Leserbriefe

„Griff nach dem letzten Strohhalm“

Leser zu den wirtschaftlichen Problemen von Air Berlin – auch als Folge des Desasters beim Bau des BER

Als regelmäßiger Griechenlandurlauber hat man die Sparmaßnahmen von Air Berlin schon lange zu spüren bekommen, insofern kaum noch griechische Inseln von Berlin aus direkt angeflogen werden. In den meisten Fällen muss man in Wien umsteigen – inklusive langer Wartezeit. Man benötigt somit für eine Reise ans Mittelmeer länger als nach New York.

Leider bieten die gängigen Reiseanbieter keine Alternative an. Alternativfluglinien wurden ja auch von Air Berlin vor einigen Jahren aufgekauft. Auf Unverständnis stößt die Ankündigung, dass für weitere Reststrukturierungsmaßnahmen ein weiterer Vorstand berufen und auch noch eine externe Unternehmensberatung engagiert wird. Es werden also weitere Kosten verursacht, um eigentlich Kosten zu sparen.

Andreas Peickert, Tegel

Dass Air Berlin nun nach dem letzten Strohhalm greift, ist bedauerlich, trotzdem überrascht es kaum. Die Misswirtschaft Hartmut Mehdorns bei Air Berlin, gepaart mit seiner schon fast spektakulären Unfähigkeit, den BER zu koordinieren, musste irgendwann solche Folgen haben. Auch vorrangig nach dem Grundsatz „Geiz ist geil“ zu wirtschaften, ist auf lange Sicht fatal. Dem Mann sollten am besten gar keine Tätigkeiten mit Verantwortung mehr übertragen werden.

Constanze Thietz, per E-Mail

Wann gestehen sich die Verantwortlichen des BER endlich ein, dass dieser Flughafen nie eröffnen wird. Die technischen Probleme sind so vielfältig, dass sie schon lange nicht mehr erfasst werden. Hat man eines dieser Probleme erkannt und behoben, so tut sich an anderer Stelle schon ein neues auf. Das Bauprojekt ist den Verantwortlichen buchstäblich über den Kopf gewachsen, und nun stehen sie vor der Kapitulation. Man will es sich und der Öffentlichkeit nur noch nicht eingestehen. Stattdessen versucht man diese Totgeburt künstlich am Leben zu erhalten und verpulvert jeden Monat Millionen von Steuergeld, statt sich auch im Interesse der Airlines um eine dringend benötigte Alternative zu bemühen.

Peter Hirsch, Wilmersdorf

Überflüssige Fehlinvestition für Nachrichtenstudio

Zum Artikel: „ARD plant Rückzug vom Boxen, Sauerland sucht neuen Partner“ vom 29. April

Der Bericht über den geplanten Rückzug der ARD von künftigen Boxveranstaltungen wegen „finanziell enger werdenden Perspektiven im Sportrechteetat“ löst starke Verwunderung aus. Da wird seit Jahren ein neues Studio geplant, weit über 20 Millionen Euro werden hierfür ausgegeben und Kürzungen am Sportetat vorgenommen. Das Ergebnis des 24-Millionen-Studios ist grottenschlecht. Man hat den Eindruck, die Tagesschau wird aus einem Krematorium gesendet. Was sich die Verantwortlichen dabei gedacht haben, bleibt deren Geheimnis. Insgesamt eine überflüssige Fehlinvestition.

Peter Otto, Kleinmachnow

Verpackung sollte mit Warnhinweisen versehen werden

Zum Artikel: „Verbraucher machen Bogen um McDonald’s“ vom 23. April

Wegen des „Junkfood“ der Schnellimbissketten sind Fettleibigkeit, Kreislaufstörungen und Diabeteserkrankungen auch in Deutschland keine Seltenheit mehr. Seit Anfang April erlaubt die amerikanische Imbisskette McDonald’s seinen Lieferanten sogar, gentechnisch verändertes Futtermittel zur Herstellung von Hähnchenfleisch zu verwenden. Wäre es da nicht an der Zeit, ähnlich wie auf den Zigarettenschachteln, auf den Verpackungen von fetthaltigen und ungesunden Produkten wie Hamburgern, Pommes Frites, zuckerhaltigen Getränken und besagten Hähnchengerichten den Warnhinweis „Fast-Food-Essen gefährdet Ihre Gesundheit nachhaltig“ zu drucken?

Albert Alten, per E-Mail

Der Zoo wäre ein geeigneter Ort für ein derartiges Tier

Zum Artikel: „Königspython im Gras entdeckt“ vom 28. April

Ich wünsche mir, der Zoo könnte diese wunderschöne Schlange mit den außergewöhnlichen Farben aufnehmen. Ich weiß natürlich, welche Schwierigkeiten es gibt, irgendwelche Fundtiere aufzunehmen, aber die Schlangen im Aquarium sind doch, nachdem es die Riesenschildkröten nicht mehr gab, auch eine große Attraktion. Und wer kann schon auf Dauer als Privatperson eine derart große Schlange halten, die ja voraussichtlich weiter wächst und die entsprechend große Beutetiere verspeisen muss?

Regina Kröning, Spandau