Leserbriefe

„Wertvolle Natur wird zerstört“

Leser zum Bau einer Seilbahn für 14 Millionen Euro anlässlich der Gartenausstellung 2017 in Marzahn

Der Erholungspark Marzahn mit den Gärten der Welt wurde auf Platz 2 der schönsten Gärten und Parks in Berlin und Brandenburg gewählt. Gewinner ist Sanssouci. Besser geht das nicht. Auch nicht, wenn die Gartenausstellung 2017 nun mit aller Macht und unnötigen Investitionen in eben diesem wunderbaren Park ausgerichtet werden soll. Geplant ist außerdem die Einbeziehung des angrenzenden Wuhletals mit einem kleinen See und dem Kienberg. Das ist ein wunderschönes Biotop, in dem man Ruhe und Entspannung findet. Mit den geplanten baulichen Veränderungen würde wertvolle Natur und so der Lebensraum vieler Wildtiere zerstört. Wer Seilbahnen kennt, hat eine Vorstellung davon, wie viel Raum Berg- und Talstationen einnehmen, um bequemen Ein- und Ausstieg zu ermöglichen, um die Technik einzuhausen und die Kabinen unterstellen zu können. Hinzu kommt die Trasse. Die Seilbahn wird beim Blick aus den Themengärten wie optische Umweltverschmutzung wirken, den Gesamteindruck und herrliche Sichtachsen verschandeln. Und was soll der auf dem Kienberg vorgesehene Wolkenhain, der nachts erleuchtet zur Insektenfalle wird? Nichts also, womit man zusätzliche Besucher locken könnte.

Barbara Rose, per E-Mail

Betrachtet man die Berliner Bauvorhaben wie den BER, die A100, die U5 oder die Staatsoper, so kann ich der Südtiroler Firma Leitner nur empfehlen, sofort nach der Genehmigung mit dem Bau der Seilbahn zu beginnen. Eine geplante Bauzeit von sechs bis neun Monaten mag in Südtirol oder Hongkong möglich sein, aber doch nicht in Berlin. Im Übrigen gehe ich davon aus, dass es auch hier wieder eine Bürgerinitiative oder einen Volksentscheid gegen dieses Vorhaben geben wird.

Werner Radtke, Charlottenburg

Größte finanzielle Entlastung seit der Erfindung von Scheibenbrot

Zum Artikel: „Rundfunkbeitrag sinkt um 48 Cent“ vom 14. März

Der Marktanteil der öffentlich-rechtlichen Sender im Fernsehen hat sich von einst 100 auf inzwischen weniger als 50 Prozent reduziert. Die Gebühren aber haben sich seit 1990 fast verdoppelt. Die einer zusätzlichen Steuer gleichzusetzende Rundfunkgebühr spülte nun noch mehr Geld in die Kassen der Öffentlich-Rechtlichen. Nun wird die Rundfunkgebühr um ein paar Cent gesenkt, Politik und öffentlich-rechtliche Medien klatschen sich gegenseitig Beifall zu und versuchen die Angelegenheit wie die größte finanzielle Entlastung der Bürger seit der Erfindung von Scheibenbrot zu verkaufen. Die Beitragzahler sollten die ihnen zugedachte Rolle als dankbare Wohltatenempfänger in dieser Schmierenkomödie nicht annehmen.

Rudolf Zitzmann, Schmargendorf

Nicht bei Grün wie mit Scheuklappen geradeaus

Zum Artikel: „Im toten Winkel“ vom 14. März

Der Fahrradclub ADFC wirbt für „mehr Aufmerksamkeit der Autofahrer gegenüber den Radfahrern gerade an Kreuzungen. Abbiegefehler gehören zu den häufigsten Ursachen bei Unfällen, an denen Radfahrer beteiligt sind“. Ja warum denn? Weil viele Radfahrer denken, sie haben eine eingebaute Vorfahrt. Sie fahren bei Grün wie mit Scheuklappen geradeaus. Es würden weniger Unfälle passieren, wenn die Radfahrer nach links schauen würden, ob der abbiegende Fahrzeugführer sie wahrgenommen hat. Bei Unsicherheit kann der Radfahrer auch mal warten. Radfahrer sind auch Verkehrsteilnehmer, die genauso Rücksicht üben sollten.

M. Jung, per E-Mail

Ein europäischer Pokalwettbewerb käme für die Mannschaft viel zu früh

Zum Artikel: „Das Kreuz mit Europa“ vom 14. März

Der kritischen und wohltuend sachlichen Analyse kann man auch als Hertha-Freund nur zustimmen. Ein europäischer Pokalwettbewerb käme für die Mannschaft viel zu früh – was natürlich für Vereinsführung, Trainer und vor allem Spieler kein Grund dafür sein darf, in den Anstrengungen nachzulassen, eine möglichst gute Platzierung zu erreichen und dem Publikum im Olympiastadion optimale Leistungen zu bieten. Die ernüchternde Statistik zur Zuschauerresonanz bei früheren Europacup-Wettbewerben ist natürlich nur begrenzt aussagefähig. Die Hertha-Anhängerschaft hat sich in den vergangenen Jahren so stabilisiert, dass man auch bei Spielen gegen weniger attraktive Gegner mit höheren Zuschauerzahlen rechnen kann. Wenn das Präsidium die Einnahmen für die kommende Europacup-Saison mit Null angesetzt hat, so ist dies ein Zeichen dafür, dass man trotz der erfreulichen sportlichen Entwicklung in letzter Zeit kaufmännisch realistisch bleibt.

Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann, Schöneberg