Leserbriefe

„Heftige Reaktion des Staates“

Leser zur Verurteilung von Uli Hoeneß zu einer 3,5-jährigen Haftstrafe wegen Steuerbetrugs

Wenn ich bedenke, mit was für lächerlichen Strafen oftmals Gewaltverbrecher, die ihren Opfern mitunter schweres Leid zugefügt haben, davonkommen, halte ich die Strafe für Uli Hoeneß für übertrieben hoch. Sicher, er hat durch kriminelle Handlungen Steuern in enormer Höhe hinterzogen, was bestraft werden muss. Der entstandene finanzielle Schaden wird aber vollständig durch Hoeneß wiedergutgemacht. Deshalb sind 3,5 Jahre Gefängnis eine ziemlich heftige Reaktion des Staates.

Heinz Lahmann, Reinickendorf

Das Urteil und die Haftstrafe für Bayern-Präsident Uli Hoeneß entsprechen den Buchstaben des Gesetzes. Gewichtige Milderungsgründe etwa für einen Freispruch oder die Möglichkeit einer Bewährungsstrafe hat es von Anfang an nicht gegeben. Beides wäre ein Schlag ins Gesicht von Millionen ehrlichen Steuerzahlern in diesem Land gewesen. Hoeneß hat mit seiner Steuerhinterziehung in Höhe von 28,5 Millionen Euro kein Kavaliersdelikt begangen, sondern in besonders schweren Fällen über Jahre mit Millionen unter Ausschluss des Finanzamtes munter drauflosgezockt. Seine Vorbildfunktion hat der Ex-Fußballnationalspieler damit für immer verloren. Der Verlust all seiner Ämter und Funktionen beim FC Bayern München war nur noch eine Frage der Zeit.

Albert Alten, per E-Mail

3,5 Jahre Freiheitsstrafe und dann auch noch vermutlich im offenen Vollzug. Das ist ja wie Jungeninternat. Abschreckung sieht anders aus. Eine Zwangsenteignung für Sozialbetrüger wie Uli Hoeneß wäre angemessen gewesen.

Roland Klose, per E-Mail

Ein Glück, dass Rot-Grün das von der damaligen Bundesregierung angestrebte Steuerabkommen mit der Schweiz verhindert hat, sonst wären die Steuersünder in der Anonymität verschwunden. Einen Fall Hoeneß hätte es nie gegeben, und Hoeneß wäre mit zugegebenen 3,5 Millionen Euro hinterzogener Steuern davongekommen, ohne dass er sich hätte weiter offenbaren müssen. Aber die 28,5 Millionen Euro Steuerschuld von Hoeneß sind wahrscheinlich nur Peanuts zu den Beträgen, die einige Dutzend Steuerbetrüger bisher hinterzogen haben und weiter hinterziehen, aber bisher nicht erkannt worden sind, weil zwischenstaatliche Abkommen zur Verfolgung dieser Betrügereien, nachhaltig verhindert werden.

Werner Kleist, per E-Mail

Die Strafe für Hoeneß ist alles andere als gerecht. Die kurze Dauer des Prozesses lässt vermuten, dass hier kurzer Prozess gemacht werden sollte. In so kurzer Zeit kann man den wahren Sachverhalt wohl kaum durchschauen, geschweige denn ein juristisch einwandfreies Urteil fällen.

Christoph Luban, per E-Mail

Die Staatsanwaltschaft hat eine Haftstrafe von 5,5 Jahren gefordert. Die Verteidigung fordert eine Bewährungsstrafe beziehungsweise die Einstellung des Verfahrens. Die Forderungen liegen weit auseinander. Der Richter hat 3,5Jahre Haft verordnet. Die Staatsanwaltschaft ist mit dem Richterspruch nicht einverstanden. Was dabei rauskommt, ist fraglich. Auf jeden Fall wird Hoeneß eine schöne gemütliche Zelle bekommen. Nach seiner Entlassung wird er dann mit seinen restlichen Millionen nervengestärkt leben wie Gott in Frankreich. Was will er mehr. Bei seiner gigantischen Steuerhinterziehung ist er mit dem Richterspruch noch gut weggekommen, da können seine Fans so laut schreien wie sie wollen.

Wolfgang Schwaneberg, Charlottenburg

LED-Technik mit warmen Farbtönen ist ein sinnvoller Kompromiss

Zum Artikel: „Gericht soll Abbau von Berliner Gaslaternen stoppen“ vom 10. März

Einerseits sind die alten Gaslaternen sehr erhaltenswerte Andenken, andererseits haben sie einen wirklich gigantischen Energieverbrauch. Der Gasverbrauch einer einzelnen Gaslaterne (etwa 6050 kWh jährlich) ist genauso hoch wie der einer durchschnittlichen 38 Quadratmeter großen Wohnung. Ich meine, hier sollte sich jeder verantwortungsvoll denkende Mensch klar gegen den Betrieb mit Gas entscheiden. Ein vernünftiger Kompromiss ist daher eine auf LED-Technik umgerüstete Beleuchtung. Man kann ja Gaslaternen mit LED-Technik so perfekt nachbauen, dass sie nicht mehr vom Original zu unterscheiden sind. Auch müssen LED-Lampen nicht zwangsweise kalt sein. In dieser Technik lassen sich beliebig warme Farbtöne erzeugen. Ich könnte mich unter diesen Gesichtspunkten nicht über den Weiterbetrieb der alten Energieschleudern freuen und hoffe, dass die Entscheidung hier nicht über Gerichte gefunden wird.

Wolfgang Röhl, per E-Mail