Leserbriefe

„Fragwürdiger Schutz“

Leser zu den Plänen der Verteidigungsministerin, die Bundeswehr mit bewaffneten Drohnen auszurüsten

Bundespräsident Joachim Gauck fordert von uns Deutschen mehr Offenheit für Auslandseinsätze. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) meint, „es wird zurecht von uns Deutschen erwartet, dass wir uns einmischen“, und weiter: ,,Deutschland ist zu groß, um die Weltpolitik nur zu kommentieren.“ Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mahnt, Deutschland müsse mehr Verantwortung im Rahmen seiner Bündnisse übernehmen. Dazu gehört dann aber auch ohne Wenn und Aber, dass alles zum Schutz unserer Soldaten getan wird, und dazu gehört natürlich eine bewaffnete Kampfdrohne. Auslandseinsätze finden schließlich nicht im bekannten deutschen Gelände statt, sondern in Gebieten, in denen sich die Gegner bestens auskennen. Wenn die Politik die Drohne nicht will, muss sie zwingend unsere Soldaten zu Hause lassen.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen braucht unbedingt Kampfdrohnen für die Bundeswehr, um unsere Soldaten so spielerisch per Joystick besser schützen zu können.

Roland Klose, per E-Mail

Was für eine Moral haben wir und was für Politiker haben wir gewählt? Haben die, haben wir denn aus der Vergangenheit nichts gelernt? Da wird jahrelang von allen Parteien verkündet, nie wieder soll Krieg von deutschem Boden ausgehen, und doch sind wir mittendrin in diesem menschenverachtenden Treiben. Nicht nur, dass unsere Soldaten in fremden Ländern in Gefahr gebracht werden, nun wird auch noch über die Anschaffung einer Mordmaschine nachgedacht. Ursula von der Leyen versucht uns die Kampfdrohnen mit der Begründung, einen besseren Schutz für unsere Soldaten zu erreichen, schmackhaft zu machen. Nein, Schutz für die Soldaten oder die Nation sind diese Maschinen nicht. Diese Waffe lässt die letzten Grenzen und Hemmungen eines herkömmlichen Krieges fallen. Und wie soll diese Maschine Soldaten vor Angriffen und Gefahren schützen? Das passiert nur, wenn mit ihrer Hilfe Soldaten, Zivilisten und Einrichtungen, ob militärischer oder nichtmilitärischer Art, angegriffen und vernichtet werden. Dass das Morden eine Maschine übernimmt, kommt den Verantwortlichen gerade recht. Sie vergessen dabei lediglich, dass die Gegenseite ebenfalls derartige Mordmaschinen einsetzen kann und wird.

Herbert Flügel, per E-Mail

Mehrkosten für die Unternehmen zahlen letztlich die Verbraucher

Zum Artikel: „Mehreinnahmen – Staat wird durch Mindestlohn stark entlastet“ vom 5. Juli

Mit dem Bundestagsbeschluss zur Einführung des Mindestlohns hat es die SPD geschafft, zum Vollmitglied im Klub der Märchenerzähler und Falschspieler zu werden. Warum hat die SPD, besonders deren Parteivorsitzender und Vizekanzler Sigmar Gabriel sowie Arbeitsministerin Andrea Nahles, nicht im Vorfeld den Wählern gesagt, dass der Mindestlohn für alle Bürger Nachteile wie Preiserhöhungen bringen wird, der Staat zwar finanziell entlastet, aber im gleichen Maße der Bürger belastet wird. Dank den Mitarbeitern vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung wissen die Wähler, dass der Staat etwa 2,2 bis drei Milliarden Euro sparen wird (den derzeitigen Aufstockungsbetrag für Geringverdiener), aber gleichzeitig alle Unternehmer freie Hand haben, um den Mindestlohn zu refinanzieren. Jeder in Deutschland kann sich heute schon darauf vorbereiten,

dass ab dem 1. Januar 2015 die Preise für Landwirtschafts- und Tierprodukte, für Dienstleistungen, im Gastgewerbe sowie im Transport- und Handelsbereich steigen werden. Und auch die Gewerkschaft wird die Unzufriedenheit ihrer Mitglieder zu spüren bekommen. Denn wer wird verstehen, dass ein ungelernter Mitarbeiter fast denselben Verdienst hat wie ein gelernter Mitarbeiter?

Wolfgang Priese, per E-Mail

Wenn der Mindestlohn auch ein Fortschritt sein mag, insgesamt bleibt er eine Farce. Das Prinzip ist einfach: allen hierzulande arbeitenden Menschen gleichberechtigt und vom ersten Tage an eine menschenwürdige Lohnuntergrenze zu bieten. Jedoch einfach ganze Berufsgruppen und damit Millionen von Menschen davon auszunehmen, und das zum Teil mit fadenscheinigen Gründen, ist definitiv nicht das, wofür man sehr lange kämpfte. Es grenzt an Verrat am Wähler. Der Mensch lebt nicht, um zu arbeiten, sondern er arbeitet, um zu leben. Die Rüge der EU diesbezüglich ist absolut gerechtfertigt.

Constanze Thietz, per E-Mail