Leserbriefe

„Berlin hat andere Sorgen“

Leser zu der Abstimmung über eine mögliche Bebauung des Tempelhofer Feldes am 25. Mai

Es geht den Tempelhofer Bürgern, die Befürworter des Volksentscheides zum Tempelhofer Feld sind, nicht um die Verhinderung von Wohnungsbauten schlechthin, sondern um die Angst vor einem drohenden Verkehrschaos im Bereich des Tempelhofer Damms. Die Anwohner sind frustriert wegen der Ignoranz des Senats, der Abgeordneten und Funktionäre, die bisher nur für die Baupläne schwärmen, die Probleme mit der Verkehrsentwicklung aber überhaupt nicht thematisiert haben. Schon jetzt ist der Tempelhofer Damm mitunter stundenlang zugestaut.

Heinz von Przychowski,Tempelhof

Im Prinzip ist ja nichts gegen eine Randbebauung des Tempelhofer Feldes einzuwenden. Wenn man aber dem Senatsgesetz zustimmt, dann ist das zugleich ein Freibrief für das umstrittene und teure Wowereit-Denkmal Landesbibliothek. Berlin hat aber andere Sorgen.

W. Diller, per E-Mail

So kompliziert ist der Stimmzettel doch nicht. Wer den nicht versteht, dem sollte man das Wahlrecht entziehen. Viel komplizierter erscheint mir da eher die Auszählung.

Siegfried Werth,Tegel

Gut, dass die Morgenpost sich mit dem Thema Abstimmung über den Volksentscheid befasst. Ich musste beim Lesen der Fragen mehrmals den Kopf schütteln. Was sich die Landeswahlleiterin da ausgedacht hat, ist geradezu hanebüchen. Wer soll das verstehen? Der Stimmzettel ist in der Tat zu unbestimmt, als dass man sich sofort für diese oder jene Variante entscheiden könnte. Der Hinweis auf die in der Wahlbenachrichtigung beilegende amtliche Information, mit der man sich doch befassen möge, zeigt, dass Frau Michaelis-Merzbach ihrer Aufgabe anscheinend nicht gewachsen ist. Schön, dass sie wenigstens Verständnis für sehbehinderte Menschen hat und ein lesbares Format des Zettels vorlegt. Das aber reicht nun wirklich nicht aus.

Wolfgang Pickert, per E-Mail

Unzählige und teilweise lange Sperrungen der Innenstadt

Zum Artikel: „Fußball-WM: Sicherheitsbedenken gefährden Fanmeile“ vom 23. April

Wann hören denn endlich die unzähligen und teilweise langen Sperrungen der Berliner Innenstadt und speziell der Straße des 17. Juni und der Umgebung des Brandenburger Tores auf? Haben wir nicht mit dem Tempelhofer Feld ein hervorragend dafür geeignetes Gelände? Da könnte man bei Bedarf sogar Millionen Besucher unterbringen. Das Gelände würde sich sogar als Start und Ziel für Halb- und Marathon eignen, auch die Loveparade und der Karneval der Kulturen könnten dort ablaufen. Damit würde sich eine Einzäunung des Tiergartens auch erübrigen.

Ottmar Sliwka, per E-Mail

Kampf gegen Micky Maus, falsche Grenzsoldaten und Darth Vader

Zum Artikel: „Abmarsch am Brandenburger Tor“ vom 26. April

Polizei und Ordnungsamt kontrollieren nicht nur täglich, ob Micky Mouse, das Grenzsoldatenimitat oder Darth Vader zur Freude der Touristen weiterhin am Pariser Platz posieren, sondern verhängen auch Bußgelder und sprechen Platzverweise aus. Diese Inszenierung verdeutlicht abermals, wo und nach welchen Kriterien die politische Führung der Stadt bei der öffentlichen Sicherheit die Schwerpunkte setzt und wie sie den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit der Mittel interpretiert.

Bernd Walter, per E-Mail

Drakonische Sanktionierung von Straftaten gegen Staatsdiener

Zum Artikel: „Der Respekt ist geringer geworden“ vom 28. April

Die Respektlosigkeit gegenüber den Rettungskräften und der Polizei passt gut zu unserer Zeit. Das bringt nur eine der negativen Facetten der sogenannten modernen Gesellschaft zum Ausdruck, in der der allgegenwärtige Egoismus über dem Wohl der Allgemeinheit herrscht. Der Trend zur Liberalisierung ist an der Flut von Gesetzen erkennbar, die die Freiheit des Einzelnen auf Kosten der Befugnisse der Ordnungs- und Sicherheitskräfte garantieren. Sollten alle Beleidigungen und leichte Körperverletzungen im täglichen Dienst durch Polizeibeamte zur Anzeige gebracht werden, würde das die Gerichte kollabieren lassen. Die einzige Lösung ist eine drakonische Sanktionierung von Straftaten gegen Staatsdiener. Dabei sollte nicht die Höchst-, sondern die Mindeststrafe erhöht werden, damit keine Verurteilungen möglich sind, die in der Öffentlichkeit als Kapitulation des Rechtsstaates wahrgenommen werden.

Gerhard Spisla, Haselhorst