Leserbriefe

„Mehr Personal erforderlich“

Leser zu den 78 maroden Berliner Brücken, die trotz vorhandenen Geldes nicht saniert werden können

Es ist bedauerlich, dass Bau- und Verkehrssenator Michael Müller (SPD), obwohl genügend Geld vorhanden ist, Brücken verfallen lässt, weil er nicht genügend Personal hat. Auch das Berliner Straßennetz ist in einem beklagenswerten Zustand. Sinnvoll wäre es, beim Bund oder bei anderen Länderbehörden nach Personal zu suchen und vielleicht auch dauerhaft einzustellen. Ein anderer Weg wäre, dass er erfahrenes Personal aus der freien Wirtschaft, das Projekte entwickeln könnte, einstellt. Es wurde in der Berliner Verwaltung schon zu lange viel zu viel Personal abgebaut.

Thomas Splittgerber, Lichterfelde

Es ist unverantwortlich, wie der Senat mit dem Thema der maroden Brücken umgeht oder besser nicht umgeht. Die zuständigen Politiker sollten jeden Morgen im Stau auf der Heerstraße stehen, um zu begreifen, wie der Bürger darunter leidet, vom wirtschaftlichen Schaden ganz zu schweigen. Beschämend, dass bereits seit 2008 über die Sanierung der Freybrücke diskutiert wird und nichts passiert.

Ulrich Henning, per E-Mail

Jegliche Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit verloren

Zum Artikel: „ADAC manipuliert seit Jahren“ vom 18. Februar

Gut zu wissen, dass namhafte Autokonzerne ihre ADAC-Preise zurückgeben und keinen Wert mehr auf Auszeichnungen wie den Gelben Engel legen. Der ADAC hat jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Wer jahrelang die Öffentlichkeit und 19 Millionen Mitglieder belügt und betrügt, sollte sich am besten gleich ganz auflösen. Alternativen zum ADAC gibt es viele mit gleichen Qualitäten und Serviceleistungen bei Unfällen und Reparaturen. Seit 1987 habe ich einen Kfz-Schutzbrief bei einer Versicherung für weniger als 20 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr, der mir schon bei Wildunfällen und anderen Problemen rund um das Auto schnell und unbürokratisch geholfen hat. Seit fast 30 Jahren vermisse ich den ADAC und seine Publikationen nicht.

Albert Alten, per E-Mail

Tricksen, Mogeln, Manipulieren waren seit Jahren beim ADAC ganz offensichtlich die Prämisse für obsessiven Machtausbau. Und natürlich sind dafür nur Einzelpersonen verantwortlich, die völlig uneigennützig nach ihrem ureigenen Gusto mal eben eine Rangfolge festgelegt haben. Und natürlich waren die führenden Vertreter der Automobilindustrie immer ahnungslos und überrascht, wenn ihr Modell die ersten drei Plätze belegte. Evidenter geht es kaum. Dieses Maß an kognitiver Verzerrung, was da der Öffentlichkeit unterstellt wird, ist wahrlich unglaublich. Vertrauen in die gebotene Sachlichkeit und Integrität ist ohne das kollektive Gedächtnis aller involvierten Interessengruppen wohl vorerst nicht zu entwickeln.

Jürgen Schultze, per E-Mail

Historische Vergleiche sind höchst zweifelhaft

Zum Artikel: „Die Größte von allen“ vom 16. Februar

Sie zählen die Anzahl der Medaillen, die Maria Höfl-Riesch bei Olympischen Spielen gewonnen hat, und erheben sie zur „besten deutschen Skifahrerin“. Dabei sollten Sie wissen, dass historische Vergleiche und der Superlativ „beste/r“ im Sport auch dann höchst zweifelhaft sind, wenn sie auf scheinbar objektiven Zahlen basieren. Ein Beispiel: Bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck wurden bei den Damen und Herren im Alpinen Skisport nur in je drei Wettbewerben Olympische Medaillen vergeben: Abfahrt, Slalom und Riesenslalom. Rosi Mittermaier gewann zwei Goldmedaillen und eine Silbermedaille. Und sie hätte Chancen gehabt, auch im Super-G und in der Kombination weitere Medaillen zu gewinnen, wenn es diese Wettbewerbe damals schon im olympischen Programm gegeben hätte.

Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann, Schöneberg

Voreiliger Aktionismus ohne Kenntnis der Gegebenheiten

Zum Artikel: „‚Mehr Platz für Tiere‘“ vom 17. Februar

Ich bin enttäuscht. Der neue Direktor des Berliner Zoos und Tierparks ist noch nicht in Berlin, kennt die Einrichtungen nur flüchtig und will schon alles verändern? Man sollte sich beide Einrichtungen erst einmal in Ruhe ansehen. Organisatorische Änderungen: Ja. Aus Berlin ein zweites Hellabrunn machen: Nein. Überall Bildschirme – da kann man doch auch zu Hause bleiben und Zoo-Fernsehfilme sehen. Raubtierkäfig erweitern? Natürlich ja. Der neue Direktor wird merken, dass Berliner Verhältnisse nicht mit anderen zu vergleichen sind. Also: Erst ein eigenes Bild machen, dann ändern.

Regina Kröning, Spandau