Leserbriefe

„Das ist keine Transparenz“

Leser zu Hygienekontrollen in Lebensmittelbetrieben, die nicht mehr mit Smileys bewertet werden dürfen

So bürgerfreundlich die Sache mit den Smileys auch klingt, ich kann diese Unmenge an Piktogrammen, Symbolen und Buttons allmählich nicht mehr sehen. Die Warenverpackungen werden damit zugepflastert, alles ist irgendwie „bio“ und von irgendwem getestet und überhaupt superrein und hat drei Sterne plus. Supergeil eben! Nun also auch noch Smileys für die Branche? Ich finde das kindisch. Warum können die kontrollierten Betriebe nicht mit saftigen Strafen und Auflagen bedacht werden? Und wenn sie schon im Internet an den Pranger gestellt werden, dann bitte schön mit den konkreten Vorwürfen und Ergebnissen der Untersuchungen, nicht aber mit albernen Smileys. So ist keine Transparenz herzustellen.

Renate Pennewitz, Pankow

Es geht in Ordnung, wenn Berliner Verwaltungsrichter in den gefällten Urteilen am Smiley-System Verbesserungen fordern. Die Bezirke sind aufgefordert, da nachzubessern, indem im Internet oder auch an den Smiley-Aufkleben kurz die Mängel aufgeführt werden, so wie es das Berliner Verwaltungsgericht fordert. Außerdem müssen die Gesetze so angepasst werden, dass der Verbraucherschutz beziehungsweise das Gemeinwohl höherwertig ist und dass die Ergebnisse zeitnah veröffentlicht werden. Hat der Restaurantbesitzer die Mängel abgestellt, ist die Neubewertung unverzüglich ins Internet zu stellen.

Thomas Splittgerber, Lichterfelde

Haben sich die Richter jetzt auf die Seite von Amateurgastronomen und Dreckferkeln gestellt? Wer die noch einsehbare Smiley-Liste von Pankow durchblättert, findet dort zum Beispiel eine Speisegaststätte in der Touristengegend an der Knaackstraße, die in den Rubriken Reinigung und Desinfektion, Personalhygiene und Produktionshygiene alle möglichen Minuspunkte erobert hat. Für insgesamt 61 Minuspunkte gab es „nicht ausreichend“. Ähnliche Punktzahlen erzielten türkische Backwarenverkaufsstellen und auch viele Döner werden in einem selten geputzten Umfeld verkauft. Weil ein paar, vermutlich mit rotem Smiley versehene Betriebe geklagt haben, soll um die Sauberkeit von Lebensmittelbetrieben wieder ein Geheimnis gemacht werden. Statt zum Advokaten zu rennen, hätten die Betroffenen mal ordentlich zu Bürste und Schrubber greifen sollen.

Ralf Drescher, Lichtenberg

Bezahlter Ruhestand für schlechte Arbeitsleistung

Zum Artikel: „Senat feuert Bau-Staatssekretär“ vom 26. März

Da wird ein Staatssekretär gefeuert, weil sein Vorgesetzter unzufrieden mit seiner Arbeitsleistung ist. Aber: Was heißt hier überhaupt gefeuert? Nein: Er wurde in den einstweiligen Ruhestand versetzt! Das heißt, er kann nun als Belohnung für seine schlechte Arbeitsleistung unter Zahlung eines Ruhestandsgehaltes zu Hause bleiben. Das ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden Arbeitnehmers, der Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe beantragen muss.

Harry Vierath, per E-Mail

Sommerzeit sollte die Normalzeit komplett ersetzen

Zum Artikel: „Zeitumstellung sorgt für Herzinfarkte“ vom 25. März

Die meisten Sommerzeitgegner, auch Frau Aigner, stören die nachteiligen Folgen der halbjährlichen Zeitumstellung, sie votieren also gar nicht gegen die Sommerzeit, sondern gegen die Umstellung der Uhren und liegen damit genau richtig. Denn wer braucht eigentlich die Winterzeit? Selbst wenn die erhofften Energieeinsparungen nicht eingetreten sind, bleibt doch der enorme Nutzen längerer und wärmerer Abende, auf die kaum jemand verzichten möchte. Die Forderung muss darum lauten: Abschaffung der Winterzeit, die bisher unsere Normalzeit war, und dadurch Entfall der halbjährlichen Zeitumstellung. Unsere Sommer sind kurz genug und täglich eine Stunde mehr davon sollte wohl ein stichhaltiges Argument sein.

Bernhard Bergmann, Britz

Schon heute fehlen an den Schulen Fachlehrer

Zum Artikel: „Programmieren als Schulfach“ vom 24. März

Noch ein neues Fach? Noch mehr Stress? Schon heute müssen die jungen Leute immer mehr in immer kürzerer Zeit lernen. Und – wie man hört – fehlt es doch aller Orten an geeigneten Fachlehrern. Das heißt, ein solcher Vorschlag wäre nur dann realisierbar, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, was jedoch zurzeit offensichtlich nicht der Fall ist.

Christian Lukner, per E-Mail