Leserbriefe

„Beispielhaftes Verhalten“

Leser zum Bemühen der Bildungsverwaltung, Studienreferendare aus Bayern nach Berlin zu locken

Die Berliner Bildungsverwaltung ist darin zu unterstützen, wenn sie bei der Nachbesetzung freier Stellen für Lehrkräfte auch in anderen Bundesländern um Studienreferendare wirbt. Sie hat es mit einem Schreiben vom 13. Dezember 2013 an die Referendare sowie die Lehramtsanwärter in Bayern getan. Am 10. Januar reagierte das Bayerische Staatsministerium für Bildung und wies als Ausbildungsbehörde auf die Einstellungsmöglichkeiten in den Berliner Schuldienst hin. Beide Ministerialverwaltungen haben sich fair und beispielhaft verhalten. Zu rügen ist höchstens, dass es nicht schon längst eine bundesweit abgestimmte Ermittlung des Personalbedarfs und der Ausbildungskapazitäten in den verschiedenen Lehrämtern gibt.

Joachim Jetschmann, per E-Mail

Wie beruhigend für eine Berliner Referendarin zu wissen, dass die Senatsschulverwaltung Lehrkräfte in Bayern sucht, man selbst aber keine Einstellungsgarantie hat. Viele Berliner Referendare mühen sich jeden Tag für ihre Schulen und die Senatsschulverwaltung ab und werden dann mit befristeten Verträgen abgespeist. So sieht also Gerechtigkeit aus. Vielen Dank für „rosige“ Zukunftsaussichten, lieber Senat!

Stefanie Rubin, per E-Mail

Deutschland muss gleichberechtigte Partnerschaft zu den USA aufbauen

Zum Artikel: „Die Kanzlerin muss sich keine Sorgen machen“ vom 20. Januar

Den hehren Worten Obamas wird die Bundesregierung wahrscheinlich wieder glauben. Wie unbedarft und mit welcher Saloppheit sie diese Abhöraffäre behandelt, zeigt sich an den Äußerungen etwa der Bundeskanzlerin im Oktober 2013: „Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht.“ Kanzleramtsminister Pofalla sagte im November 2013: „Das No-Spy-Abkommen mit den USA ist auf einem guten Weg.“ Was soll ein No-Spy-Abkommen bewirken? Ein Leitfaden für eine korrekte Spionagetätigkeit, an den sich ausländische Geheimdienste halten müssen? Wenn die Bundesregierung in diese Richtung denkt, so ist sie naiv. Unverfroren äußerte sich vor einigen Tagen Ex-Innenminister Friedrich zum Abhörskandal: „Ich hatte wichtigere Themen als die NSA-Affäre.“ Was aber kann wichtiger sein als die Sicherheitsbelange der Bürger, der Wirtschaft und des Staates? Die Bundesregierung muss endlich eine gleichberechtigte Partnerschaft zu den USA aufbauen und ihre servile Haltung ablegen. Die Bundeskanzlerin hat jetzt die Aufgabe, Klartext gegenüber den USA und der eigenen Bevölkerung zu reden und nicht so zu tun, als ob das nicht ihre Kompetenz fällt. Bestes Beispiel dafür ist die Aktuelle Stunde zur NSA-Affäre am 15.Januar im Bundestag. Dort war kein einziger Bundesminister und auch nicht die Bundeskanzlerin auf der Regierungsbank vertreten.

Dr. Hans-Dieter Seul, Lichterfelde

Die Mütterrente gehört nicht in die gesetzliche Rentenkasse

Zum Artikel: „Das Rentensystem beutet Familien aus“ vom 17. Januar

Ich kann die Diskussion über die Bezahlbarkeit der Renten nicht ganz verstehen, da es ja Möglichkeiten gäbe, dieses Problem besser zu lösen. Wenn alle, also auch die Beamten, Politiker und Selbstständigen in eine gemeinsame Rentenversicherung einzahlen würden, wäre schon viel getan. In den vergangenen Jahren sind die Pensionen im Vergleich zu den Renten von Arbeitern und Angestellten viel stärker gewachsen. Das muss geändert werden. Die Mütterrente gehört nicht in die gesetzliche Rentenkasse, sondern sollte aus Steuermitteln finanziert werden, in die alle einzahlen. Das heutige Rentenproblem basiert nicht allein auf dem demografischen Faktor, sondern rührt noch von der Agenda 2010 her. Durch die vielen Jobs im Niedriglohnbereich wurden über Jahre zu geringe Rentenbeiträge gezahlt.

Dr. Barbara Scheffler, per E-Mail

Wissenschaftlich und politisch schon jetzt ein Auslaufmodell

Zum Artikel: „Andreas Scheuer: Uni Prag soll Doktorarbeit des CSU-Generalsekretärs prüfen“ v. 21. Januar

Der bayerische CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sollte schleunigst alle seine politischen Ämter niederlegen und sich als Politiker aus dem Rampenlicht entfernen. Der Wirbel um seine Dissertation zeigt erneut, dass ein klassisches Plagiat vorliegt. Seine politische Glaubwürdigkeit ist auf dem Nullpunkt angelangt. Sein freiwilliger Verzicht auf den Doktortitel schafft kein Vertrauen in seine Person mehr. Wissenschaftlich und politisch ist der CSU-Generalsekretär längst ein Auslaufmodell – auch für die kommunalpolitische Splitterpartei CSU.

Albert Alten, per E-Mail