Leserbriefe

„Radikalreform ist dringend nötig“

Leser zu den Enthüllungen über Manipulationen beim ADAC und den personellen Konsequenzen daraus

Die Auffassung mag zynisch wirken, dass der ADAC als Verein mit fast 20 Millionen Mitgliedern selbstverständlich nur ein Abbild unserer Gesellschaft mit ihren Eliten und den von ihnen Geführten ist. Wieso wird dann eigentlich erwartet, dass Personen aus der Vereinsführung des ADAC als lupenreine Vorbilder und vertrauensbildend wirken, wenn schon die politische Führung Deutschlands das Volk an der Nase herumführt? Dagegen nehmen sich die Manipulationen im ADAC doch geradezu harmlos aus. Der Empörungstsunami besonders von Abgeordneten und Vertretern aus Regierung und anderen wirkt heuchlerisch. Das soll doch nur der Ablenkung von den wichtigeren Problemen wie etwa der überteuerten Energieversorgung dienen. Ich bin seit mehr als 40 Jahren ADAC-Mitglied. Mich interessiert nur, ob mir wirksam geholfen werden kann. Und das ist einige Male sehr kompetent, freundlich und prompt geschehen.

Wolfgang Heinze, Wittenau

Mit dem Rücktritt von ADAC-Verbandspräsident Peter Meyer sollte dieser Autoklub nicht zur Tagesordnung übergehen. Seit Jahren sind nicht nur die 19 Millionen ADAC-Mitglieder belogen und betrogen worden. Auch die Medien und die Öffentlichkeit wurden mit manipulierten Leserwahlen und Autopreisverleihungen hinters Licht geführt. Eine ADAC-Radikalreform ist und bleibt das Gebot der Stunde.

Albert Alten, per E-Mail

Ich bin seit den frühen 80er-Jahren ADAC-Mitglied und bin mit den Leistungen des ADAC mehr als zufrieden. Das, was für mich zählt, sind die wirklich hervorragenden Leistungen wie die sehr kompetente Pannenhilfe, die Schutzbriefleistungen und der Versicherungsschutz – sofern gewünscht. Die Zeitschrift „Motorwelt“ hingegen empfand ich schon immer ausgesprochen langweilig, die Wahlen zum Auto des Jahres oder der Sieger der Pannenstatistik waren mir schon immer suspekt. Weil immer deutsche Autos unter den Top Drei waren, habe ich offen gesagt schon immer geahnt, dass da wohl ein wenig geschönt wurde. Von daher überrascht mich jetzt nicht sonderlich, was da ans Tageslicht gekommen ist. Es tut mir nur leid, dass die einfachen ADAC-Mitarbeiter, die einen wirklich guten Job machen, durch die Kungeleien ihrer Bosse ins Zwielicht geraten sind.

Olaf Bamberger, per E-Mail

Fehlender Blick für die sich wandelnde Gesellschaft

Zum Artikel: „Deutsch wird zur Herausforderung“ vom 9. Februar

Ich unterrichte seit fast zwanzig Jahren zugewanderte Schüler im Sekundarschulbereich und habe mit Wut und Unverständnis die vielfältigen Entwicklungen im Bildungsbereich – leider fast immer zum Nachteil dieser Kinder und Jugendlichen – verfolgt und begleitet. Mal wurde die mögliche Verweildauer in diesen besonderen Lerngruppen für die Schüler drastisch gekürzt, mal die Klassen/Lerngruppen im Grundschulbereich abgeschafft, dann wieder wurden (auch im Oberschulbereich) Klassen geschlossen und erfahrene Kollegen anderweitig eingesetzt, weil gerade der Bedarf geringer war. Nach einem halben Jahr begann dann der mühsame Wiederaufbau. Dies alles politisch initiiert und kurzsichtig, um Geld zu sparen und ohne Blick auf unsere sich wandelnde Gesellschaft. Jetzt ist der Aufschrei groß, und es beginnt neuer Aktionismus, obwohl es aus den Schulen schon lange Hinweise auf die sich verändernde Situation gibt. Aber der langfristigere offene Blick der Basis ist scheinbar oft unerwünscht. Richtig ist, dass ausgebildete Lehrkräfte fehlen. Oftmals wird dieses Problem mit Zeitverträgen angegangen. In dieser Gruppe gibt es wirklich gute Lehrkräfte, doch müssen sie sich von einem Vertrag zum nächsten hangeln und als Lückenbüßer fungieren. Selbst wenn die Schulen Lehrkräfte einstellen dürfen, so finden sie auf dem Markt selten bis nie geeignete und engagierte neue Kollegen.

Silke Donath, per E-Mail

Verbrechen an der Natur im Namen des Sports auch in der Alpenregion

Zum Artikel: „Sportbaron mit Kante“ vom 10. Februar

Wenn der einstige Sportfunktionär Manfred von Richthofen die Olympischen Spiele von Sotschi in Hinsicht auf „Verbrechen an der Natur“ kritisiert, dann soll er sich doch mal in den Alpen umsehen. Dort wird schon lange zum wirtschaftlichen Wohl der Region der Skitourismus in radikaler Form gefördert, indem man immer mehr Skipisten schafft. Dies hat in der Vergangenheit zu Verunstaltungen der Natur geführt, Erdrutsche und negative Wetterbeeinflussung können die Folgen sein.

Dr. Barbara Scheffler, per E-Mail