Leserbriefe

„Probleme unterschätzt“

Leser zur Suche einer Experten-Kommission nach einem Standort für ein Atommüll-Endlager

Die Politik hat die Probleme, die sich jetzt bei der praktischen Umsetzung der Energiewende zeigen, unterschätzt. Es galt das Motto: Wir steigen einfach aus der Atomenergie aus, der Rest wird sich schon von allein erledigen. Jetzt müssen wir feststellen, dass es zum Beispiel an Netzen und geeigneten Speichern fehlt, um die Energie dort zu nutzen, wo sie gebraucht wird. Die Kosten laufen uns davon. Auch fehlt es nach wie vor an Zwischenlagermöglichkeiten und einem Standort für ein Endlager, welches den hoch radioaktiven Müll aufnehmen kann. Es wird noch Jahrzehnte dauern, bis entsprechende Endlagerkapazitäten zur Verfügung gestellt werden können. Die Vorbereitungen für die Suche haben nun vor wenigen Tagen in der Endlagersuchkommission begonnen, immerhin ein erster Schritt nach vorn.

Christian Lukner, per E-Mail

Immer wieder prüft eine Kommission, wo nun auf Dauer der hoch radioaktive Müll gelagert werden kann, und immer ist auch der Salzstock in Gorleben im Gespräch. Bisher habe ich aber noch nichts darüber gelesen, dass es vielleicht auch eine Alternative geben könnte. Anstelle von teuren Endlagerstätten in Deutschland könnte die Wissenschaft darüber nachdenken, ob nicht Raketen entwickelt werden können, die den Atommüll auf den Atom-Stern Sonne transportieren. Die Rakten wären Lichtjahre unterwegs und würden beim Eintreffen auf der Sonne verglühen. Sicherlich ist diese technische Entwicklung nicht billig zu haben, aber die Endlagerung kostet ebenfalls Geld und birgt außerdem Sicherheitsrisiken für unsere Erde. Deshalb wäre es an der Zeit, über neue Wege nachzudenken. Das wäre ja nicht nur für Deutschland ein neuer Weg.

Heinz-Eberhard Kuhn, per E-Mail

Verwaltungsnachwuchs wird nicht ausreichend zu finden sein

Zum Artikel „Mehr Geld für Beamte“ vom 28. Mai

Wenn Innensenator Frank Henkel (CDU) die Besoldungserhöhungen von 2,5 Prozent als Zeichen der Wertschätzung bezeichnet und durch Addition der Jahre 2012 bis 2015 die Besoldungssituation schönrechnet, werden das die meisten Beamten nur als fortgesetzte Verhöhnung empfinden. Verdi fordert seit Jahren, die ausgehandelten Tariferhöhungen zeit- und inhaltsgleich auf die Berliner Beamten zu übertragen, so wie das der Bund und diverse andere Bundesländer auch tun. Nicht nur, dass die Besoldungserhöhung immer weit hinter dem Tarifergebnis zurückbleibt, auch der Zeitpunkt wird um sieben Monate herausgeschoben, soziale Komponenten stillschweigend einkassiert. Verwaltungsnachwuchs wird so nicht in ausreichendem Umfang zu finden sein.

Jörg Bewersdorf, Verdi, per E-Mail

Unzureichend, um Probleme an den Hochschulen zu lösen

Zum Artikel: „Bafög zahlt der Bund jetzt alleine“ vom 28. Mai

Die sechs Milliarden Euro für die Bildung sind richtig, aber sie werden kaum reichen, um die tatsächlichen Probleme an den Hochschulen in den Griff zu bekommen. Zu lange wurden diese Einrichtungen finanziell stranguliert, und es wird länger dauern, bis sich die Verhältnisse wieder normalisiert haben. Das fängt beim baulichen Zustand der Gebäude an und geht über die personellen Probleme bis hin zu den alltäglichen Dingen wie Essen in der Mensa und den Bibliotheken weiter.

Christoph Luban, per E-Mail

Gelegenheit für einen besseren Neubau des Denkmals nutzen

Zum Artikel: „Experten: Stelen des Holocaust- Denkmals nicht zu sanieren“ vom 26. Mai

Wenn das Stelenfeld für die mehr als sechs Millionen ermordeten Juden nicht mehr reparabel ist, sollte man umgehend ein neues Denkmal bauen. Es sollte dann ein Denkmal sein, wo auf den ersten Blick erkennbar ist, dass es den Juden gewidmet ist, die während der Nazi-Zeit erniedrigt und ermordet wurden.

Wolfgang Priese, per E-Mail

Ganz ohne Tierversuche geht es eben doch nicht

Zum Artikel: „Neubau für Mäuseversuche“ vom 15. Mai

Es gibt Versuche, die man am lebenden Tier durchführen muss, etwa Versuche zu Herzunterstützungs- oder Kathetersystemen. Es ist richtig, Tierversuche auf ein unabdingbares Maß zu beschränken, aber ganz ohne geht es nicht.

Karsten Reincke, Müggelheim