Leserbriefe

„Ein mutiger Schritt“

Leser zum Bekenntnis von Ex-Fußball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger zu seiner Homosexualität

Dass sich ein Fußballspieler öffentlich zu seiner Homosexualität bekennt, ist ein durchaus mutiger Schritt. Dennoch hält sich mein Respekt in Grenzen, da Thomas Hitzlsperger nach seiner Karriere als Profifußballer nun andere Lebensräume hat und nicht mehr so in der Öffentlichkeit steht. Wie sähe es wohl aus, wenn ein aktiver Spieler nach seinem Coming-out auf dem Platz steht, besonders in gegnerischen Stadien?

H.-J. Hensmann, per E-Mail

Mutig wäre es gewesen, sich in der aktiven Zeit zu bekennen. Jetzt will lediglich ein ehemaliger Fußballprofi – aus welchen Gründen auch immer – öffentliche Aufmerksamkeit. In einer Zeit, in der Kinder misshandelt werden, Schulen in desaströsem Zustand sind und alte Menschen sich um ihre Pflege sorgen müssen, ist dieses Outing so unwichtig wie kaum etwas anderes.

Christian Hahn, Friedenau

Ein mutiger Schritt, der schon lange erwartet wurde. Es wird endlich Zeit, dass auch andersartige sexuelle Orientierung als Normalität in dieser Gesellschaft akzeptiert wird.

Bernd Böhmer, Lankwitz

Es interessiert mich nicht, ob sich jemand outet. Eine sexuelle Ausrichtung ist reine Privatsache und gehört grundsätzlich nicht in die Öffentlichkeit. Insofern ist es unnötig, darüber öffentlich zu diskutieren, ganz gleich, ob man eine Person des öffentlichen Lebens ist oder nicht.

G. N. Engelmann, per E-Mail

Warum in aller Welt ist es so wichtig, ob man Männer oder Frauen liebt? Mich persönlich hat nur interessiert, ob Thomas Hitzlsperger gut Fußball spielt oder nicht.

Klaus Wollschläger, Kladow

Ich finde es nicht mutig, sich als ehemaliger Fußballprofi zu outen, es ist eher traurig, das so lange verheimlichen zu müssen. Leider leben wir in einer Gesellschaft, in der Profisportler über ihren Glauben sprechen oder ihre Weibergeschichten dem Boulevard verkaufen können, zum Teil dafür noch von Fans gefeiert werden, andere private Lebensentscheidungen aber nicht respektiert werden.

Markus Meister, Kassel

Fußballer Hitzlsperger ist schwul, Bundesumweltministerin Barbara Hendricks lesbisch, Bundespräsident Joachim Gauck hat eine First und eine Second Lady. Wen interessiert das?

Roland Frede, per E-Mail

Belehrungen in Sachen Energie an andere Länder sind fehl am Platz

Zum Artikel: „4000 Tonnen Müll aus Kaffeekapseln“ vom 9. Januar

Sind wir eigentlich noch zu retten? Vor Jahren wurden neue Gesetze und Verordnungen erlassen, die die Abfallmengen verringern sollten. Heute müssen wir feststellen, dass nicht nur Kaffeekapseln, sondern zig andere Produkte in immer größeren Mengen auf dem Müll landen. Ressourcen und Energieverbräuche entsprechen in keiner Weise dem Prinzip der Nachhaltigkeit. Belehrungen in Sachen Energie an andere Länder sind also fehl am Platz, wenn wir nicht endlich selbst lernen, unseren Konsum einzudämmen und ökologischer zu wirtschaften. In unseren Schulen müsste viel mehr über solche Themen gesprochen werden, denn letzten Endes kommt es ja auf das Verhalten des Individuums an. Also: weniger Statusgehabe mit Autos, Kaffee und Handys, dafür mehr Verantwortungsbewusstsein für den Erhalt einer intakten Welt und Umwelt.

Christian Lukner, per E-Mail

Geld sollte lieber für bessere Infrastruktur ausgegeben werden

Zum Artikel: „Pankows Straßen sollen weiblicher werden“ vom 6. Januar

Es mag ja sein, dass die eine oder andere im Artikel erwähnte Frau etwas Großes vollbracht hat. Aber ich denke, die Mitarbeiter des Pankower Stadtplanungsamtes sollten sich mit wichtigeren Dingen befassen als der Umbenennung von Straßen. Erst recht sollte dafür kein Geld ausgegeben werden. Das Geld wäre eher im Sinne der Steuerzahler angelegt, wenn dieses in den Schulen, den schlechten Geh- und Radwegen oder in die Straßensanierung investiert würde. Falls die Mitarbeiter des Amtes noch nicht ausgelastet sind, sollten sie sich darum kümmern, dass im besagten Viertel in Karow Gehwege gebaut werden, die Internetanbindung dem Stand der Technik entspricht und eine Kanalisation gebaut wird. In diesem Viertel läuft das Abwasser noch in private Gruben und wird von schweren Tankfahrzeugen entsorgt. Vielleicht sollte sich der grüne Stadtentwicklungsstadtrat besser um diese Probleme kümmern.

Wolfgang Thiele, per E-Mail