Leserbriefe

„Ein weiteres Bauernopfer“

Leser zu Mehdorns Plänen für einen Weiterbetrieb von Schönefeld und dem Rauswurf seiner Planungschefin

Und wieder wird eine neue Sau durch das Dorf BER getrieben. Anstatt sich auf das Ursprungsgeschäft des BER zu konzentrieren, wird mal wieder abgelenkt. Nach den Eröffnungsplänen für das Nordpier, jetzt der erweiterte Ausbau von Schönefeld. Dazwischen wird noch mal eine Projektleiterin gefeuert, damit es nicht so langweilig wird und der Berliner endlich zumindest das Gefühl von Aktivitäten hat. Straßen und Autobahnen baut man mit der Prognose über mindestens 20 Jahre hinaus, doch beim Flughafenbau ist man erstaunt, wie das Fluggastpotenzial vehement zunimmt, bleibt aber bei der Planung offensichtlich auf dem Niveau früherer Erkenntnisse. Da die Lex Tegel 2017 zum Tragen kommt, wird den Verantwortlichen wohl nichts übrig bleiben, als dem BER mittels zweier neuer Satellitengebäude aus der Patsche zu helfen. Die zusätzlichen zwei Milliarden Euro dafür machen den Kohl nun auch nicht mehr fett. Ob die Bausubstanz vom alten Schönefelder Flughafen überhaupt die zig Umbaumaßnahmen verkraftet, ist zweifelhaft.

Thomas Hansen, per E-Mail

Bei Berlins Flughafenchef Hartmut Mehdorn gibt es nur einen einzigen Menschen, der seine Erwartungen erfüllen kann – und das ist er selbst. Was dieser Mann im Laufe seiner Karriere schon für volkswirtschaftliche Schäden zu verantworten hat, müssen wir als Steuerzahler auffangen und seine Nachfolger noch bis zu ihrem Rentenalter ausbügeln. Mehdorns Untaten lassen sich nach allgemeiner Beobachtung nur mit einer stark ausgeprägten Egomanie erklären. Mehdorn hat in der Entlassung seiner Chefplanerin Regina Töpfer aus meiner Sicht ein weiteres Bauernopfer ausgemacht, das offenbar davon ablenken soll, dass sich am BER seit Monaten so gut wie nichts bewegt. Das Bau- und Finanzierungschaos hat sich jetzt durch das erneute Personalchaos komplettiert. Der Termin für die Eröffnung des Hauptstadtflughafens rückt damit in immer weitere Ferne. Spöttisch könnte man feststellen, am BER rollen zwar noch keine Flugzeuge über die Startbahn, dafür aber Köpfe. Man wird jedenfalls den Verdacht nicht los, dass der Rohbau des BER ein stinkender Sumpf ist, in dem Steuermilliarden versenkt werden und der endlich durch die Staatsanwaltschaft trocken gelegt gehört. Dass der BER im Moment de facto ein Flugverbot von null bis null Uhr hat, ist für viele lärmschutzbetroffene Berliner nur ein schwacher Trost.

Carsten Schultz, per E-Mail

Zu Hartmut Mehdorn und dem BER Desaster wurde schon viel Negatives geschrieben, dabei ist er doch zusammen mit einem überforderten Aufsichtsrat der Garant, dass dieses Projekt nie fertig werden wird. Ein Projekt, das vom ersten Federstrich an auf Lug und Betrug der verantwortlichen Politiker aufgebaut worden ist, hat es offensichtlich auch nicht anders verdient.

Uwe Schmidt, per E-Mail

Wer Hartmut Mehdorn kennt, dem wird klar gewesen sein, dass die neue Chefplanerin Regina Töpfer, wenn Sie nicht deckungsgleiche Ansichten wie Mehdorn hat, die Probezeit nicht überstehen würde. Das alte Flughafengebäude von Schönefeld dauerhaft weiter nutzen zu wollen, ist folgerichtig. Die Planung für neue Zusatzterminals und die Bereitstellung neuer Milliarden sollte aber schon jetzt in Angriff genommen werden. Die Fluggastzahlen dürften weiter steigen. Wenn man die Planungen für den BER nicht bald anpasst, bleibt Tegel – wie von vielen gewünscht – wohl dauerhaft offen.

Thomas Splittgerber, Lichterfelde

Wenn man den alten Flughafen Schönefeld offenhalten kann, warum dann nicht auch Tegel? Auch wenn von den politisch Verantwortlichen immer behauptet wird, die Offenhaltung von Tegel sei angeblich nicht möglich, so halte ich dies für Unsinn. Auch einmal politisch getroffene Vereinbarungen kann man ändern und sie den aktuellen Gegebenheiten anpassen. Das sollte auch ein Herr Wowereit endlich kapieren. Schließlich hat jede große europäische Hauptstadt mehrere Flughäfen. Vielleicht sollte man ein Volksbegehren für den Weiterbetrieb von Tegel initiieren. Ich denke, dass die Bürger jetzt klüger urteilen würden als bei der Abstimmung über den Flughafen Tempelhof.

Thomas Henschke, Reinickendorf

Bewährte Unterrichtsform der 70er-Jahre wiederentdeckt

Zum Artikel: „Wissen, wo der Hammer hängt“ vom 13. Februar

Warum wird denn das Rad immer wieder neu erfunden? Als meine Kinder in den 70er-Jahren zur Grundschule gingen, gab es technisch-naturwissenschaftlichen Unterricht im regulären Stundenplan für alle.

Heide Binner, per E-Mail