Leserbriefe

„Da hilft nur durchgreifen“

Leser zu der hohen Zahl von Gewalttaten wie Prügeleien und Vandalismus an Berliner Schulen

Beim Lesen dieses Beitrags sind wir fast erschrocken, was sich da in unseren Schulen alles abspielt. Schule ist ein Ort, wo die Kinder und Jugendlichen etwas lernen sollen. Leider können sie sich immer weniger konzentrieren, weil sie ständig abgelenkt werden. Mit pädagogischen Mitteln wird hier nicht mehr viel zu machen sein. Da hilft nur durchgreifen.

Christoph Luban, per E-Mail

Egal was für ein Thema in Berlin gerade besprochen wird, es ist fast nie ein positives. Bei den schulischen Themen sind es neben den baulichen Missständen leider auch Gewaltvorfälle bei Schülern, die durch bauliche Gegebenheiten auch mit beeinflusst werden. Es reicht aber keinesfalls aus, wenn die Schulverwaltung Gewaltvorfälle nur erfasst und registriert oder den Eltern empfohlen wird, sich regelmäßig Zeit für ihre Kinder zu nehmen. Schulpsychologie, Schulförderung, Verhalten in der Schule und gut ausgebildete Lehrkräfte sind die eine Seite der Medaille. Die andere Seite muss dringend umgesetzt werden. Eltern, die sich nicht um ihre Kinder kümmern, müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Schüler, die in den Schulen nicht wissen, wohin mit ihrer Kraft, sollten nicht mit Samthandschuhen angefasst, und Lehrer, die aufgegeben haben, reaktiviert werden.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Was ist eigentlich mit unseren Kindern und Jugendlichen los? Auch wir waren einmal jung und gingen zur Schule, aber damals gab es keinen Diebstahl von Kleidung, keinen Psychoterror, den man neudeutsch „Mobbing“ nennt, und keinen Vandalismus. Was soll der Quatsch? Natürlich gab es harmlose Hänseleien und auch Raufereien unter den Jungs, die aber ab der neunten Klasse massiv abnahmen und niemals so brutal waren wie heutzutage, wo der am Boden Liegende noch mit Fußtritten traktiert wird. Wir brauchten weder einen Wachschutz noch Sozialarbeiter oder Psychologen. Vermutlich ist falsch verstandene Liberalität für das unangemessene Benehmen der Kinder und Jugendlichen die Ursache.

Edelgard Richter, Wilmersdorf

Radfahrer sollten nur auf ihren Wegen fahren

Zum Artikel: „Berliner steigen aufs Rad um“ vom 6. Juni

Die Zunahme des individuellen, wohnortnahen Fahrradverkehrs ist schon erfreulich. Auch die angeblichen Bemühungen des Senats zur Schaffung neuer Fahrradwege sind zu begrüßen. Nur muss unbedingt die Benutzung der vorhandenen und der mit viel Steuergeld zu schaffenden Wege zwingend vorgeschrieben werden. Es kann nicht sein, dass Fahrradfahrer unerlaubterweise auf Bürgersteigen fahren, die Fahrspuren der motorisierten Verkehrsteilnehmer benutzen, aber die vorhandenen und wahrscheinlich auch künftigen Fahrradwege meiden beziehungsweise nicht benutzen. Es kann mir keiner erzählen, dass das Fahren auf den Autostraßen sicherer ist. Der Abstand zwischen den Fahrzeugen zum Fahrrad ist auf der Straße eindeutig geringer als bei Benutzung des Fahrradweges. Wenn Fahrradfahrer an Kreuzungen einfach ohne aufzupassen, was der mitfließende Verkehr macht, losfahren, ist es völlig egal, ob besagte Person auf der Straße oder auf dem Radweg fährt. Ich fahre auch viel Fahrrad, bin bestens auf den Radwegen aufgehoben. Vielleicht, weil ich mich an die Verkehrsregeln halte und selbstverständlich auch an roten Ampeln anhalte.

Dieter Bartsch, per E-Mail

Weniger Kosten durch kürzere Behandlungsdauer

Zum Artikel: „Erste Hilfe für das rollende Krankenhaus“ vom 7. Juni

Dass die Zeit vom Erleiden eines Schlaganfalls bis zu seiner ärztlichen Behandlung so kurz wie möglich sein sollte, ist gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis. Jeder Zeitgewinn kommt dem Betroffenen zugute. Zeit ist im gegebenen Fall aber auch Geld, wenn man bedenkt, welche Kosten bei kürzerer Behandlungsdauer in Krankenhäusern nicht entstehen. Vor allem darauf sollten die Krankenkassen bedacht sein und schon aus diesem wirtschaftlichen Grund das „Stemo“ finanzieren. Aus Erfahrung im eigenen Familienkreis mit verspäteter Behandlung und anschließendem jahrelangen Siechtum lässt sich unschwer ableiten, welch finanzieller Aufwand sich für alle Beteiligten bei rechtzeitiger Therapie einsparen ließe. Unlängst persönlich mit einem erfolgreichen Einsatz des Stemo konfrontiert, kann man nur mit Unverständnis auf die Haltung der Krankenkassen reagieren.

Dieter Puhlmann, Zehlendorf