Leserbriefe

„Ein Tropfen auf den heißen Stein“

Leser zu den Senatsplänen, 8,3 Millionen Euro in 2014 und 2015 in die Radwegeinfrastruktur zu investieren

Die veranschlagten 8,3 Millionen Euro für den Bau neuer Radwege sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wenn man sich den Zustand der Straßen und Radwege anschaut, dann wird einem schnell klar, dass die Summe wohl kaum ausreichen dürfte. Das Radfahren im Dunkeln ist zum Beispiel bei den vielen Schlaglöchern mit hohen Risiken verbunden. Des Weiteren kann man nur jedem raten, beim Radfahren einen Helm zu benutzen.

Christoph Luban, per E-Mail

Wenn ich das lese, stehen mir die Haare zu Berge. Überall wurden und werden Radwege auf Vordermann gebracht, aber niemand muss diese Radwege benutzen. Auch bei einem noch so schönen Radweg können Radfahrer auf die viel gefährlichere Fahrbahn wechseln. Warum? Eine Pflicht zur Nutzung besteht nur, wenn das entsprechende blaue Schild angebracht ist. Was ist das für eine Logik?

Manfred Preiß, per E-Mail

Den Rotstift bei den Schwächsten der Gesellschaft angesetzt

Zum Artikel: „Große Koalition will Kindergeld erst im Jahr 2016 erhöhen“ vom 12. März

Sind unsere Kinder wirklich unsere Zukunft, wie von offizieller Seite immer wieder behauptet wird? Wenn Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) selbst diese Minikindergelderhöhung von monatlich zwei Euro für einen ausgeglichenen Bundeshaushalt im Jahr 2015 – obwohl dieser erst für das Jahr 2016 eingeplant war – streicht, so ist das mehr als instinktlos zu bewerten. Bei den Schwächsten der Gesellschaft den Rotstift anzusetzen oder gegebene Wahlversprechen nicht einzuhalten, ist billig und beschämend. Wir haben Wirtschafts-Traumbedingungen, aber Schäuble muss trotzdem bei der Haushaltskonsolidierung auf Kosten der Kinder tricksen. Wie wäre es denn, wenn wir anstatt „wir werden“ oder „wir wollen“ einmal hören würden, „wir haben“ etwa die Rabatte für Hoteliers gestrichen und die Diätenerhöhung um zwei Jahre verschoben. Und um wie viel wird das Kindergeld im Jahr 2016 erhöht?

Dr. Hans-Dieter Seul, Lichterfelde

Wahrscheinlich kommt dieses Vorhaben viel zu spät

Zum Artikel: „Berlins Koalition will wieder mehr Beamte ausbilden“ vom 11. März

Es ist ja schön, dass der Berliner Senat nun endlich aufwacht und mehr Beamte ausbilden will. Doch ist es dazu nicht bereits zu spät? In den kommenden fünf Jahren wird ein Viertel der Beschäftigten im öffentlichen Dienst Berlins in den Ruhestand treten und schon jetzt sind die Bürgerämter, die Polizei und Feuerwehr, die Sozial-, Jugend- und Finanzämter völlig unterbesetzt. Ich träume schon von einem Horrorszenario, das Berlins Bürger bald ertragen müssen: Lange Wartezeiten, monatelange Schließungen von Behörden zur Aufarbeitung der Anträge und miserable bis schlechte Betreuung von Jugendlichen und Senioren. Und es wird noch schlimmer kommen, weil man wahrscheinlich wenig Bewerber für freie oder neue Planstellen finden wird, die für so wenig Gehalt beim Senat oder im Bezirk arbeiten wollen. Denn noch immer sind die Gehälter nicht an das sonst übliche Bundesniveau angeglichen worden. Bis zu 15 Prozent Gehaltsunterschied muss man für einen Behördenjob in Berlin in Kauf nehmen; da verdient man selbst im Nachbarland Brandenburg mehr. Doch ich gebe die Hoffnung nicht auf und klammere mich an den Strohhalm des baldigen Volksentscheids über die Abwahl von Klaus Wowereit.

Thomas Henschke, Waidmannslust

Eine Weltstadt wie Berlin sollte hell erleuchtet sein

Zum Artikel: „Gericht soll Abbau von historischen Gaslaternen stoppen“ vom 10. März

Ich wohne in Lichterfelde, dort gibt es sehr viele Gaslaternen. Gaslicht ist wunderschön, aber hell ist es nicht. Die Bürgersteige sind oft nicht in gutem Zustand, da ist gutes, helles Licht sehr wichtig. Ich freue mich über jede besser beleuchtete Straße. Mit den vorhandenen Gaslaternen ist das nicht zu erreichen. Eine Weltstadt wie Berlin sollte auch hell erleuchtet sein.

Bernd Rücker, Lichterfelde

Jetzt kommt der Schlussspurt, weg mit den gemütlichen Gasleuchten, dafür dann die kalten Jessica-Leuchtkörper. Eine profanere, kältere Gestaltung der Straßen gibt es kaum. Bei übergeordneten Straßen hätte man ja Verständnis, doch für die Altberliner Kieze wie in Spandau oder Charlottenburg ist das schlicht Frevel. Man kann nur hoffen, dass auch aus historischen und ästhetischen Gründen einige Gaslaternen der Verschrottung entgehen.

Thomas Hansen, per E-Mail