Leserbriefe

„Anwohner müssen entlastet werden“

Leser zum Urteil, nach dem Anwohner von Tegel keinen Anspruch auf erweiterten Schallschutz haben

Auch wenn das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg den Tegel-Anwohnern keinen zusätzlichen Schallschutz beziehungsweise keine finanzielle Entschädigung zugesprochen hat, besteht in Sachen Tegeler Flugverkehr Handlungsbedarf. So haben die Grünen im Abgeordnetenhaus zurückliegend festgestellt, dass es am Flughafen Tegel wegen der dort entstandenen Verdichtungen bei den Flugbewegungen zu Kollisionen im Zusammenhang mit dem Abstand der beiden Rollfelder kommen kann. Eine Verlagerung von Teilen des Flugverkehrs nach Schönefeld würde daher neben dem Sicherheitsaspekt auch die Anwohner in Tegel entlasten. Was die finanzielle Situation des Flughafen Berlin-Brandenburg anbelangt, so dürfen die Airlines nicht als Prellbock im Zusammenhang mit eventuellen Gebührensteigerungen herhalten müssen. Eine weitere Kostengefahr stellen die künftigen Gebühren der Deutschen Flugsicherung dar, die drastisch angehoben werden sollen.

Holger Voss, Spandau

Der Artikel über den verlorenen Gerichtsprozess der Klägerin und die zu erwartenden Millionenverluste des BER hatte doch im Kern die Aussage: wieder einmal schlechteste Nachrichten für den deutschen Steuerzahler und den Bürger. Das Gericht geht von einer Eröffnung des BER in den kommenden sieben Jahren aus. Perfekt? Leider nicht. Das von den Grünen in Auftrag gegebene Wirtschaftlichkeitsgutachten für den BER geht von Verlusten in Höhe von bis zu 150 Millionen Euro im ersten Betriebsjahr aus. Die heute prognostizierten fünf Milliarden Euro Kosten für den Bau des BER werden also nie im Rahmen der künftigen Einnahmen refinanziert werden können. Es wird nun bereits vom „finanziellen Desaster“ gesprochen, da jährliche Verluste zu erwarten sind. Damit ist im Wesentlichen doch klar, dass sofort der Baustopp des BER angeordnet werden sollte, oder besser gesagt, muss. Die Lösung: verkauf des Bauwerks an einen privaten, möglichst ausländischen Investor zur privaten Nutzung inklusive Umbaugenehmigung; Verkehrsanbindung und Rohbau sind ja bereits vorhanden. Mit den erzielten Einnahmen – und den ersparten zukünftigen Ausgaben für den BER – sollten Tegel und Alt-Schönefeld ausgebaut und für die zu erwartenden künftigen Fluggastzahlen fit gemacht werden. Es sollte nun endlich das Eingeständnis der Politik erfolgen, dass Planung und Ausführung dieses Großprojektes gründlich in die Hose gegangen sind.

Michael Klages, per E-Mail

Vielfach verbreitet ist die Meinung, dass Lärm krank machen soll. Es ist schon verwunderlich, dass es nun anscheinend guten und schlechten Lärm gibt. Fluglärm scheint furchtbar schlimm zu sein, aber lautstarkes Geschrei von Jugendlichen, auf Sportplätzen und bei Open-Air-Konzerten hat das Umfeld zu ertragen.

Christian Hahn, Friedenau

Die Entscheidung war wegen der enormen Kosten absehbar

Zu Artikel: „Das Dach des Hauptbahnhofes bleibt zu kurz“ vom 13. Juni

Warum werden die Verantwortlichen für derartige Debakel nicht zur Rechenschaft gezogen? Das Verschleudern unserer Steuern bei solchen Großprojekten wie dem BER und dem Hauptbahnhof darf nicht ohne Folgen bleiben.

Dieter Fath, Spandau

Das Ergebnis war absehbar, weil die Verlängerung des Daches 147 Millionen Euro kosten könnte und die wichtige Stadtbahn für Monate gesperrt werden müsste, hat man vernünftiger Weise darauf verzichtet. Es steigen dort ohnehin nur sehr wenige Fahrgäste unter freiem Himmel in Richtung Bahnhof Zoo ein und aus.

Thomas Splittgerber, per E-Mail

Für Kinder und ältere Menschen ist der jetzige Zoo besonders attraktiv

Zum Artikel: „Dienstausflug zu Hannovers Tieren“ vom 12. Juni

Wie wäre es, wenn sich der Berliner Direktor von Zoo und Tierpark mal zwei Stunden an den Zoo-Eingang stellt und guckt, wer hauptsächlich den Zoo besucht? Kinder und ältere Menschen. Ich war in Leipzig, vom Boot aus habe ich genau ein Tier gesehen, wahrscheinlich treiben die Pfleger den Besuchern die Tiere vor die Linse. Und nun sollen auch bei uns die Tiere weiter weg vom Besucher sein? Wir haben doch schon im Zoo das Erweiterungsgelände, zu dem viele Besucher den Weg nicht schaffen. Das bringt nicht mehr Besucher, sondern weniger. Hoffentlich gibt es darüber bald statistische Zahlen.

Regina Kröning, Spandau