Leserbriefe

„Eine gute Nachricht für Mitte“

Leser zum Verbot von Verkleidungskünstlern und Pantomimen vor dem Brandenburger Tor

Mit dem Verbot von Straßenkünstlern am Brandenburger Tor verhält sich das Bezirksamt Mitte spießig und kleinkariert. Wir nehmen in Berlin gerne die Einnahmen aus dem boomenden Tourismus, wollen dabei aber jeden Trubel vermeiden. Das war bei der Love Parade so, bei den Ferienwohnungen, bei Klubs und Diskotheken, immer ist Ruhe die erste Bürgerpflicht. Ich möchte weiterhin ein weltoffenes, freies Berlin, mit Grenzüberschreitungen, solange niemand zu Schaden kommt. Mit provinziellem Mief, Reglementierung und Bürokratismus zerstört Berlin seine vorhandenen künstlerischen und kommerziellen Freiräume und verliert seine Anziehungskraft für die Kreativen. Wenn ich sehe, was Berlin-Besucher und ihre Kinder mit den Pantomimen und Verkleidungskünstlern am Brandenburger Tor für einen Spaß haben, dann verliere ich wirklich jedes Verständnis für diese Verbotspolitik.

Gerhard Schultzendorf, Schöneberg

Das auf diesem geschichtsträchtigen Platz diese schwachsinnigen Darbietungen endlich verboten werden, ist eine gute Nachricht. Es stellt sich aber die Frage, warum benötigt die zuständige Verwaltung Jahre, um so ein Treiben zu beenden? Es bringt aber alles nichts, wenn der dafür zuständige Stadtrat dieses nicht auch täglich überprüfen lässt. Das gleiche Treiben wird vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg anscheinend als hohe Schauspielerkunst bewertet und darum darf am gleichfalls geschichtsträchtigen Checkpoint Charlie weiter herumgealbert werden. Die ,,Künstler“ vom Pariser Platz können ihre Darbietungen in Zukunft also dort auf Kreuzberger Seite weiter vorführen.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Dass Baustadtrat Spallek die Würde des Pariser Platzes als Argument gegen die Anwesenheit der bislang dort fröhlich agierenden Musiker und Darsteller ins Feld führt, klingt doch etwas abgehoben. Die meisten Leute – und vor allem die Touristen – stört das nicht, ganz im Gegenteil. Was ist dagegen zu sagen, wenn sie sich mit kostümierten „Alliierten“ fotografieren lassen. Da halte ich es doch eher mit Roberto Blanco: Ein bisschen Spaß muss sein. Würde es nicht genügen, allen Straßenkünstlern eine gebührenpflichtige Erlaubnis abzuverlangen? Möglich wäre es ja auch, kleine Stände zur Vermietung anzubieten, damit alles seine Ordnung hat und niemand mehr ein Ordnungswidrigkeitsverfahren befürchten muss.

Friedhelm Rackwitz, Mitte

Bankautomaten müssen besser gesichert werden

Zum Artikel: „Geldautomat aus der Wand gerissen“ vom 28. März

Es vergeht kaum ein Tag, an dem man nicht in den Medien von einer Sprengung oder brutalen Beschädigung eines Bankautomaten erfährt. Das geschieht bundesweit. Wir können zwar zum Mond und in einem Raumschiff um den Globus fliegen. Aber eine Sicherung, zum Beispiel mit einer Farbpatrone, die dann das vorhandene Geld unbrauchbar macht, können unsere Ingenieure offenbar nicht entwickeln.

Karl-Heinz Schulz, Rudow

Auf Spielplätzen sind die Steuergelder gut eingesetzt

Zum Artikel: „Spielen im sauberen Sand“ vom 4. April

Na endlich, werden viele Eltern jetzt sagen, das wird auch Zeit. Ich wohne in der Nähe vom Chamissoplatz und erlebe jeden Tag, wie sehr der Spielplatz dort gebraucht wird. Gerade für die Kindergärten ringsherum ist er nicht wegzudenken. Auch für ältere Bürger wie mich gehört die Anlage zum Alltag. Ich beobachte mit viel Freude die Kinder beim Spielen. Die gesperrte Kletteranlage soll ja nun mit den neuen Sanierungsmitteln auch wieder erneuert werden. Da sind die Steuergelder gut eingesetzt.

Martina Turm, Kreuzberg

Arbeit von Beamten verdient eine größere Wertschätzung

Zum Artikel: „Beamtenbund fordert höhere Besoldung in Berlin“ vom 3. April

Mal ganz abgesehen von der seit 2003 entstandenen Besoldungslücke von mehr als satten 15 Prozent, werden die Berliner Beamten weiterhin von der allgemeinen Einkommensentwicklung nunmehr noch mehr abgekoppelt. Und zwar um 0,5 Prozent im Jahr 2014 und um die weiteren finanziellen Nachteile aufgrund der Zahlung von lediglich 2,5 Prozent erst ab August 2014 anstatt drei Prozent oder mindestens 90 Euro pro Monat bereits ab März 2014. Die Besoldungslücke wächst damit weiter. Das kann nur bei den Beamten geschehen, die nicht streiken dürfen. Das ist alles andere als eine Wertschätzung von fleißigen Mitarbeitern.

Norbert Gewies, Reinickendorf