Leserbriefe

„Überfällig und hoch verdient“

Leser zu der ab 1. August geplanten Gehaltserhöhung für Berliner Beamte um 2,9 Prozent

Die Gehaltserhöhungen für die Berliner Beamten sind schon lange überfällig. Bei einem Gehalt von angenommenen 2000 Euro ergibt sich bei einer Gehaltserhöhung von 2,9 Prozent ein Brutto-Mehrbetrag von 58 Euro. Eine Annahme von einem Mehrbetrag von 250 Euro entspricht einem Gehalt von mehr als 8000 Euro. Welcher kleine Beamte, Polizist oder Feuerwehrmann verdient denn derart viel? Wenn sich bei den Abgeordneten die Diäten innerhalb von zwei Jahren um zehn Prozent erhöhen, ist das kaum eine Meldung wert. Außerdem sollte immer wieder darauf hingewiesen werden, dass das Land Berlin aus der Tarifgemeinschaft der Länder schon vor Jahren ausgeschieden ist und somit eine Gehaltsdifferenz zu den Beamten der anderen Bundesländer von acht Prozent besteht.

Dieter Fath, Hakenfelde

Ich begrüße die Initiative des Senats für die höheren Beamtengehälter ausdrücklich, denn die bis zu 15-prozentigen Gehaltsunterschiede zu den Kollegen in den anderen Bundesländern waren bei der immer weiter steigenden Arbeitsverdichtung im Berliner Behördenalltag langsam nicht mehr zu ertragen. Endlich gibt es für mich wieder eine Lebensperspektive.

Thomas Henschke, Reinickendorf

Ich ärgere mich immer wieder über die Halbwahrheiten bei der Berichterstattung über die Beamtenbesoldung. Jedes Jahr wird mindestens dreimal darüber berichtet, dass die Beamten schon wieder mehr Geld bekommen. Wenn jetzt die Besoldungserhöhung beschlossen wurde, ist dies der rechtliche Beschluss, der im vorigen Jahr verhandelt wurde. Auch dass 2015 0,2 Prozent von den 2,7 Prozent der Besoldungserhöhung abgezogen werden, ist eine Halbwahrheit. Denn diese 0,2 Prozent werden schon seit den 70er-Jahren einbehalten. Seit Jahren wurden 300 Polizisten ausgebildet, aber nicht übernommen. Die sind nach Hamburg und in andere Bundesländer abgewandert. Jetzt wird gejammert, dass es keinen Nachwuchs gibt. Wem haben wir das alles zu verdanken? Ich weiß es, und meine Kollegen wissen das auch.

Klaus Giwanski, per E-Mail

Wie lange will der Senat von Berlin die Landesbeamten noch am langen Arm verhungern lassen? Ich kann diese Argumentation, wie viel Kosten anfallen, nicht mehr hören. Hauptsache unsere Abgeordneten haben sich eine saftige Erhöhung bewilligt und leben im Honigland. Unsere Polizisten jedenfalls müssen für einen Hungerlohn ihren Kopf hinhalten.

R. Andersch, per E-Mail

Vermutlich wurde zu wenig Geld in die neue Technik investiert

Zum Artikel: „Die Technik funkt der Polizei dazwischen“ vom 3. Juni

Dass nicht genügend Geld in die neue digitale Funktechnik der Berliner Polizei gesteckt wurde und zu wenig Sendemasten aufgestellt wurden, verwundert in Berlin wohl niemanden mehr. Nach der bekannten „Geiz ist geil“-Mentalität hat man offensichtlich Firmen beauftragt, die mit der Lösung der Funkprobleme bei der Berliner Polizei überfordert sind. Offenbar wollte man auf anerkannte Expertenmeinungen verzichten und sich irgendwie durchwurschteln. Nun ist man erneut auf die Nase gefallen. Man fragt sich als Bürger dieser Stadt, wie lange will der Senat weiterhin Chaos fabrizieren, ohne dass es politische Konsequenzen gibt? Ein Neuanfang ist geboten. Man sollte damit schnell und ganz oben beginnen.

Thomas Splittgerber, per E-Mail

Krone und Zepter der spanischen Monarchie gehören ins Museum

Zum Artikel: „Spanien bricht ein Zacken aus der Krone“ vom 4. Juni

Der Protest von großen Teilen der spanischen Bevölkerung gegen König und Monarchie lässt hoffen, dass dieser Luxusspuk auf Steuerzahlerkosten nach Jahrhunderten endlich zu Ende geht. Spanien hat mit die höchste Arbeitslosenquote in Europa. Immer mehr Arbeitslose müssen ihrem Heimatland den Rücken kehren, um in Frankreich oder Deutschland Arbeit zu finden, von der sie sich und ihre Familien ernähren können. Auch verkaufen immer mehr Spanier ihr Auto, weil sie es sich schlichtweg nicht mehr leisten können. In diesen schweren Zeit kann es nicht sein, dass die Königsfamilie mit benzinfressenden Luxusschlitten und Flugzeugen in den Kurzurlaub unterwegs ist, ohne je einen Cent dafür bezahlen zu müssen. Krone und Zepter der spanischen Monarchie gehören ins Museum, und die Verfassung Spaniens sollte dementsprechend geändert werden.

Albert Alten, per E-Mail