Leserbriefe

„Schon lange vermutete Lösung“

Leser zum Kompromiss für die Flüchtlinge, die in der Gerhart-Hauptmann-Schule geblieben sind

Dass die Flüchtlinge letztlich in der Gerhart-Hauptmann-Schule bleiben dürfen, war schon lange zu vermuten. Warum aber bis zu 1800 Polizisten mit einer riesengroßen Absperrung vor Ort im Einsatz waren, erschließt sich mir nicht wirklich. Viel Aufwand für nichts. Anwohner und Geschäftsleute haben den finanziellen Schaden, auf dem sie größtenteils wohl sitzen bleiben werden. Der Einsatz hat viele Millionen Euro gekostet. Aber das Land Berlin scheint es ja zu haben.

Thomas Splittgerber, Lichterfelde

Es ist ein Skandal: Flüchtlinge, die hier bereits vor nicht nachgewiesener Verfolgung in der Heimat Schutz genießen, erpressen den Staat, führen Politiker vor und werden dabei noch von verträumten Gutmenschen, linken Aktivisten und Anarchos bei ihrem dem Staat gegenüber undankbaren, respektlosen und insgesamt rechtswidrigen Handeln unterstützt, während Polizisten angepöbelt, beleidigt und angegriffen werden. In was für einer Stadt mit zum Teil realitätsfremden Mitbürgern leben wir hier eigentlich?

Harry Vierath, per E-Mail

Deutschland nimmt Flüchtlinge und Menschen in Not auf. Aber unser Staat darf sich niemals erpressen lassen.

Lutz-Peter Schmitz, Mitte

Die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne), muss zurücktreten. Sie hat in den vergangenen Wochen und Monaten auf eindrucksvolle Weise bewiesen, dass sie ihren Bezirk nicht im Griff und sich immer wieder vor endgültigen Entscheidungen gedrückt hat. Wenn man sich die Unterstützer der Flüchtlinge von der Gerhart-Hauptmann-Schule genauer ansieht, stellt man fest, dass es den wenigsten um eine politische Botschaft geht. Vielmehr ist dieser Ausnahmezustand ein großes Happening, offensichtlich Grund genug, einmal mehr dieses sogenannte Kreuzberger Freiheitsgefühl auf offener Straße auszuleben.

Peter Hirsch, Wilmersdorf

Der autonome Kreuzberger Affenzirkus wird Folgen haben. Es wird sich auf Lampedusa herumsprechen, dass man in diesem Berliner Bezirk Zeltstädte errichten, Politiker erpressen und deutsche Gesetze aushebeln kann.

Luzie Hillel, per E-Mail

Bei allem Verständnis für die Flüchtlinge muss man aber auch mal die Kirche im Dorf lassen. Ich finde es unmöglich, dass der Staat erpresst wird, obwohl er doch seine Hilfe anbietet. Wir haben hier in diesem Land auch Armut, was aber nicht großartig beachtet wird. Wie kommt es, dass Rentner sich im Alter noch was dazu verdienen müssen, da sie mit der kleinen Rente nicht überleben können, obwohl sie ein Leben lang gearbeitet und ihre Steuern bezahlt haben.

Anke Teske, per E-Mail

Durch den Umgang mit Flüchtlingen, zuerst auf dem Oranienplatz und nun in der Gerhart-Hauptmann-Schule, scheinen sich in Berlin anarchistische Zustände zu verfestigen. Für einige Politiker gilt die deutsche Asylgesetzgebung offenbar nicht mehr. Warum wurde denn überhaupt mit den 40 noch verbliebenen Besetzern verhandelt? Wenn Bundespräsident Joachim Gauck zu mehr Solidarität mit den Flüchtlingen und deren Unterstützern aufruft, ist das eindeutig das falsche Signal. Das deutsche Asylrecht muss durchgesetzt werden, jederzeit und konsequent. Auch wenn damit das Problem von Flüchtlingsströmen nach Europa nicht gelöst werden kann. Dazu bedarf es europäischer Lösungen und Lösungen in den Herkunftsländern der Flüchtlinge.

Dr. Helmut Pöltelt, per E-Mail

Die Polizei benötigte kein Amtshilfeersuchen der Bezirksbürgermeisterin, sondern hätte nach dem geltenden Polizeirecht die Räumung der Schule durchführen müssen. Denn die Besetzer stellen eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung dar, zumal sie sich wohl auch mit Molotowcocktails bewaffnet haben.

Friedrich-W. Hensel, per E-Mail

Warum ist Berlin nicht in der Lage, in Kreuzberg die öffentliche Ordnung zu gewährleisten? Warum gelingt es der Politik nicht, den sinnvollen Einsatz von 1700 Polizisten zu organisieren? Tagelang konnte man sein Haus kaum verlassen, Tag und Nacht wurde gelärmt, randaliert und herumgeschrien. Existenzen von Einzelhändlern wurden gefährdet. Ein normales Leben war nicht möglich. Ein paar Menschen haben einen ganzen Bezirk terrorisiert.

Andreas Richter, Kreuzberg