie gelten.

Dieter Fath, Spandau