Leserbriefe

„Auf Kosten der Gäste profiliert“

Leser zur Internetpetition gegen TV-Moderator Lanz wegen seines Interviews mit Sahra Wagenknecht

Mich hat schon immer die Art und Weise gestört, mit der Markus Lanz seine Gäste mit Suggestivfragen konfrontiert und sie vor allen Dingen nicht ausreden lässt. Auch wenn seine Sendung keine politische Talkshow ist, so möchte ich doch als Zuschauer gern eine Unterhaltung genießen, bei der der Talkgast auch vernünftig seine Argumente erläutern kann. Man hat den Eindruck, dass Herr Lanz sich immer nur selbst profilieren möchte – und das auf Kosten seiner Gäste. Ganz schlimm werden seine Interviews allerdings, wenn er wie bei Sahra Wagenknecht dem Interviewpartner intellektuell nicht gewachsen ist.

Thomas Henschke, Reinickendorf

Personen, die ständig in irgendwelchen Talkshows auftreten, müssen auch damit leben können, dass nicht jeder dieser PR-Termine ein gelungener Abend wird. Außerdem hat Lanz mit seiner inhaltlichen Kritik nicht ganz falsch gelegen, da die Linkspartei mit ihren einseitigen Schuldzuweisungen für die Euro-Krise Richtung Brüssel und Berlin insbesondere die jungen Menschen im mediterranen Raum in Europa im Stich lässt, die mehr denn je Veränderungen in ihren Gesellschaften erwarten. Deswegen würden zum Beispiel Griechen oder Italiener, die in Deutschland leben, die Petition gegen den Südtiroler Moderator sicherlich nicht unterschreiben.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Moderator ist eine Person, die ein Gespräch lenkt oder in einer Kommunikation vermittelt. Von daher gesehen hat Markus Lanz in seiner gleichnamigen Talkshow schlicht und einfach versagt. Er gibt seinen Gästen, aktuell Sahra Wagenknecht, kaum eine Chance, seine Fragen zu beantworten, um sie auf diesem Wege besser verstehen zu können. Deshalb ist auch ein mäßigendes Gespräch mit ihm absurd, Kommunikation, das heißt Verständigung über Inhalte, unmöglich. Ich breche keine Lanze für Markus Lanz. Lanz ist borniert, peinlich, humorlos und eine glatte Zumutung für jeden kritisch denkenden Fernsehzuschauer, der unterhalten werden will.

Ronald Frede, per E-Mail

Ich verstehe nicht, dass so viel Aufhebens um die zweifellos kluge, aber mit allen Wassern gewaschene Spitzenpolitikerin der Linken gemacht wird. Dr. Sahra Wagenknecht, stets elegant gekleidet, weiß sich meisterhaft in Szene zu setzen, um ihr Klientel einzulullen. Ihre mimosenhafte Empfindlichkeit wegen vermeintlich unangemessener, zu kritischer Befragung durch den Moderator Markus Lanz hat prompt bei ihren Gleichgesinnten zu einem Shitstorm im Internet geführt.

Margrit Ruppenstein, Norderstedt

Beruf und Religion lassen sich sehr wohl verbinden

Zum Artikel: „Berlinerin als Steinmeiers Stimme“ vom 26. Januar

Es geht also doch: praktizierende Muslimin ohne Kopftuch. Sawsan Chebli, die neue Sprecherin des Auswärtigen Amtes, aus einfachsten Verhältnissen stammend, hat eine großartige Karriere gemacht, zu der man ihr nur gratulieren kann, und sie beweist, dass man Beruf und Religion in Deutschland sehr wohl verbinden kann. Dagegen beklagte kürzlich der Imam bei einer Moscheeführung, an der ich teilnahm, dass seine Ehefrau, Volljuristin von Beruf, als praktizierende Muslimin mit Kopftuch keinerlei Chance auf dem deutschen Arbeitsmarkt habe. Sie sei seit Jahren arbeitslos. Das Kopftuch könne und wolle sie aber natürlich aus Glaubensgründen nicht ablegen.

Marianne Genrich, Reinickendorf

Integration ist in erster Linie eine Aufgabe der Zuwanderer

Zum Artikel: „Türkische Gemeinde fordert deutschen Muslimfeiertag“ vom 26. Januar

Herr Kolat, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, fordert einen gesetzlichen muslimischen Feiertag in Deutschland. Offenbar ist ihm entgangen, dass er seinen Wohnsitz in einem christlich geprägten Land genommen hat. Seit Jahren fordert er immer wieder eine Anpassung der deutschen Gesellschaft an die zugewanderten Muslime und versucht alle gesellschaftlichen Bereiche zu beeinflussen. Integration ist in erster Linie eine Aufgabe der Zuwanderer, das aufnehmende Land kann dabei nur unterstützend wirken.

Rolf Lehmann, Rudow

Über dieses Ansinnen muss man nicht weiter nachdenken. Was würde man in der Türkei wohl unternehmen, wenn dort eine christliche Gemeinde einen gesetzlichen christlichen Feiertag fordert?

Wolfgang Schwaneberg, Charlottenburg