Leserbriefe

„Von Jahr zu Jahr teurer“

Leser zu dem Flughafen BER, Mehdorns Rolle und dem Anstieg der Gesamtkosten auf 5,7 Milliarden Euro

Man kann es nicht mehr hören und lesen. Die Eröffnung des BER wird ständig verschoben und von Jahr zu Jahr auf Kosten der Steuerzahler immer teurer. Und wirkliche Baufachleute werden von Flughafenchef Hartmut Mehdorn entlassen. Er scheint vom Bau nicht sonderlich viel Ahnung zu haben. Hauptsache, er kann sein üppiges Jahresgehalt kassieren. Man fragt sich nur, wofür?

A. Panske, per E-Mail

Der BER steht beispielhaft für die Unfähigkeit des Landes größere Projekte in einem einigermaßen überschaubaren Kostenrahmen durchzuführen. Überall wird nur protestiert, gegen alles, ob Lärm, Abgase oder Flächenverbräuche. Aber jeder will möglichst schnell und billig in den Urlaub fliegen. Das Desaster ist fast schon vergleichbar mit der Anti-Atomkraft-Blockade, wo alle Strom haben wollen, aber keiner bereit ist, die Lasten der Stromerzeugung zu zahlen, noch nicht mal, wenn es um den Bau einer normalen Stromtrasse geht.

Christian Lukner, per E-Mail

Abweichungen von der Flugroute sind nicht nur wetterbedingt

Zum Artikel: „Im Tiefflug über Berlin“ vom 7. April

Vielen Dank für diesen Artikel. Das, was dort recherchiert haben, erleben wir im Ortsteil Rahnsdorf (Treptow-Köpenick) in schöner Regelmäßigkeit. Und es ist einfach nicht wahr, dass es sich bei den Überflügen um wetterbedingte Ausnahmen handelt. Meist ist der Himmel bei Ostwind – dann starten die Flugzeuge in unsere Richtung – und damit verbundenen stabilen Hochdruckwetterlagen völlig klar, und man kann sehr schön beobachten, wie die Maschinen bei bester Sicht von Flughafen Schönefeld startend in engen Kurven über uns nach Westen abdrehen. Was sind eigentlich die Konsequenzen für Fluglotsen, die ein Flugzeug unbegründet eine verbotene Route fliegen lassen? Ich vermute bei der Allmacht der Deutschen Flugsicherung keine. Und deshalb wird sich wohl an dieser Praxis nichts ändern.

M. Möhricke, per E-Mail

Sie prangern in dem Artikel Flüge in zu niedriger Flughöhe beziehungsweise auf falschen Flugrouten an. Sie schreiben von 800 Fällen in den vergangenen drei Jahren von den Flughäfen Tegel und Schönefeld. Ich wohne in der Einflugschneise des Flughafens Tegel und weiß somit, was Fluglärm bedeutet. Trotzdem sollte fairerweise die Zahl der Fehlflüge ins Verhältnis zur Zahl der Gesamtzahl der Starts gesetzt werden. 2013 gab es in Tegel 168.500 und in Schönefeld 57.900 Starts und Landungen, folglich also etwa 113.200 Starts im Jahr 2013. Wenn es in den Jahren 2012 und 2011 vergleichbare Zahlen waren, reden wir also von etwas 340.000 Starts. Falls ich mich nicht irre, sind 800 fehlgeleitete Flüge somit etwa 0,24 Prozent aller Starts, 99,76 Prozent der Flugzeuge flogen also regulär.

Andreas Haupt, Spandau

Panikmache, um Einkünfte aus der Kontrolltätigkeit zu sichern

Zum Artikel: „TÜV: Jeder zweite Fahrstuhl mit Mängeln“ vom 11. April

Der Aufzug ist das sicherste Personenbeförderungsmittel weltweit. Die Panikmache der Experten vom TÜV Rheinland werden sich die Aufzugsfirmen nicht gefallen lassen. Zwischen den Zeilen kann man lesen, dass der TÜV offensichtlich einen Gebührenschwund hat. Der TÜV befürchtet, dass nun auch noch die Zwischenprüfungen entfallen sollen. Der erste Verlust war, dass neue Aufzüge nicht mehr vom TÜV abgenommen werden müssen, weil die Aufzugsteile typengeprüft sind. Der TÜV bemüht sich auch seit Jahren schon um eine Gesetzesänderung, damit sechs Jahre alte Autos jedes Jahr zur technischen Untersuchung sollen.

Wolfgang Kunzendorf, per E-Mail

Skurrile Erfinfdungen, die niemand wirklich braucht

Zum Artikel: „Berliner Erfinder brauchen mehr Geduld“ vom 13. April

Berlin ist – nach den Erfindungen von Kinofilm, Fernseher, Computer oder Thermosflasche – keine wirkliche Erfinderstadt mehr. Was vordergründig an den Berlinern liegt. „Ich will irgendwas ohne Mathematik studieren“ ist das Credo vieler Abiturienten. Aber in den Bereichen Germanistik, Publizistik und Philosophie gibt es nur wenig zu erfinden, dafür ist das Studium leicht und die Arbeitsplatzsuche später schwierig. Dafür gibt es wieder skurrile „Erfindungen“ wie den viel gescholtenen Patenthosenträger. Auch die erwähnte Hundeparkscheibe passt dazu und gehört in Wirklichkeit in die Kategorie „Erfindungen, die keiner braucht“.

Ralf Drescher, Lichtenberg