Leserbriefe

„Ergebnis sich selbst zuzuschreiben“

Leser zum aktuellen Berlin Trend, nach dem 71 Prozent der Wähler unzufrieden mit Klaus Wowereit sind

Dass Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bei den Wählern nicht mehr punkten kann, liegt an seiner Erfolglosigkeit. CDU-Chef und Innensenator Frank Henkel ist zu blass und hat zu drängenden Berliner Problemen keine brauchbaren Lösungen angeboten. Die Grünen haben mit der autofreien Zone am Helmholtzplatz ähnlich die Wähler verschreckt wie mit dem Veggieday. Wenn ich mir eine Regierende Bürgermeisterin wünschen dürfte, dann wäre das die derzeitige Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Als Senatoren sollten dem nächsten Senat unbedingt Sandra Scheeres, Dilek Kolat (beide SPD) und Mario Czaja (CDU) angehören.

Thomas Splittgerber, per E-Mail

Die SPD hat sich dieses Umfrageergebnis beim Berlin Trend selbst zuzuschreiben. Innerparteiliche Querelen, die auch noch in aller Öffentlichkeit ausgetragen werden, führen unweigerlich zu Vertrauensverlusten der Spitzenpolitiker. Hinzu kommen Probleme wie das BER-Desaster. Die Bürger schauen eben genau hin – und das ist gut so in einer Demokratie.

Christoph Luban, per E-Mail

Erhöhter Finanzbedarf wird scheibchenweise bewilligt

Zum Artikel: „Flughafengesellschaft bleibt liquide“ vom 15. Mai

Für uns Steuerzahler ist es ein Hohn, wenn wir nun erfahren, dass die Flughafengesellschaft liquide bleibt. Auch wenn Flughafenchef Hartmut Mehdorn zurzeit weiteren Finanzbedarf von 1,1 Milliarden Euro für die Fertigstellung des Hauptstadtflughafens BER nennt, ist es wohl nur eine neue Taktik, Finanzierungsmittel vom Haushaltsausschuss scheibchenweise bewilligen zu lassen, um so die Liquidität zu erhalten. Wenn dann der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender des BER die Einladung zur Sitzung des Haushaltsausschusses nicht wahrnimmt, und zwar mit der Begründung, dass für diesen Tagesordnungspunkt der Bund zuständig ist, muss erneut die Frage gestellt werden, wie lange noch die Unfähigkeit von Klaus Wowereit als Aufsichtsratschef des BER geduldet wird. Es ist an der Zeit, dass Wowereit seinen Aufsichtsratsposten abgibt. Vielleicht tragen die aktuellen Umfragewerte zur Arbeit von Klaus Wowereit dazu bei, dass er selbst seine Arbeit kritischer bewertet.

Frank Petzsch, Prenzlauer Berg

Fertigstellungstermine orientieren sich oft an Wahlterminen

Zum Artikel: „‚Erst planen, dann bauen’“ vom 15. Mai

Software für Termin- und Kostensteuerung allein wird künftig keine desaströsen Bauvorhaben verhindern. Solange die oft negative Einflussnahme der Politik auf Projekte erfolgt, werden Großprojekte scheitern. Baukosten, die in ihrer tatsächlichen Höhe vor Planungsbeginn bekannt sind, werden gedeckelt, Grundsteinlegungen und Fertigstellungstermine orientieren sich an Wahlterminen, nicht fachkundige Politiker glauben, steuernd in Planungs- und Bauprozesse eingreifen zu können, erforderliche Planungsabläufe werden verkürzt, Ausschreibungen für Bauleistungen erfolgen ohne fertige Ausführungsplanung, Bauleistungen werden nicht nach Art des Bauvorhabens (Generalunternehmer oder Einzellose) vergeben, und es herrscht zudem noch Misstrauen gegenüber den eigenen Mitarbeitern. All dies sind auch in Rechnungshofberichten nicht erwähnte Störfaktoren.

Friedrich-W. Hensel, Charlottenburg

Der Fußball in der Bundesliga droht weiter kommerzialisiert zu werden

Zum Artikel: „Lizenzstreit zwischen DFL und RB Leipzig geht weiter“ vom 13. Mai

Red Bull geht es doch nicht darum, die Fußballtradition im Osten wieder aufzubauen, sondern man will ein Marketingunternehmen in die Bundesliga führen. Man hat sich dafür als Standort eine Region ausgesucht, deren Traditionsklubs völlig am Ende sind und nach der Wende nie eine echte Chance hatten, sich zu etablieren. Ein Verein mit einer Aufnahmegebühr von 100 Euro und einem Jahresbeitrag von 800 Euro möchte keine Mitglieder und echte Fans, er will Konsumenten. Die Red-Bull-Macher werden langfristig in der Bundesliga dafür sorgen, dass die Regeln weiter verwässert werden und der Fußball weiter amerikanisiert wird. Am Ende werden nicht nur Stadien nach Großkonzernen benannt, sondern auch die Klubs und die Liga wird einen sportlichen Wert haben wie diese Wrestling-Shows auf den privaten Spartenkanälen.

Markus Meister, Kassel