Leserbriefe

„Falsche Standortwahl bestätigt“

Leser zum Zwischenbericht der Piraten zu den Ergebnissen des BER-Untersuchungsausschusses

Das Ergebnis der langen Recherchen des Untersuchungsausschusses klingt unbefriedigend. Allen Fachleuten war vor dem Bau des BER bewusst, dass der Standort falsch ist. Man musste nur erkennen, dass Sperenberg viel günstiger liegt und ausgebaute Rollbahnen hatte. Es fehlten nur das Terminal und die Anbindung an Bahn und Autobahn. Der zweite Fehler war die Vergabe an regionale Kleinfirmen. Die Leitung des Flughafens hatte keine Baufachleute und konnte weder koordinieren noch kontrollieren. Der dritte Fehler war der Rauswurf des Planungsbüros Gerkan und Partner, denn dieses hat seine Mitarbeiter und die Planungsunterlagen mitgenommen. Schlimmer geht es nimmer? Doch, wenn ich an den jetzigen Flughafenchef Hartmut Mehdorn und seine ehemaligen Betätigungsfelder Air Berlin und die Deutsche Bahn und das Kaputtsparen dort denke.

Christine Schulze, Hakenfelde

Der Standort BER in Schönefeld ist falsch. Ja, ich weiß, es ist jetzt sicher nicht der richtige Zeitpunkt, darüber zu diskutieren. Man hätte das viel früher tun sollen. Aber es ist jetzt die letzte, einmalige Chance, den Flughafen doch noch weiter nach auswärts zu verlegen. Berlin würde davon nur profitieren, denn die Stadt wächst. Die jetzigen Flugrouten verlaufen über bestes Bauland, das dringend benötigt wird. Die Fläche des BER in Schönefeld könnte man als Industriestandort nutzen. Es wäre also nicht alles umsonst. Ich würde mir hier ein Volksbegehren wünschen.

I. Heine, per E-Mail

Wieso hat sich die Linke von einem „Gegner zum Unterstützer des BER“ gewandelt? Immerhin hat die Partei mit Datum 31. Mai 1995 den Antrag 12/5626 an das Abgeordnetenhaus von Berlin eingebracht, in dem gefordert wird: „Der Flugverkehr Berlins ist langfristig am bestehenden Standort Schönefeld abzuwickeln.“ Am

18. April 2002 beschließt das Abgeordnetenhaus von Berlin den Antrag 15/338 der Grünen in der Fassung „Zügige Realisierung des Internationalen Verkehrsflughafens Berlin Brandenburg in Schönefeld“ mit den Stimmen der Grünen, SPD und PDS (heute Linke) und gegen die Stimmen von CDU und FDP. Zu diesem Zeitpunkt wurde Berlin von einer Regierung aus SPD und PDS (Linke) geführt. Wirtschaftssenator war Gregor Gysi, später bis 2011 Harald Wolf (beide Linke), der auch in der entscheidenden Zeit im Aufsichtsrat saß.

F. Niedergesäß, per E-Mail

Vertrauen nicht durch zweifelhafte Vorgänge zerstören lassen

Zum Artikel: „ADAC lässt externe Prüfer ermitteln“ vom 28. Januar

Dass ausgerechnet Politiker sich über die satzungsgemäße Nutzung von ADAC-Hubschraubern mokieren, belustigt mich sehr. Insbesondere dann, wenn ich an die vielen Flüge der Flugbereitschaft der Bundeswehr denke, die die so „wichtigen“ Politiker gerne mal von A nach B fliegen. Und das auf Steuerzahlers Kosten.

Klaus Wollschläger, Kladow

Schade, dass ein geldgieriger und ignoranter Vorstand die fleißigen Mitarbeiter, die echten Gelben Engel, in Verruf bringt. Der komplette Vorstand sollte zurücktreten und eine Neuwahl durch die Basis erfolgen. Abgekoppelt werden sollten jene Sparten, die sich ausschließlich der Gewinnerzielung widmen. Diese sollten klar als solche erkennbar sein. Deren Gewinne müssten dann zu einem gewissen Prozentsatz an den Club als reiner Verein abgeführt werden. Der Club selbst benötigt ein Aufsichtsratsgremium – unter Beteiligung von Personen aus den Reihen der Mitglieder. Ich bin seit Jahren zufriedenes ADAC-Mitglied. Mir wurde häufig auf der Straße geholfen. Wir sollten das Vertrauen in unseren ADAC nicht durch Vorstände zerstören lassen.

Thomas Hochstein, Panketal

Weitere Notunterkünfte werden dringend benötigt

Zum Artikel: „Spenden für die Kältehilfe“ vom 28. Januar

Die Aktion der Morgenpost zur Unterstützung der Armen angesichts der sibirischen Temperaturen der vergangenen Tage ist zu begrüßen. Erstaunlich ist, wie viele Menschen in existenzielle Not geraten. Hinzu kommt, dass in der Stadt Menschen leben, die sich vom Müll anderer ernähren müssen. Es wird Zeit, dass sich die Politik diesen Kernproblemen unserer Gesellschaft verstärkt zuwendet – etwa durch großzügige Unterstützung der freiwilligen Helfer und Organisationen. Im Winter müssen einfach mehr Notunterkünfte her.

Christoph Luban, per E-Mail