Leserbriefe

„Mehr Subventionen für die Bäder“

Leser zu dem Umstand, dass jeder fünfte Berliner Grundschüler nicht schwimmen kann

Wen wundert die Meldung, dass immer weniger Berliner Schüler schwimmen können? Die Berliner Bäderbetriebe (BBB) haben astronomische Eintrittspreise, die sich viele Menschen nicht mehr leisten können. Und der Senat tut nichts, um dem Trend entgegenzuwirken. Stattdessen wird die Schwimm-Europameisterschaft 2014 in Berlin beworben und bezuschusst, die keiner braucht. Jegliche Förderung von Leistungssport und den dazugehörigen Veranstaltungen ist sofort zu stoppen. Mit diesem Geld sollten lieber die Eintrittspreise subventioniert und Sportanlagen für die Bevölkerung saniert werden. Hier liegt die staatliche Verantwortung und nicht beim Leistungssport, den niemand benötigt.

Christian Hahn, Friedenau

Das ist ein Beleg für das Versagen des Berliner Senats. Schwimmunterricht muss so lange – also mehr als nur ein Jahr – Pflichtfach sein, bis alle Kinder schwimmen gelernt haben.

Lothar Wirth, per E-Mail

Ohne jegliches Gespür für außenpolitische Angelegenheiten

Zum Artikel „Gauck will notfalls auch Militäreinsätze“ vom 15. Juni

Wieder einmal schwingt Bundespräsident Joachim Gauck Reden wie in einer Sonntagsschule, ohne konkret zu werden, ohne eine richtige Meinung zu vertreten und ohne jegliches Gespür für außenpolitische Angelegenheiten. Anders gesagt, er schwadroniert mal wieder lustig und süffisant daher, ohne erkennbaren Sinn. Man stelle sich vor, er diente nicht bloß repräsentativen Zwecken, sondern hätte tatsächlich außenpolitischen Einfluss – das wäre katastrophal. Wie kann gerade ein ehemaliger Pfarrer Kriegseinsätze als notwendig bezeichnen? Wer gibt ihm das Recht dazu? Wenn er der ist, als der er sich ausgibt, dann hat er sicher in seiner DDR-Zeit als Pfarrer massiv gegen die Aussage der DDR-Regierenden „Der Friede muss bewaffnet sein …“ gewettert und aktiv von der Kanzel gefordert „Schwerter zu Pflugscharen“ umzufunktionieren. Was ist übrig geblieben von dieser humanitären, pazifistischen Einstellung? Kann ein Mensch sich derart ändern? Sein Tun bestätigt mich in meiner Meinung von Anfang an: Gauck ist eine Fehlbesetzung für dieses Amt. Die SPD, die ihn ja mehr oder weniger auf das Treppchen gehoben hat, täte gut daran, künftig etwas sorgsamer in der Auswahl ihrer Kandidaten zu sein.

Bärbel Hartenstein, per E-Mail

Bundespräsident Joachim Gauck tritt dafür ein, dass Deutschland seine bisherige Zurückhaltung aufgeben soll. So hält der Bundespräsident Militäreinsätze für erforderlich. Joachim Gauck scheint offensichtlich nicht informiert zu sein, dass die Bundeswehr seit Jahren in verschiedenen Regionen wie in Afghanistan, im Kosovo und in der Straße vor Somalia bereits im Einsatz ist. Es sollte endlich damit Schluss sein, dass junge Menschen für politischen Unsinn oder Geschäftsinteressen Dritter in den Tod geschickt werden.

Olaf Weiser, per E-Mail

Durch Ausbilder wird gute Betreuung der jungen Menschen gesichert

Zum Artikel: „Viele Ausbildungsplätze unbesetzt“ vom 7. Juni

Die Forderung, dass in jedem Unternehmen, das ausbilden will, ein Ausbilder benannt werden muss, ist keine Idee der Industrie- und Handelskammer IHK, sondern eine Festlegung des bundesweit geltenden Berufsbildungsgesetzes. Damit wird für junge Leute eine gute und qualifizierte Betreuung während der gesamten Zeit der Ausbildung gesichert. Das bedeutet, dass ein fachlich qualifizierter Ansprechpartner zur Verfügung steht, der auch über bestimmte berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse verfügen muss und somit beispielsweise für die Einhaltung der Arbeits- und Pausenzeiten verantwortlich ist oder dafür, dass alle fachlichen Ausbildungsinhalte vermittelt werden. Der Industrie- und Handelskammer wurde die hoheitliche Aufgabe übertragen, die Ausbildereignungsprüfung abzunehmen. Die Prüfungsgebühr beträgt derzeit 90 Euro und wird in der Hauptstadt durch die Mitgliedsunternehmen der IHK Berlin subventioniert (Deckungsgrad 50 Prozent). Die Vorbereitung auf die Prüfung kann bei freien Bildungsträgern erfolgen. Derzeit gibt es neben der Industrie- und Handelskammer in Berlin 89 Anbieter für solche Vorbereitungskurse zum Erwerb berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse gemäß der Ausbildereignungsverordnung (AEVO).

Leif Erichsen, IHK Berlin