Leserbriefe

„Missstände zu lange ignoriert“

Leser zur drohenden Schließung einer Friedrichshainer Grundschule wegen unhygienischer Zustände

Verschmutzte Sanitäranlagen, verdreckte Fußböden und allgemein unhygienische Verhältnisse sind an vielen unserer Schulen schon an der Tagesordnung. Derartige Zustände habe ich in meiner Schulzeit weder während des Krieges noch danach – selbst in Zeiten allgemeiner Not – erlebt. Diese unhaltbaren Zustände, die allerdings schon seit Langem durch Medienberichte bekannt sind, wurden bisher von den Verantwortlichen ignoriert und werden jetzt von ihnen lediglich mit Vertragsschwierigkeiten, unzuverlässigen Billiganbietern oder Fremdfirmen entschuldigt. Ich staune über das passive Verhalten der Eltern. Als Reaktion auf diese Zustände sind sie lediglich verärgert und erstellen eine Wunschliste für Verbesserungen. Als Berliner muss man sich für die Zustände an unseren Schulen schämen.

Harry Döring, per E-Mail

An den Schulen ist es wie beim BER: Die günstigste Firma wird für etwas beauftragt. Doch ohne ständige Kontrolle der Leistungserbringung sieht manche Firma offenbar Einsparpotenzial. Hier sind die Schulleiter in der Pflicht. Kommt die Reinigungsfirma nicht oder arbeitet nicht gemäß Leistungsverzeichnis, muss der Schulleiter sofort handeln. Peinlich, wenn so ein Thema bis in die Medien getragen wird.

C. Dexel, Lankwitz

Das Problem ist ein altes und hausgemacht. Wenn man immer nur darauf schielt, möglichst wenig Geld für eine Dienstleistung auszugeben, und Dumpingpreise als normal ansieht, dann sollte man inzwischen wissen, dass diejenigen, die diese Arbeit verrichten, für einen Hungerlohn arbeiten müssen. Wo soll denn die Motivation, einen anständigen Job zu machen, herkommen? Wie mag man sich da als Schüler fühlen? Unsere Landesregierung ist nicht einmal in der Lage, ein Umfeld zu schaffen, in dem das Lernen Spaß macht und man nicht voller Ekel daran denkt, was einen erwartet, wenn man in der Pause einmal die Toilette benutzen muss. Wann immer vollmundig mehr Geld für Bildung versprochen wird, dann gehört ein intaktes Umfeld ebenso dazu. Auf die Einlösung der seit Jahren gegebenen Versprechen warten wir schon ewig. Es wird Zeit, dass Taten folgen.

Dagmar Kley, Spandau

Wechsel schadet dem Ansehen der Politik

Zum Artikel: „Bahn verschiebt Fall Pofalla in den März“ vom 8. Januar

Die Deutsche Bahn AG und Pofalla sollten sich darauf einigen, dass Pofalla nicht zur Bahn wechselt, sondern Bundestagsabgeordneter bleibt. Das ist er seinen Wählern, seinen Wahlhelfern und der Bundeskanzlerin schuldig.

Thomas Splittgerber, per E-Mail

Überall heißt es, wir müssen sparen, und dann wird bei der Bahn ein weiteres Vorstandsressort für Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla geschaffen. Inwieweit diese Position überhaupt erforderlich ist, ist für den Bürger nicht nachvollziehbar. Bundeskanzlerin Angela Merkel sollte Pofalla klarmachen, dass dieser Wechsel in die Wirtschaft dem Ansehen der Politik insgesamt schadet.

Angela Schulze, Schmargendorf

Ronald Pofalla und die Deutsche Bahn – eine Erfolgs- und Liebesgeschichte? Mindestens seit 2009 hat sich Ex-Kanzleramtsminister Pofalla als DB-Lobbyist einen Namen bei den Eisenbahnern gemacht. Kein Wunder, dass er jetzt Bahn-Vorstand für die Beziehungen zur Politik und zur EU werden soll und muss. Pofalla war es schließlich, der sich massiv als einflussreicher Politiker gegen die Lärmbelästigungsbeschwerden der Anwohner durch den Schienenverkehr wandte und sich stattdessen für einen Schienenbonus der Bahn erfolgreich engagierte, welcher einen um fünf Dezibel höheren Grenzwert beim Lärm gegenüber dem Straßenverkehr erlaubte.

Roland Klose, per E-Mail

Mit dem geplanten Wechsel von Ronald Pofalla in den Bahnvorstand wird der Ex-Kanzleramtschef als politisches Auslaufmodell weggelobt und bekommt in diesem Staatskonzern auf Steuerzahlerkosten ein Millionengehalt für sein politisches Karriereende.

Albert Alten, per E-Mail

Seit wann ist die Deutsche Bahn Versorgungseinrichtung für gescheiterte Politiker? Woher hat Pofalla die Fachkenntnisse, um bei der Bahn tätig zu werden? Die Bahn braucht in ihrer Führungsspitze Fachpersonal und keine abgehalfterten Politiker. Pofalla sollte sich zurückziehen. Wann werden endlich scharfe Gesetze erlassen, damit so ein nahtloser Übertritt von der Politik in die Wirtschaft nicht mehr so einfach möglich ist?

Karl-Heinz Hoffmann, per E-Mail