Leserbriefe

„Ort von besonderer Bedeutung“

Leser zur geplanten Sanierung des neuen Glockenturms und der Kapelle der Gedächtniskirche

Dass die momentan an der Gedächtniskirche angesiedelten Händler nicht froh sind, ihre Buden wegen der angekündigten Sanierung des Glockenturms aufzugeben, ist verständlich. Vermeiden lassen wird sich ein Umzug aber nicht. Diese Gebäude sind nicht nur für uns ältere Berliner Orte von besonderer Bedeutung, die es unbedingt zu erhalten gilt. Die Erinnerung an Krieg und Zerstörung und gleichzeitig der mit dem Glockenturm symbolhaft sichtbar gemachte Wille zum Wiederaufbau der Stadt müssen lebendig gehalten werden. Bleibt zu hoffen, dass weitere Partner die Instandsetzung des Glockenturms und der Kirche bald voranbringen werden.

Günther Heidenreich, Wilmersdorf

Die kriegszerstörte Gedächtniskirche umgeben von dem modernen Nachkriegs-Kirchenensemble, das ist gelebte Berliner (und deutsche) Geschichte. Hier war der Mittelpunkt der damaligen Mauerstadt West-Berlin, und heute ist hier der zentrale Ort des Berliner Westens. Schön, dass es immer wieder aufs Neue gelingt, diesen anfälligen Gebäudekomplex zu „retten“ und dass sich hierfür immer wieder private Geldgeber engagieren. Vielen Dank!

Dietrich Ehrlich, Schöneberg

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde erst 1895 fertiggestellt. Die Pläne für die Errichtung sind noch vorhanden. Es wäre wünschenswert und billiger, diese Kirche in ihrer alten Pracht auch mit Spenden wieder aufzubauen. Hierüber könnte abgestimmt werden. Die alle zehn bis 15 Jahre fälligen Reparaturkosten sind in der Summe höher. Außerdem stellt die Kapelle eine Fehlkonstruktion dar, da sie bei starkem Frost nicht ausreichend zu wärmen ist. Auch verschlechtert sich die Substanz des Glockenturms jährlich. Berlin hat so viel an sichtbarer Substanz durch die Kriegszerstörungen verloren, dass dieses weitere Mahnmal für die Schrecken des Krieges nach mehr als 70 Jahren entbehrlich zu sein scheint.

Gottfried Hecht, per E-Mail

Auch bei Brillen gibt es große Preisunterschiede

Zum Artikel: „Arnos Woche: Die neue Brille“ vom 18. März

Was Arno Müller nicht im Blick hat beim Online-Kauf seiner Brille, ist die technisch-optische Seite dieser Anschaffung. Wer stellt eine individuelle Unverträglichkeit fest? Werden die Gläser sauber und präzise in das Gestell eingearbeitet? Wer nimmt die Zentrierung der Gläser vor den Augen vor? Wird das Gestell gut angepasst? Und schließlich: Kann der Kunde optimal sehen? Beim Autokauf wird jeder Preisunterschied zwischen Luxusklasse und Mittelklasse sofort akzeptiert, wer aber glaubt, es gäbe keinen Qualitäts- und damit auch keinen Preisunterschied zwischen den Brillengläsern und deren optischer Verarbeitung, ist einfach ignorant.

Wolf D. Klatt, per E-Mail

Ferienwohnungen sind bei Touristen beliebt

Zum Artikel: „Bezirke: Verbot von Ferienwohnungen unkontrollierbar“ vom 20. März

Jetzt soll es also losgehen: Die Bezirke wollen innerhalb von zwei Jahren sämtliche Ferienwohnungen in der Stadt verbieten. Das ist ein schwerwiegender Eingriff in das Eigentumsrecht der Wohnungsbesitzer und ein schmerzhafter Verlust für Berlin-Besucher, die gern in den Apartments übernachten. Da ist es einigermaßen beruhigend, dass es bei der Umsetzung des Zweckentfremdungsverbots etliche administrative und rechtliche Probleme gibt und dass bei der dürftigen personellen Ausstattung ein flächendeckendes Verbot kaum durchsetzbar ist. Mancher mag das bedauern, ich bedauere das nicht. Im Gegenteil, ich fände es sehr schade, wenn es dieses Angebot für Touristen und Geschäftsleute nicht mehr geben würde.

Roland Bleibtreu, Schöneberg

Lärmschutzwand ist die bessere Lösung

Zum Artikel. „Tunnel für Dresdner Bahn in Lichtenrade wieder fraglich“ vom 18. März

Die Tunnellösung würde Mehrkosten von etwa 150 Millionen Euro verursachen, von denen Berlin rund die Hälfte tragen müsste. Und das in einer Stadt, die kein Geld hat, um Schulen zu sanieren. Lärmschutzwände sind beim Stand der Technik akzeptabel, und wer die nicht will, soll den Tunnel bezahlen. Ansonsten wäre die Wertsteigerung der Anliegergrundstücke zu 100 Prozent durch das Finanzamt einzuziehen. Durch einen Bahntunnel würde der Preis drastisch steigen. Ich wohne übrigens in der Einflugschneise von Tegel, und hinter meiner Wohnung verläuft eine Industriebahn.

Klaus-Dieter Ohström, Spandau