Leserbriefe

„Die Artenvielfalt erhöht sich“

Leser zu den Fällungen der Kiefern im Grunewald und den Plänen des Senats, einen Mischwald anzulegen

Dass aus dem Grunewald nun mehr Mischwald wird und sich damit die Artenvielfalt erhöht, ist gut. Weniger gut ist, dass durch die Umstrukturierung der Berliner Kiefernwälder der Grundwasserspiegel steigen soll, der in vielen Bezirken schon jetzt für nasse Keller sorgt. Hier sollten sich Forst- und Wasserbetriebe an einen Tisch setzen, um das übermäßige Ansteigen des Grundwasserspiegels zu verhindern. Zu den bisher betroffenen Häusern kämen vielleicht neue Bereiche dazu, die bisher keine Probleme hatten. Neue Kosten müssen nicht sein. Der Wasserverbrauch der Berliner wird sich vermutlich in Zukunft noch weiter verringern.

Thomas Splittgerber, per E-Mail

Es ist bestimmt nicht die Absicht der Forstverwaltung, den „artenreichen Eichenmischwald“ wieder herzustellen und den „Kiefern-Reinbestand“ zurückzuführen. Ganz offensichtlich handelt es sich in erster Linie um Profiterzielung durch Holzernte, wobei der Wald in seiner bestehenden Form geschädigt wird: Unzählige alte und schöne Eichen werden stattdessen gefällt, kaum weniger als die so bekämpfenswerten Kiefern, auch hier natürlich nur alte und schöne Bäume, deren Holz sich besser vermarkten lässt. Der schon erheblich geschädigte Wald in diesem Bereich des „Postfenns“ wird abschnittsweise regelrecht „plattgemacht“. Große Lichtungen entstehen und auch andere Baumarten des vorgeblich so angestrebten Mischwaldes werden ebenfalls gefällt. Der Vergleich mit einem Bombeneinschlag ist durchaus zutreffend. Das ist kein Fällen ausgesuchter Bäume, sondern die Landschaft gleicht einem Schlachtfeld, wovon man sich problemlos vor Ort überzeugen kann. Es geht aber sogar so weit, dass ganz offensichtlich einzelne Waldwege gezielt durch quergelegte Baumstämme und Gestrüpp unpassierbar gemacht werden, wie dies auch schon in der Vergangenheit geschehen ist. Es hat tatsächlich den Anschein, dass der den Wald besuchende Bürger eher als hinderlicher Störer für denjenigen empfunden wird, der hier in Alleinherrschaft nach Belieben schalten und walten will, wie es ihm passt. Mit Natur- oder Liebe zum Wald hat das alles jedenfalls gar nichts zu tun.

Martin Beyer, per E-Mail

Intakte Verkehrsinfrastruktur ist auch für die Wirtschaft wichtig

Zum Artikel: „Stadt der maroden Brücken“ vom 6. Februar

Wäre es nicht logisch, diesem Bericht einen Artikel „Stadt der maroden Straßen“ folgen zu lassen? Wir leben nicht nur in Berlin von der Substanz, sondern in der ganzen Republik. Als Autofahrer hoffe ich, dass in Zukunft nichts Schwerwiegendes geschieht. Es müsste sofort gehandelt und Milliarden Euro investiert werden, um Gefahren abzuwenden. Wenn ich mir viele Straßen in meinem Bezirk oder Ortsteil ansehe (Gallwitzallee, Teile der Malteserstraße), könnte ich wütend werden. Wir benötigen eine intakte Verkehrsinfrastruktur, um weiterhin Exportweltmeister zu bleiben. Denn in Nordrhein-Westfalen fahren heute schon Speditionen kilometerlange Umwege, weil sie über bestimmte Autobahn- und Bundesstraßenbrücken nicht fahren dürfen. Und wie sieht es in Berlin mit der Freybrücke aus?

Frank-Georg Holder, Lankwitz

Künstliche Staus sollen Verkehrsinfarkt verhindern

Zum Artikel: „Dicke Luft im Tunnel“ vom 8. Februar

Dass die Berliner Stadtautobahn überlastet ist, kann man täglich im Verkehrsfunk hören. Nun gibt es aber endlich auch Zahlen und Hintergrundinformationen dazu. Die geplante Verlängerung der Stadtautobahn A100 in Treptow soll ja erklärtermaßen noch mehr Verkehr auf die jetzt bereits unterdimensionierte Autobahn leiten. Schon heute muss am Dreieck Neukölln, also der Einmündung des neuen Abschnitts auf der A113, durch Sperrung von Spuren ein künstlicher Stau erzeugt werden, um den Infarkt zu verhindern. Da reibt man sich verwundert die Augen und fragt sich, wer ein Interesse daran hat? Und was soll erst werden, wenn der BER eines Tages voll in Betrieb ist?

Dirk Kröling, Eichwalde