Leserbriefe

„Ändert kaum etwas am Problem“

Leser zur geplanten Investition in die Berliner Bäder, um so Attraktivität und Einnahmen zu erhöhen

Der Betrag von 100 Millionen Euro für Modernisierungsmaßnahmen und den geplanten Bau attraktiver Kombibäder mag auf den ersten Blick nach einer hohen und dennoch sinnvollen Investition klingen, wird aber am derzeitigen Problem des Besucherrückgangs kaum etwas ändern. Schwimmen zu gehen ist in den vergangenen Jahren insbesondere für Familien ein sehr teurer Spaß geworden. Durch Schule und Berufstätigkeit kommt die Unmöglichkeit hinzu, Geld zu sparen und in den Zeiten schwimmen zu gehen, in denen die Preise niedriger liegen und es daher noch erschwinglich wäre.

Constanze Thietz, per E-Mail

Kein Geld in der Tasche für notwendige Sanierungen von Schulen, Straßen, Sportplätzen, ICC, aber Rosinen im Kopf und den dicken Max machen. Kein Geld auch für die Modernisierung der Schwimmbäder, aber Pläne für vier neue Bäder. Was ist bloß los mit dieser Berliner SPD?

D. Pawlowski, per E-Mail

Wo bleibt die Analyse? Wenn die Besucherzahlen seit der Jahrhundertwende rückläufig sind, sollte doch auch festgehalten werden, dass zahlreiche schöne Bäder im Umland entstanden sind und diese gut frequentiert werden. Selbst das ehemalige BLUB konnte da nicht mithalten. Die Badegäste wollen raus aus der Stadt und Neues erleben. Wenn man hier, wie seit dem Sommer in der Schöneberger Schwimmhalle, Parkplatzgebühren erhebt, dann vergrault man seine Gäste. Im Umland parkt man kostenlos. Durch neue Bäder in Berlin werden weitere Millionen in den Sand gesetzt. Ansonsten fehlen nur reine Gymnastikbäder, die eine geringe Wassertiefe haben. Der Umbau alter Bäder in Bereiche mit Niedrigwasser würde da helfen, auch um überall die Kosten zu senken.

Hans-Joachim Möller, per E-Mail

Erst mal Stützräder anbauen und klingeln üben

Zum Artikel: „Delius bezweifelt Fertigstellung des BER im Jahr 2015“ vom 24. Januar

An meiner Garagentür klebt seit Jahren ein blauer Aufkleber, auf dem zu lesen ist: „Der neue Airport – ab 2007 in Schönefeld“. Warum ich den da hingeklebt habe, weiß ich nicht mehr. Wahrscheinlich muss ich schon damals eine Ahnung gehabt haben, dass diese Ankündigung nicht ernst gemeint sein kann. Nun haben wir 2014, und eine Teileröffnung ist geplant. Also noch nicht Rad fahren, sondern erst mal Stützräder anbauen und klingeln üben. Ich fürchte aber, dass auch nach dem Klingeln nichts Wesentliches mehr passieren wird. Also sollte man so langsam über ein Nachnutzungskonzept nachdenken. Die Cargolifter-Halle sollte auch nie ein Südseeparadies überdachen. Ich schlage deshalb vor, kein Geld mehr zu verbraten, den Laden erst mal dichtzumachen und zu überlegen, was man mit dem Glaspalast sonst noch anstellen kann. Eigentlich ist das überhaupt nicht lustig, zumal das Geld an anderer Stelle dringend gebraucht wird. Aber ich sehe keinen, der die Faust auf den Tisch knallen lässt, um dem Drama endlich ein Ende zu bereiten.

Dr. Rainer Konersmann, per E-Mail

Statt mit der Bahn zu fahren, wird jetzt geflogen

Zum Artikel: „Schöne Aussichten für die City West“ vom 23. Januar

Die Modernisierung des Bahnhofs Zoo ist Stückwerk und unzureichend. Denn es halten weiterhin nur noch Regionalzüge. Für Bewohner in Wilmersdorf oder Steglitz ist es seit der Abkopplung des Bahnhofs vom Fernverkehr inzwischen in Richtung Hannover und Rhein-Ruhr zeitlich günstiger, vom Bahnhof Spandau zu fahren als vom Hauptbahnhof. Darauf habe ich keine Lust. Ich für meinen Teil fahre seit der Abkopplung des Bahnhofs Zoo deswegen gar nicht mehr mit der Bahn in diese Richtungen. Es ist durch die Abkopplung zu umständlich geworden. Ich fliege meist nur noch mit dem Flugzeug dorthin.

Lars Struck, Wilmersdorf

Kriminelle haben sehr viel Zeit gehabt, ihr Unwesen zu treiben

Zum Artikel: „16 Millionen E-Mail-Konten geknackt“ vom 22. Januar

Die Mahnung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist ein wenig spät gekommen. Vor Weihnachten wäre es sinnvoller gewesen. So haben die Kriminellen sehr viel Zeit gehabt, ihr Unwesen zu treiben. So lange sollte künftig nicht mehr bis zur Bekanntgabe gewartet werden. Es ist auch bedauerlich, dass weder BSI noch Polizei, wie ich es leider schon selbst erfahren habe, bei Phishingmails reagieren. Bei der Polizei wird erst dann eine Anzeige aufgenommen, wenn man abgezockt wurde.

Thomas Splittgerber, Lichterfelde