Leserbriefe

„Wir brauchen ordentliche Bäder“

Leser zu der Kritik, dass jedes fünfte Kind trotz einjährigen Schulunterrichts nicht schwimmen kann

Ich brauche weder Fortbildungen noch Kooperationen mit anderen „erfolgreichen“ Schulen. Bildungssenatorin Sandra Scheeres muss nur dafür sorgen, dass wir ausreichend Schwimmzeiten und vernünftige Schwimmbäder für die vielen Nichtschwimmer haben. Den Rest machen wir dann schon.

Bernd Jaeke, Rektor in Spandau

Mit großer Zustimmung haben wir den Artikel in der Morgenpost über die Situation der Nichtschwimmer in Berlin gelesen. Wir von der Swimstars GmbH versuchen seit geraumer Zeit, mit dem Berliner Senat und dem Berliner Schwimmverband in dieser Hinsicht in Kontakt zu kommen und unsere Erfahrungen etwa aus Baden-Württemberg und dem Saarland auch hier umzusetzen. Ich hoffe sehr, dass mit Senatorin Scheeres nun etwas Bewegung in diese Sache kommt und das Niveau des Schwimmunterrichts in Berlin qualitativ und quantitativ angehoben wird. Immerhin finden in Berlin im Sommer auch die Schwimm-Europameisterschaften statt.

Dr. Karin Vitzthum, per E-Mail

Haushaltsausschuss des Bundestages sollte dazu befragt werden

Zum Artikel: „DSOB will sich nicht auf Berlin als Olympia-Stadt festlegen“ vom 18. Juni

Ich verstehe, dass Berlin, wenn Deutschland sich um die Olympischen Spiele bewirbt, mit dabei sein will. Aber wenn unser Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) angesichts anderer Mitbewerber hier mit der Hauptstadt derart naiv daherkommt, kommt mir bei aller Begeisterung für Olympische Spiele in Berlin-Brandenburg doch noch eine andere Frage. Hat der Senat mitbedacht, ob das eine negative Auswirkung auf den noch ausstehenden Umzug der Bundesregierung haben könnte? Es ist ja noch nicht mal politisches Programm, dass die Regierungsarbeit wieder am Parlamentssitz Berlin konzentriert wird, wie das per Verfassung festgelegt ist. Alles läuft sehr viel zäher als erwartet. Deshalb: Was sagen unsere Vertreter des Bundestags-Haushaltsausschusses zu einer Olympia-Bewerbung der Hauptstadt? Es wäre klug, danach zu fragen.

Jürgen Spiegel, Neukölln

Überschuldete Länder profitieren nicht nachhaltig vom Niedrigzins

Zum Artikel: „Die EZB, der Dax und die Sparer“, vom 6. Juni

Durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) wird in den Wirtschaftsprozess der stabilen Währungsländer zwangsweise eingegriffen, ohne nachhaltigen Erfolg zu haben. In der sozialen Marktwirtschaft ist eine Sparkultur wesensnotwendig, um die Wirtschaft

mit Krediten zu versorgen. Denn die Kreditfinanzierung ist auf der anderen Seite Sparvermögen. Die Zinsen aus der Geldausleihe müssen sich nach Angebot und Nachfrage entwickeln. Nur so wird die Balance ohne Geldentwertung gehalten. Andernfalls wird das kreditfinanzierte Sparen sinnlos und richtet gesellschaftspolitisch großen Schaden durch Geldentwertung, auch für die Altersversorgung, an.

Die überschuldeten Länder profitieren von der Niedrigzinspolitik ebenfalls nicht nachhaltig, weil die Unternehmen hier nicht mehr kreditfähig sind. Die Staaten sollen ihre Verschuldung zurückfahren, dies gilt grundsätzlich auch für die Privatunternehmen. Allenfalls könnten die Verbraucher davon profitieren, um den Preis weiteren Schuldenmachens. Um die Sparkultur überhaupt bei dieser Politik zu erhalten, müsste Deutschland eine Zinssubventionspolitik zum Beispiel auch bei den Lebensversicherungen machen. Aber das Gegenteil wurde beschlossen. Eine riskante Beteiligung an der Aktienbörse kann die Sparer um Kopf und Kragen bringen und begünstigt regelmäßig keine vernünftige Kreditfinanzierung.

Gottfried Hecht, per E-Mail

Schaden für die Demokratie und die Reputation der Bahn

Zum Artikel: „Pofallas Weg zur Bahn ist frei“ vom 19. Juni

Bahn-Chef Rüdiger Grube schießt mit seiner Entscheidung für Ronald Pofalla ein Eigentor. Dessen Wechsel von der Politik in die Wirtschaft dürfte insbesondere auf internationaler Ebene der Reputation der Deutschen Bahn schaden, da dort meist strengere Regelungen und ungeschriebene Gesetze für einen Wechsel von Politikern in die freie Wirtschaft gelten. Deswegen ist der nachhaltige Schaden – auch für unsere Demokratie – durch diese unbedachte Personalie erheblich.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail