Leserbriefe

„Ganz gewiss der falsche Weg“

Leser zum Plan der Berliner Bildungssenatorin, künftig Quereinsteiger als Lehrer zu beschäftigen

Unsere Kinder, unser kostbarstes Gut, haben ein Anrecht auf qualifizierten Unterricht mit ausgebildeten Pädagogen. Der Einsatz von Quereinsteigern ist – so wie er geplant ist – ganz gewiss der falsche Weg. Nicht nur die Kinder werden leiden, auch die zum Einsatz kommenden Akademiker werden vor Aufgaben stehen, denen sie nicht gewachsen sind. Wann werden endlich auch Berliner Lehrer wieder in den Beamtenstatus versetzt? Viele Probleme des Lehrermangels in Berlin könnten damit gelöst werden.

Annemarie Schostag, Neukölln

Die Kritik ist nicht nachvollziehbar, Quereinsteiger werden pauschal diffamiert. Dabei wird verkannt, dass viele Quereinsteiger hervorragende Kenntnisse mitbringen. Es gibt Quereinsteiger, die sogar über ein Staatsexamen oder eine praktisch-pädagogische Ausbildung verfügen. Ich kenne einen Quereinsteiger, der hat sogar an einer Pädagogischen Hochschule gearbeitet und wartet seit seit Monaten auf einen Bescheid der Bildungsverwaltung beziehungsweise auf Anstellung. Offensichtlich ist die Verwaltung selbst nicht in der Lage, aus den Bewerbungen Quereinsteiger auszuwählen, die für die Arbeit an einer Schule ausreichend qualifiziert sind. Das ist eine Katastrophe für Berlin.

Christoph Luban, per E-Mail

Zwei Shows pro Jahr mit Barbara Schöneberger

Zum Artikel „Das Ende von ‚Wetten, dass..?‘“ vom 6. April

Leider hat das ZDF viel zu spät auf die sinkenden Einschaltquoten reagiert. Gesunken waren die schon bei Thomas Gottschalk, das sollte man nicht vergessen. Seit Markus Lanz diese Sendung übernahm, wurde er nur noch miesgemacht, niedergebrüllt und veräppelt. Man hat über Lanz den Müll der Nation geschüttet. Es ist richtig, dass sich das Fernsehverhalten in den vergangenen Jahren vollkommen verändert hat. Die ganze Familie am Sonnabend um 20.15 Uhr vor dem Fernseher versammelt, das gibt es nicht mehr. Gemeinsame Fernsehabende gibt es nur noch beim Sandmännchen mit den Kleinsten. Gut, das ZDF hat verstanden, aber warum so radikal? Man hätte „Wetten, dass..?“ auf zwei Mal im Jahr beschränken können, es gibt nämlich immerhin bis zu sieben Millionen Zuschauer, die diese Show gut finden und treu dabei sind. Das müssen andere Formate erst einmal schaffen. Und zwei Mal im Jahr kann man eine gute Sendung machen, etwa mit Barbara Schöneberger als Moderatorin.

K. Newcomb, Zehlendorf

Geschäft ist eben Geschäft

Zum Artikel: „Kampf gegen Wettbüros in Berlins Bezirken“ vom 6. April

Da wurden zunehmend Glückspieleinrichtungen durch den Senat und die Bezirke – gewiss im Hinblick auf die zu erwartenden Steuereinnahmen – zugelassen, und jetzt wird über die Einrichtung einer Präventionsarbeitsstelle gegen die Glücksspielsucht nachgedacht. Und im Senat wird jetzt auch darüber nachgedacht, dass da ja im vergangenen Jahr 39 Millionen Euro Vergnügungssteuer aus dem Glückspiel eingenommen wurden und nun damit auch die Fürsorgepflicht des Staates gegenüber seinen Bürgern erfüllt werden könnte. Insgesamt stehen in diesem Jahr 515.000 Euro dafür zur Verfügung. Für 2015 sind bereits 475.00 Euro vorgesehen. Da kann man Vater Staat nur Anerkennung aussprechen: Geschäft ist eben Geschäft – und es sichert doch auch Arbeitsplätze.

Gisela Molless, Tegel

Umbau der Hedwigs-Kathedrale ist deutlich zu teuer

Zum Artikel: „Sanierung der Kathedrale kostet fünf Millionen Euro“ vom 6. April

Die hohen Kosten für den Umbau der Hedwigs-Kathedrale sind empörend. Ich bin sicher, dass es im Bistum andere Baustellen gibt, die vordringlicher zu behandeln wären als ein prestigeträchtiger Umbau der Bischofskirche. Der damalige Oberhirte des Bistums, Kardinal Sterzinsky, hatte in einer aufsehenerregenden Aktion um Spenden für das in finanzieller Not befindliche Erzbistum gebeten. Im Nachhinein komme ich mir verhöhnt vor, diesem Aufruf gefolgt zu sein, wenn nun Spenden und Kirchensteuer für offenkundig überflüssige Luxussanierungen verschwendet werden sollen. Die Hedwigskirche war in ihrer jetzigen Ausstattung über Jahrzehnte ein würdiger Ort für Gottesdienste. Im Hinblick auf die von Papst Franziskus gepredigte neue Kultur der Bescheidenheit sollten die Umbauarbeiten auf den Erhalt der Substanz beschränkt werden. Eine Neugestaltung des Innenraums gehört nicht dazu.

Klaus Hanfland, Mitte