Leserbriefe

„Bedarf für die Verbindung besteht“

Leser zu Plänen des Senats, die S-Bahnlinie 5 in Spandau bis zur Falkenseer Chaussee zu verlängern

Dass Bedarf für eine S-Bahn zum Falkenhagener Feld besteht und auch Platz für eine S-Bahn da ist, hat der Senat richtig erkannt. Es muss nun geprüft werden, wie die Havelländische Eisenbahn AG ihre Werkstatt erreicht und ob ein drittes Gleis auf der Trasse unterzubringen ist. Die Verlängerung der S-Bahn nach Falkensee ist sinnvoll, da die Bevölkerungszahlen dort enorm steigen und schon heute die Bahnsteiglängen in Falkensee für die achtteiligen und gut besetzten Talent2 nicht ausreichen.

Thomas Splittgerber, Lichterfelde

Der Vorschlag, die S-Bahn bis an die Falkenseer Chaussee zu verlängern, ist spitze. Alle Anwohner dieses Ortsteils begrüßen diese Planung. Wenn schon neu geplant wird, dann sollte man auch an der Ruhlebener Straße, zwischen den Stationen Pichelsberg und Stresowplatz, eine Station für die S-Bahn einrichten.

Klaus Häverer, per E-Mail

Wahrheitsliebe und Mut zu originärem Denken

Zum Artikel: „Frieden und so“ vom 12. Mai

Ein sachlicher und ausgewogener Bericht über die Montagsdemonstrationen. Es wurde richtig erkannt, dass die zusammengewürfelte Schar, ein Teil der schweigenden Mehrheit unserer Bürger, keine konkreten politischen Ziele formuliert, sondern diffus und friedlich ihr Unbehagen ausdrückt über die offenkundigen Probleme in unserem Staat und weltweit sowie über das Fehlen überzeugender Lösungsansätze. Ich frage mich aber, warum die Protestierer als „neurechte Bewegung“ bezeichnet werden. Wer unser Bankensystem kritisiert oder gar die mächtigste Zentralbank der Welt, die US-amerikanische Fed, ist doch nicht rechts oder „neurechts“. Die Montagsdemonstranten greifen Missstände auf und fordern Lösungen. Mit dem Rechts-Links-Strickmuster kann man dieses Phänomen nicht erfassen, allenfalls mit Wahrheitsliebe und dem Mut zu originärem Denken.

Bernd Hack, Westend

Gemeinsinn und Miteinander sind auf der Strecke geblieben

Zum Artikel: „Deutsche halten zusammen“ vom 13.Mai

Die Bertelsmann-Studie, nach der Wessis solidarischer als Ossis sind, sollte nicht überraschen. Mehr als 20 Jahre nach dem Fall der Mauer sind Gemeinsinn, Nachbarschaft und geselliges Miteinander jenseits der Elbe längst auf der Strecke geblieben. Ein soziales Netzwerk zu den Nachbarn gibt es nur noch selten. Dafür sind die Zäune und Mauern auf den Grundstücken umso höher geworden. Begriffe wie sozialer Zusammenhalt haben ihre Bedeutung verloren.

Albert Alten, per E-Mail

Eines der letzten Korrektive fällt damit weg

Zum Artikel: „Prüfungen leichter gemacht“ vom 9. Mai

Es bringt Kindern und Jugendlichen langfristig nichts, wenn man die Leistungsanforderungen beim Mittleren Schulabschluss und Abitur regelmäßig senkt und damit das Gesamtergebnis von Schulabschlüssen aufhübscht. Das sieht nur in Schulinspektionsberichten schick aus und hebt die Außenwirkung von Schulen enorm. Irgendwann im Leben wird jeder Mensch von der eigenen Faulheit eingeholt: Bei der Ausbildung, im Studium, bei den Prüfungen am Ende der Berufsausbildung oder beim Examen – wenn er denn überhaupt so weit kommt. Wir ziehen eine Generation groß, die ohne Anstrengungsbereitschaft die größten Konsumwünsche äußert. Eltern erfüllen ihren Kindern diese Wünsche, ohne eine Gegenleistung dafür zu verlangen. Wenn auch die Institution Schule die Anforderungen stetig minimiert, fällt das letzte Korrektiv, das dieses Fehlverhalten und falsch verstandene Großzügigkeit einschränken kann.

Susanne Held, Spandau

Tausende Lkw rollen unnütz über unsere Straßen

Zum Artikel: „Zalando bleibt trotz Umsatzsprungs in der Verlustzone“ vom 10. Mai

Mehr als 50 Prozent der bei Zalando bestellten Ware wird retourniert. Gäbe es keine Retouren, käme der Onlinehandel von Zalando mit einem Drittel der Lkw-Touren aus. Tausende Lkw rollen also unnütz über unsere Straßen. Zalando benutzt für diese Fahrten unsere Straßen und sorgt dafür, dass Einzelhändler in den Ruin getrieben werden und Innenstädte veröden.

Henrik Sjöhage, Tegel