Leserbriefe

„Endlich verschwindet der Klamauk“

Leser zum angekündigten Ende der Fernsehshow „Wetten, dass..?“ und zur Moderation von Markus Lanz

Es ist schon ein dickes Ding, wenn jetzt dem Zuschauer die Schuld gegeben wird. Die Sehgewohnheiten der Zuschauer hätten sich verändert – da kamen wohl noch ein paar andere negative Seiten zum Tragen. Etwa langweilige Wetten und taktloses Lavieren gegenüber internationalen Stars vonseiten eines mehr als biederen Moderators. Im Prinzip ist nun kein großes Wehklagen der meisten Zuschauer zu vernehmen, obwohl die Sendung vom 5. April eigentlich ganz ordentlich über die Bühne lief.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Endlich verschwindet der ZDF-Klamauk „Wetten, dass..?“ vom Bildschirm. Der unprofessionellen Moderation von Markus Lanz ist es zu verdanken, dass das Ende schneller gekommen ist als erwartet. Frei nach dem Motto „Lieber ein Ende ohne Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“ wird dieser Show wohl keiner eine Träne nachweinen. Denn dieses altmodische Show-Konzept ist ein TV-Relikt aus dem vergangenen 20. Jahrhundert, und die Einschaltquoten befanden sich schon seit Längerem im Sturzflug.

Albert Alten, Wernigerode

Ich finde es schon sehr schade, dass Europas größte Unterhaltungssendung, die Frank Elstner einst erfunden und konzipiert hat, jetzt einfach eingestellt wird. Doch das ZDF hat selbst Schuld, denn es hat nach dem Weggang von Thomas Gottschalk versucht, mit Macht mehr jüngere Zuschauer zu gewinnen, und ist damit zuweilen auf Privatfernsehniveau gelandet. Außerdem fehlten in den letzten Sendungen die gute Mischung und der schnelle Wechsel von Wort und Musik: Die Wetten nahmen überhand, und die Showteile wurden nahezu eingespart. Das musste letztlich schiefgehen, und Markus Lanz wurde dafür gescholten. Angeblich sollen sich die Sehgewohnheiten geändert haben, sagt das ZDF. Doch das ist ein Totschlagargument, mit dem heutzutage ohnehin sehr inflationär argumentiert wird. Der absolute Gegenbeweis für diese Argumentation ist das Revival von „Dalli Dalli“ mit Kai Pflaume im Ersten, denn dieser einst von Hans Rosenthal im Jahre 1971 erfundene Spielspaß erfreut sich heute wieder großer Beliebtheit.

Thomas Henschke, Waidmannslust

Das Verhalten der Zuschauer ändert sich. Man sollte deshalb nicht jammern, wenn mit „Wetten dass..?“ jetzt Schluss gemacht wird. Vielleicht ist erst mal eine Denkpause angebracht, um über neue Formate nachzudenken. Nichts auf der Welt hält ewig.

Christian Lukner, per E-Mail

Am Ende haftet der Steuerzahler

Zum Artikel „ Gutachter sehen Fehler von Wowereit im Fall Schmitz“ vom 5. April

In der Steueraffäre um den ehemaligen Kulturstaatssekretär André Schmitz zeigt sich, dass der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit laut Gutachten des Wissenschaftlichen Parlamentsdienstes des Abgeordnetenhauses gegen das Dienstrecht verstoßen hat. Und dies, obwohl Herr Wowereit Volljurist ist und viel Verwaltungserfahrung hat. Auch die Beamten der Staatsanwaltschaft haben ihre Informationspflicht nicht beachtet. Wer haftet nun dafür? Keiner, nur der Steuerzahler – und möglichst auch der Steuerhinterzieher.

Gottfried Hecht, per E-Mail

Politiker wie Klaus Wowereit dürfen Milliarden verschleudern, sich Landesbibliotheken bauen wollen und geltendes Dienstrecht brechen. Und auch die tapferen Claqueure von der CDU können und wollen dem Wahnsinn keinen Einhalt gebieten. Wo bitte sind die Willy Brandts und Richard von Weizsäckers geblieben?

Klaus Wollschläger, Kladow

Olympische Spiele in Berlin und Brandenburg

Zum Artikel „Sportbund will Olympische Spiele nach Berlin oder Hamburg holen“ vom 5. April

Wo wir in der Region noch so mit der Frage der Länderfusion beschäftigt und über den Großflughafen nicht zusammengekommen sind, müsste Berlin bei einer so großen Sache wie den Olympischen Spielen doch an der Ausdehnung auf Brandenburg interessiert sein. Zum Beispiel könnten die Wassersportarten dort veranstaltet werden. Es gäbe sicherlich auch größeren Rückhalt in der Bevölkerung, wenn man die historisch zusammengehörige Region in die Rechnung einbringt, und es hätte eine zusätzliche Attraktivität, wenn man ein östliches Bundesland einbezieht. Ich würde hingegen dringend von gemeinsamen Spielen mit Hamburg abraten, das wäre für Berlin bloß etwas Halbes.

Jürgen Spiegel, Neukölln