Leserbriefe

„Einsatzfahrzeuge brauchen Spikes“

Leser zum Kälteeinbruch in Berlin mit Blitzeis und den Problemen bei Winterdienst und Feuerwehr

Wir wollen doch alle erwachsen sein. Dann sollte man frühmorgens schon das Radio einschalten. Besser noch am Vorabend den Wetterbericht hören oder sehen, dann wüsste man, was einen erwartet, wenn man aus dem Haus geht. Warum zeigen wir nicht für uns selbst Verantwortung und ziehen uns Spikes oder Socken über die Schuhe? Warum werden nur Autofahrer mit Sommerreifen und streusäumige Hauswirte in die Verantwortung genommen? Fußgänger und Radfahrer hätten so manchen Sturz und die daraus resultierende Belastung von Feuerwehr und Krankenhäusern mit etwas mehr Eigenverantwortung vermeiden können.

Hans-Joachim Möller, per E-Mail

Bei sturzgefährlichem Glatteisregen denke ich oft an Verbotenes, nämlich an Reifen mit Spikes für die Berliner Feuerwehr. Warum sind derartige Reifen für Einsatzfahrzeuge bei uns verboten? Europäische Nachbarn rüsten ihre Rettungsfahrzeuge natürlich mit solchen Reifen aus. Natürlich gibt das dann dort mehr Straßenschäden. Aber Personen in den Rettungswagen haben es oft sehr eilig, es sind häufig Fahrten auf Leben und Tod. Und unsere Politiker sprechen von Straßenschäden. Makaber.

Thomas Boronowski, Lichterfelde

Seit Jahren haben wir in der John-Locke-Siedlung in Lichtenrade immer wieder das Problem, dass der Winterdienst nicht oder nur ungenügend durchgeführt wird. Beschwerden bringen nichts, was mich auch nicht mehr wundert, da ja Stadt und Land nach eigenen Aussagen mit der Durchführung des Winterdienstes zufrieden ist. Ich danke daher Stadt und Land recht herzlich, dass ich wegen eines spät durchgeführten Winterdienstes und einem Sturz vor der Haustür einen Unfallarzt aufsuchen durfte.

Angelika Pfleger, per E-Mail

Zu wenige sonderpädagogisch ausgebildete Deutschlehrer

Zum Artikel: „Deutschtest, Kita-Pflicht, Bußgeld: Berlin bekämpft Sprachdefizite" vom 22. Januar

Es ist doch mal wieder toll: Die Lösung des Problems wird von der SPD mit Tests, Bußgeld und Bürokratie in Form von Lerntagebüchern angestrebt. Die CDU hat das deutlich bessere Konzept: Die Vorschule wird wieder eingeführt, das Personal wird fortgebildet, und die unsägliche Früheinschulung wird endlich abgeschafft. Die Arbeit am Kind ist das Einzige, was Erfolg verspricht.

Georg Wionsek, Steglitz

Die Aussagen von Bildungssenatorin Sandra Scheeres sind für mich, einer Mutter von zwei sprachbehinderten Kindern, der reine Hohn.

Die Senatorin erklärt, dass Eltern, die ihren Kindern diese Förderung vorenthalten, ihnen damit die Zukunftschancen verbauen. Ja, damit hat Frau Scheeres recht. Wenn das aber wirklich ihre Überzeugung wäre, würde sie doch nicht die Förderzentren für Sprache schließen. Das tut sie aber aktuell. Es gibt nicht genug sonderpädagogisch ausgebildete Deutschlehrer. Ein normaler Deutschlehrer weiß gar nicht alles über die einzelnen Sprachdefizite und kann daher nicht gut genug auf diese Kinder eingehen. Das sieht man bei meinem Sohn, der nach der 6. Klasse auf ein Gymnasium gekommen ist. Heute ist er in der 8. Klasse dank der sehr guten Förderung der Helen-Keller-Schule Förderzentrum für Sprache. Da diese Förderung weggefallen ist, hat er sich sprachlich so sehr verschlechtert, dass er inzwischen eine Lese-Rechtschreib-Schwäche hat. Der Dysgrammatismus hat sich auch verschlechtert. Was ist mit den Zukunftschancen meines Sohnes und denen vieler anderer Kinder?

Claudia Blum, per E-Mail

Der Autor hat uns aus dem Herzen geschrieben

Zum Artikel: „Die reine Kraft der Musik“ v. 21. Januar

Wir möchten dem Autor Axel Brüggemann für den ergreifenden wunderschönen Nachruf für den Dirigenten Claudio Abbado danken. Brüggemann hat uns aus dem Herzen geschrieben.

Ivan und Mariele Sardi, ehemals Deutsche Oper

In der Party-Stadt Berlin regieren Dummheit und Bequemlichkeit

Zum Artikel: „Ein gläsernes Problem“ vom 14. Januar

Die Schelte gegen die Glasindustrie ist ungerecht. Während im übrigen Deutschland das System funktioniert, ist in unserer zügellosen Party-Stadt Disziplin nicht zu erwarten. Auch in besseren Wohngegenden wird nicht zwischen Weiß- und Buntglas unterschieden und die Flaschen in Plastikbeuteln in die Container geschmissen, außerdem Papier und anderer Müll. Es regieren Dummheit und Bequemlichkeit. Hier könnte nur eine längere Erziehungskampagne in den Medien Abhilfe schaffen.

Luzie Hillel, per E-Mail